Andernacher lieb(t)en ihr „Pöntchen“
100. Geburtstag der alten Rheinfähre
Ausstellung im Kundencenter der Stadtwerke
Andernach. Fast jeder etwas älterer Andernacher kann „seine“ Geschichte über das „Pöntchen“ erzählen. Die ursprünglich von den Stadtwerken betriebene Rheinfähre zwischen Andernach und Leutesdorf wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hatte der ehemalige Fährführer Heinz Lüthke die Idee, eine Ausstellung als Erinnerung für die nächste Generation „an Land“ zu organisieren , denn im Jahre 1986 wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Die Stadtwerke Andernach haben diese Idee aufgenommen und bieten nun der Öffentlichkeit bis zum 31. August 2016 eine kleine Ausstellung zur Fähre im Kundencenter (Läufstraße 4) an.
Geschäftsführer Lars Hörnig merkt in seiner Eröffnungsansprache an: „Wir freuen uns der Andernacher Bevölkerung die Möglichkeit zu geben Ihre Erinnerungen an die „Schiffsfähre Ponte“ auffrischen zu können.“ Interessant die Zahlen, die anlässlich des 50 jährigen Jubiläums vorliegen. Allein im Jahr 1975 wurden mit der Fähre 120.000 Personen, 35.000 Fahrzeuge und 5.000 Fahrräder befördert. Wenn man bedenkt, dass „nur“ acht Autos Platz auf der „Ponte“ hatten, waren dass bei Vollbelegung 4.375 Rheinquerungen. „Eine Überfahrt dauert mit An- und Ablegen, wenn wir schnell waren, rund 10 Minuten,“ so Ex-Fährmann Heinz Lüthke. Er konnte ebenso noch einige Geschichten, mit und über den zweiten (leider 2012 verstorbenen) Fährmann „Schellenbach`s Bub“ zum Besten geben, die die anwesenden Eröffnungsgäste zum Schmunzeln brachten. Mit Blick auf Volker Berg, Ortsbürgermeister von Leutesdorf gerichtet, merkte Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten an, dass es ja auch heute noch eine Verbindung zur anderen Rheinseite in den Weinort gäbe. „Auch wenn heute die Überfahrten mit dem Geysirschiff angeboten und angenommen werden, an die alten Zeiten kommen wir natürlich nicht mehr dran. So bleibt uns nur in alten Erinnerungen zu schwelgen, und dies können wir in der Ausstellung ganz gewiss.“
Die meisten historischen Gegenstände stammen tatsächlich noch aus dem Jahre 1916. So werden zu den Öffnungszeiten des Kundencenters der Stadtwerke (Montag-Mittwoch 8-16 Uhr, Donnerstag 8-18 Uhr, Freitag 8-12 Uhr und im ersten Samstag im Monat 9-12 Uhr) unter anderem das Ruderrad sowie die Schiffsglocke im Original zu sehen sein.
WAM
