Baumarktkette „Max Bahr“ meldete Insolvenz an
„Praktiker“-Tochter galt als Hoffnungsträger
Koblenz. Jetzt also auch Max Bahr: Als die Baumarktkette „Praktiker“ vor wenigen Wochen Insolvenz anmeldete, wurde noch von mehreren Seiten kolportiert, dass die Tochter „Max Bahr“ gesund genug sei, zu überleben. Das wiederum war eine große Hoffnung für den Gesamtkonzern Praktiker AG. Jetzt ändert sich alles, „Max Bahr“ meldete in der vergangenen Woche ebenfalls Insolvenz an. Als Auslöser gilt der Rückzug eines französischen Warenkreditversicherers. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, es gebe „keine positive Fortführungsprognose“ mehr. In den vergangenen Monaten wurden 54 Praktiker-Märkte in Max Bahr-Märkte umgewidmet. Letztere Marke hat nicht das Billig-Image von Praktiker. Entsprechend groß dürften die Hoffnungen nach der Praktiker-Insolvenz gewesen sein. Laut Experten soll durch die Max Bahr-Pleite der Verkaufspreis sehr deutlich sinken (es kursieren Werte um 30 bis 50 Prozent), da Praktiker nun keine werthaltigen Unternehmensteile mehr habe. Wer als Käufer überhaupt infrage kommen könnte, steht in den Sternen: Die Konkurrenten der Baumarktbranche haben offensichtlich allesamt bereits abgewunken. Nur einzelne Märkte in guter Lage stoßen auf Interesse. Den Gesamtkonzern mit den fast 18.000 Mitarbeitern will bislang niemand übernehmen. Dennoch geben sich die drei vorläufigen Insolvenzverwalter optimistisch. Erste Interessenten hätten sich schon gemeldet - darunter Finanzinvestoren und strategische Bieter.
