Allgemeine Berichte | 19.02.2013

First Responder Bendorf: Leben retten

Ehrenamtliche Helfer waren insgesamt knapp 500 Mal im Einsatz - Spenden sind erwünscht

First Responder Hubert Steinbach.PS

Bendorf.Nicht nur an den Karnevalstagen waren sie vielfach mit im Einsatz, auch über das ganze Jahr hindurch sieht man das weiße Auto mit seiner „Besatzung“ in Bendorf und Umgebung.

„First Responder“ - was ist das?

Als „First Responder“ - dem zuerst Antwortenden - gehen Aktive mit in den Einsatz, die die Zeit zwischen dem Eintreten des Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen sollen. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit. Jede Minute, die beispielsweise bei Kammerflimmern verstreicht, lässt die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken. Durchschnittlich nehmen Absetzen von Notruf, Disponierung in der Rettungsleitstelle zwei Minuten in Anspruch, bis zum Eintreffen des Rettungswagens vor Ort können vierzehn Minuten ins Land gehen. Eine Reanimation könnte aber von Laien als First Responder mit einer Unterweisung in Erste Hilfe, Sanitätsdienst und gegebenenfalls vorhandener Ausbildung einer Hilfsorganisation und Ausrüstung (vor allem einen Automatischen Externen Defibrillator) schon nach wenigen Minuten eingeleitet werden. Durch die Verkürzung der Hilfsfrist können viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen. Bei Unglücken und Unfällen ist der First Responder außerdem verantwortlich für eine konkretere Einschätzung der Lage am Unglücksort.

Einsätze rund um Bendorf

Wie sehr der Einsatz des „First Responders“ in Bendorf seit 2007 jährlich gestiegen ist, zeigt sich beim Blick auf die Jahre. 2007 waren es noch 27 Einsätze, 2008 schon 45 Einsätze, das verdoppelte sich ein Jahr später fast und 2012 waren die First Responder sogar 132 Mal unterwegs. Von 2007 bis Ende 2012 wurde die Truppe 475 Mal alarmiert. Die First Responder-Gruppe Bendorf gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine 24-stündige Bereitschaft. Der Ruf erreichte die Aktiven in 2012 zwischen 0 und 6 Uhr fünf Mal, zwischen 6 und 12 Uhr 34 Mal, zwischen 12 und 18 Uhr 46 Mal und zwischen 18 und 24 Uhr 47 Mal. Diese Bereitschaft wird von sechs ehrenamtlichen Helfern aufrecht erhalten. Im Einsatz waren Henry Kantz (69 Mal), Hubert Steinbach (47 Mal), Ingo Hahn (37 Mal), Benny Steinbach (12 Mal), Max Bolsinger (10 Mal) und Sven Gilles (5 Mal).

Notfälle - schnell versorgt

Der First Responder wurde wegen folgenden Notfällen alarmiert: Reanimation (fünfmal), bewusstlose Person (achtmal), Herzinfarkt (neunmal), Schlaganfall (neunmal), siebenmal wegen einem epileptischen Anfall, davon zweimal bei einem Kind. Elfmal kam der Ruf bei einem Verkehrsunfall, ebenso häufig bei Unfällen im Haushalt. Zwölfmal war Atemnot die Ursache. Kreislaufkollaps führte zu 13 Rufen und siebzehn Mal unternahmen die First Responder auch Hilfeleistungen, beispielsweise Tragehilfe, Türöffnungen oder Brandbereitstellungen und waren dreißig Mal zu sonstige Erkrankungen und Notfälle im Einsatz.

Der Haupteinsatzort war dabei Bendorf (78 Mal), gefolgt von Sayn (27 Mal), Mülhofen (16 Mal), Stromberg und Weitersburg (je 5 Mal) und einmal ging die Fahrt nach Heimbach-Weis.

Im Jahr 2007 wurde durch den Ortsverein Bendorf des Deutschen Roten Kreuz die lokale First-Responder-Gruppe ins Leben gerufen. Bei den „Helfern vor Ort“ handelt es sich um in Bendorf ansässige Mitglieder des DRK Ortsvereins, welche bei medizinischen Notfällen zu Hilfe eilen. Sämtliche in Bendorf eingesetzten First-Responder verfügen über eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung und versehen diesen Dienst ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Arbeitsgemeinschaft Bendorfer Wirtschaft ermöglichte die Anschaffung eines eigenen Einsatzfahrzeuges.

Alarmierung: schneller Einsatz

Die Rettungsleitstelle alarmiert parallel zum Rettungsdienst die First Responder über Funkmeldeempfänger, die jeden Notfallort in Bendorf in maximal fünf Minuten erreichen können. Sie sind keine Konkurrenz zum Rettungsdienst und sollen diesen auch nicht ersetzen, sondern lediglich die schnellstmögliche Einleitung lebensrettender Maßnahmen sicherstellen. Mit der Anschaffung eines Defibrillators verfügen die First-Responder in Bendorf nun über eine Ausstattung, wie sie auch in einem Krankentransportwagen mitgeführt wird. Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. D

as First-Responder-Team freut sich über Spenden.PS

First Responder Hubert Steinbach.Foto: PS

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