Allgemeine Berichte | 11.03.2013

Rückenkampagne in Rheinland-Pfalz

Unfallkasse setzt auf Multiplikatoren und Selbsterfahrung

Der Einsatz des Alterssimulationsanzugs „GERT“. privat

Region. „Möglichst viele Menschen für ihre eigene Rückengesundheit sensibilisieren und Bewegung in die Mitgliedsbetriebe, Schulen und Kindertageseinrichtungen bringen“, so lautet das erklärte Ziel der Unfallkasse Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung der Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“. Die Unfallkasse setzt auf Selbsterfahrung und Multiplikatorenschulung. Das Kampagnenteam der Unfallkasse hat ein Präventionskonzept mit mehreren Modulen für verschiedene Zielgruppen entwickelt.

Kooperationspartner einbinden

Dazu zählen unter anderem die Einbindung des Themas „Rücken“ bei Fachtagungen, Seminaren im „Ergonomischen Klassenzimmer“ sowie die enge Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie mit dem Landesfeuerwehrverband und der Stadt Andernach, in der die Unfallkasse ihren Verwaltungssitz hat.

Rückengesundheit geht alle Beschäftigten an

„Wir freuen uns, dass die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung das Thema Rückengesundheit aufgreift und praxisorientiert in unsere Betriebe bringt“, sagt Achim Hütten, Oberbürgermeister von Andernach. Der Verwaltungschef räumt der Gesundheit seiner Beschäftigten ohnehin große Bedeutung ein. „Bei uns darf sich jeder seinen Bürostuhl selbst aussuchen - innerhalb eines bestimmten Kostenrahmens. Diese Präventionsmaßnahme trägt zur Rückengesundheit der Beschäftigten bei und vermeidet Therapien und Kosten durch krankheitsbedingten Arbeitsausfall, so Hütten. „Rückengesundheit geht alle Beschäftigten an und zwar in allen Tätigkeitsbereichen - sei es am Schreibtisch bzw. auf dem Bürostuhl, im Bauhof oder beim Einsatz unserer Feuerwehrleute“, betont der Oberbürgermeister. Ein Grund von vielen, warum die Unfallkasse Rheinland-Pfalz das Thema unmittelbar in die Betriebe bringen möchte und Multiplikatoren sensibilisiert. „Rücken ist zwar schon seit geraumer Zeit stets und überall ein Thema, auch in der Präventionsarbeit. Doch oft fehlt es den Beteiligten an konkretem Handwerkszeug, an Informationen und Hinweisen für den alltäglichen Gebrauch“, erläutert Beate Eggert, Geschäftsführerin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Und die vermitteln die Präventionsexperten in Rheinland-Pfalz auf mehreren Wegen. Dabei setzen sie auch auf Selbsterfahrung: Ein zentraler Baustein bei Fachtagungen und externen Veranstaltungen - wie zum Beispiel Gesundheitstagen - wird der Einsatz des Alterssimulationsanzugs „GERT“ (Gerontologischer Testanzug) und des Rückenschmerzsimulators „ERNST“ sein. „Die Testpersonen sollen erfahren und darüber berichten, wie es sich anfühlt, wenn der Rücken nicht mehr mitmacht. Wir möchten bewusst Betroffenheit erzeugen und die Menschen anspornen, selbst aktiv zu werden“, erläutert Markus Schulte, Kampagnenleiter bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

„Rücken“ als Basis-Modul bei Fachtagungen

Passende gymnastische Übungen, Anregungen unter dem Motto „Fit am Schreibtisch“, die Darstellung des optimalen Bildschirmarbeitsplatzes sowie der Einsatz mobiler Trainingsgeräte für Koordination und Gleichgewichtssinn sollen Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer informieren und mobilisieren, selbst aktiv zu werden. „Wir werden das Thema Rücken in zahlreichen Fachtagungen als Basis-Modul einbinden“, so Schulte. Der Einsatz eines durch die Unfallkasse Hessen entwickelten Informationsfilms mit verschiedenen Übungen zum Lockern, Kräftigen, Entspannen ist ebenfalls ein Baustein für Seminare und Fachtagungen. Ein weiteres Modul ist die Schulung von Multiplikatoren, die Aktionen in Mitgliedsbetrieben initiieren. Auch der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz wird mit Unterstützung der Unfallkasse seine Seminarteilnehmer für Rückengesundheit sensibilisieren.

Ergonomisches Klassenzimmer lädt ein

Was würde sich als Schulungsort für Lehrkräfte besser eignen, als das „Ergonomische Klassenzimmer“, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in der Andernacher St. Peter Grundschule entstanden ist. In dem Vorzeige-Klassenraum wird die Unfallkasse Rheinland-Pfalz Seminare für Pädagogen und auch Erzieherinnen und Erzieher durchführen. Der theoretische Teil findet morgens in den Tagungsräumen der Unfallkasse statt. Nachmittags geht’s ins „Ergonomische Klassenzimmer“ nach Andernach. Sowohl die rückengesunde Gestaltung von Klassenzimmern als auch Bewegungsförderung, dynamisches Sitzen und rückengerechtes Arbeiten in Kindertageseinrichtungen sind nur ein Ausschnitt des Themenspektrums in Sachen „Rückengesundheit“. „Wir sind uns sicher, über die Kampagne einen großen Teil unserer Versicherten zu erreichen. Zumal durch den demografischen Wandel viele Führungskräfte für die Gesundheit ihrer Beschäftigten und Präventionsarbeit sensibler geworden sind“, betont Andreas Hacker, Leiter der Präventionsabteilung.

Offizieller Auftakt am 18. März

Der offizielle Auftakt der Kampagne durch die Unfallkasse Rheinland-Pfalz erfolgt am 18. März im Historischen Rathaus Andernach. Dort sollen Beschäftigte der Stadtverwaltung, weitere Kooperationspartnerinnen und -partner sowie die Beschäftigten der Unfallkasse selbst aktiv werden und vielfältige Informationen für die Rückengesundheit erhalten.

Pressemitteilung der

Unfallkasse Rheinland-Pfalz

Der Einsatz des Alterssimulationsanzugs „GERT“. Foto: privat

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