Zahl der Arbeitslosen steigt im Februar an
Langer Winter friert den Arbeitsmarkt ein
Koblenz. Der Winter hält sich in diesem Jahr hartnäckig - und das prägt auch den Arbeitsmarkt in der Region: Die Arbeitslosigkeit stieg im Februar sowohl in der Stadt als auch im Landkreis an. Eine Entwicklung, die angesichts anhaltend eisiger Temperaturen und nicht enden wollender Schneefälle kaum überrascht, meint Ulrike Mohrs, Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „In Branchen wie Garten- oder Straßenbau läuft die Arbeit im Februar normalerweise wieder an. In diesem Jahr ist das bestenfalls entlang von Rhein und Mosel so, die meisten anderen Baustellen liegen jedoch noch brach. Deshalb fällt besonders im Landkreis Mayen-Koblenz der Vergleich zum Vorjahr ungünstig aus. Bislang bleibt das aber im Rahmen der normalen saisonalen Entwicklung - auch wenn der Winter diesmal außergewöhnlich hartnäckig ist.“
Im Februar stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Koblenz um 140 auf nun 4072 an. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 51. Die Arbeitslosenquote bleibt im Jahresvergleich mit 7,4 Prozent stabil, steigt aber gegenüber dem Januarwert um 0,3 Prozent an. Im Landkreis Mayen-Koblenz fällt der kurzfristige Anstieg unterm Strich deutlich geringer aus. Dort wurden zum Monatsende 6533 arbeitslose Frauen und Männer gezählt - 31 mehr als vor vier Wochen, aber 344 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 5,8 Prozent im Monatsvergleich stabil und steigt gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent an. Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis gibt es aber auch zaghafte Anzeichen des nahenden Frühlings: 695 offene Stellen wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur im Februar aus der Region gemeldet - knapp 200 mehr als im Januar. Damit liegen der Agentur derzeit rund 1700 Stellenangebote aus Stadt und Landkreis vor.
Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn man die Entwicklung der beiden Rechtskreise betrachtet, in denen das Sozialgesetzbuch (SGB) die Arbeitslosigkeit regelt. Die Zahl der Arbeitslosen nach SGB III, die zur Versichertengemeinschaft gehören und meist noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind, stieg im Februar in der Stadt um 47 auf 1358 an. Im Vorjahr lag diese Zahl um 148 niedriger. Im Landkreis sind Ende Februar 3132 Menschen nach SGB III arbeitslos gemeldet - 212 mehr als im Januar und 359 mehr als vor einem Jahr. Bei den Empfängern von Grundsicherung nach SGB II (Hartz IV) gab es in der Stadt Koblenz einen aktuellen Zuwachs um 93 auf 2714. Vor einem Jahr lag diese Zahl um 97 höher. Verbessert hat sich die Lage bei den nach SGB II arbeitslos Gemeldeten im Landkreis Mayen-Koblenz. Hier nahm die Zahl in den letzten vier Wochen um 181 auf 3401 ab. Im vergangenen Jahr waren noch 15 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Insgesamt sind damit in der Stadt zwei Drittel der arbeitslos gemeldeten Menschen auf Grundsicherung angewiesen, im Landkreis sind es etwas mehr als die Hälfte. Der deutliche Anstieg im SGB III sei auf saisonale Einflüsse zurückzuführen und damit vorübergehend, ist die Agenturleiterin sicher. Umso erfreulicher sei es, dass es den Jobcentern offenbar gelungen sei, die Arbeitslosigkeit dort zu reduzieren, wo sie sich bereits zu verfestigen drohte: Bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern. „Über die weitere konjunkturelle Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Region sagen die aktuellen Arbeitslosenzahlen wegen ihrer starken saisonalen Prägung wenig aus“, räumt Ulrike Mohrs abschließend ein. „Insgesamt sind die Wirtschaftsprognosen für Deutschland jedoch günstig, sodass ich zum Frühling hin mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region rechne.“
Pressemitteilung der
Bundesagentur für Arbeit
Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen
