Asylpolitik im Landkreis Mayen-Koblenz
Ministerin Alt fordert mehr finanzielle Unterstützung des Bundes
Grüne Kommunalpolitikerin Judith Haag regt Willkommenskultur für Flüchtlinge im Landkreis Mayen-Koblenz an
Münstermaifeld. Judith Haag vom Vorstand der Grünen im Landkreis Mayen-Koblenz hat angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen dazu aufgerufen, eine Willkommenskultur zu etablieren. „Wir wollen Berührungsängste abbauen und das Feld nicht rechtspopulistischen Gruppen wie beispielsweise Pegida überlassen“, sagte Haag bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Asylpolitik in Münstermaifeld. Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt (Bündnis90/Grüne) hat die Bundesregierung aufgerufen, mehr Geld für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen in den Ländern bereitzustellen. „Wir brauchen dringend die finanzielle Unterstützung des Bundes“, sagte Alt. Rheinland-Pfalz gibt in diesem Jahr rund 90 Millionen Euro für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen aus.
Die Zahl der Flüchtlinge hat sich um 60 Prozent erhöht
Derzeit seien so viele Menschen in der Welt auf der Flucht, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Von 2013 bis 2014 hätte sich die Zahl der Flüchtlinge um 60 Prozent erhöht. In diesem rechne man sogar mit einer Verdopplung der Flüchtlingszahlen, so die Ministerin. Kritisch betrachte Alt dabei Rolle der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik. „Man muss sagen, Europa wird seiner Verantwortung nicht gerecht.“ Da auf die Kommunen weitreichende Aufgaben zu kommen, betonte Alt hierbei die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements. „Das Ehrenamt muss weiter gefördert werden und alle beteiligten Initiativen aus Kirche und Sozialwesen müssen sich noch besser vernetzen.“ Zur besseren Koordination der anstehenden Aufgaben hat das Land in Bad Kreuznach eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet. Alt verwies auf die positive Grundstimmung in der Bevölkerung bei der Aufnahme neuer Flüchtlinge. Wohnungen seien, mit Ausnahme der Ballungszentren Mainz und Ludwigshafen ausreichend vorhanden. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch der Ausbau der psychosozialen Betreuung der traumatisierten Flüchtlinge und der weitere Ausbau der Sprachförderung. „Sprache ist, wie wir alle wissen, der Schlüssel zur Integration“, so die Ministerin.
Steht für eine Willkommenskultur im Asylwesen: Judith Haag.
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Irene Alt fordert mehr Unterstützung vom Bund für die Flüchtlingspolitik der Länder. Foto: CGN
