Auszubildende demonstrierten gegen das endgültige Aus für ihren Arbeitgeber
„Rasselstein Neuwied wird geschlossen“
Betriebsratsvorsitzender Wilfried Stenz teilte mit, dass Bandverzinkung und Walzwerk abgebaut werden
Neuwied. „Für mich ist klar, das Walzwerk Rasselstein in Neuwied wird nächstes Jahr geschlossen“, erklärte Rasselstein-Betriebsratsvorsitzender Wilfried Stenz am Rande einer Tagung im Parkrestaurant Nodhausen. Hier berieten der Betriebsrat Andernach-Neuwied, Personalvertreter und Personalvorstand von Thyssen-Krupp, wie sie das Szenario möglichst gut verträglich über die Bühne bringen. Vor das Restaurant waren vom Walzwerk aus etwa 150 Auszubildende von Rasselsteiner gezogen, um dort zu demonstrieren. „Wir sind eure Zukunft“ und ähnliches stand auf den Plakaten und Spruchbändern und man forderte Weiterbeschäftigung im Feinblechwerk Andernach. Stenz begründet seine für die Neuwieder Rasselsteiner schlimme Prophezeiung auf Fakten: „Die Feuerverzinkungsanlage in Neuwied wurde schon vor zwei Wochen abgebaut. In der zweiten Septemberwoche entscheidet wohl der Aufsichtsrat, dass auch die elektrolytische Bandverzinkungsanlage (eBa6) rausgehen wird und im Januar/Februar dann das Walzwerk, dann wird es bei Rasselstein Neuwied keine Beschäftigung mehr geben. Aber wir brauchen mindestens drei Jahre Zeit, um den 417 Mitarbeitern eine vernünftige Lösung anbieten zu können“, forderte Stenz am Rande der Demo und fügte hinzu, dass Rasselstein in Neuwied nur noch 40 bis 50 Prozent ausgelastet sei. „Der Markt für Autobleche ist nicht da, das muss man fairer Weise sagen“, führte der Betriebsratsvorsitzende aus. Die Demonstranten und die Redner sahen das etwas anders: „Die Jugendlichen müssen die Zeche bezahlen, die das Management von Thyssen-Krupp durch jahrelanges Missmanagement verursacht hat. Es kann nicht sein, dass die Geschäfte von MC Kinsey gesteuert werden, die vor Jahren vorschlugen, ein Werk in Brasilien zu bauen, das einen Verlust von 12,5 Milliarden Euro verursacht hat“, meinte ein Sprecher.
Ein IG-Metaller rief: „Wir werden es nicht zulassen, dass alle, die bei Rasselstein gelernt haben nach Hause geschickt werden, es muss ein Gesamtkonzept geben.“
