Allgemeine Berichte | 15.10.2021, 09:32 Uhr

Bistum Trier bleibt weiterhin für Menschen vor Ort ansprechbar

1.500 Stunden Seelsorge im Ahrtal

Das Koordinierungsbüro „Seelsorge Ahr“ des Bistums Trier plant Einsätze von Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Hier zu sehen Esther Braun-Kinnen im August auf dem Friedhof in Dernau, wo Anwohnerinnen und Anwohner die Gräber ihrer Angehörigen aufsuchen. Foto: Julia Fröder/Bistum Trier
149

Bad Neuenahr-Ahrweiler/bistumsweit. Wer in diesen Tagen ins Ahrtal fährt, vernimmt an allen Ecken und Enden das Rattern von Bohrmaschinen, das Summen von Stromaggregaten und bemerkt den feuchten Geruch, der von den freigelegten Mauern ausströmt. Fast vier Monate nach der Flutkatastrophe ist weiterhin viel zu tun: Handwerker, Baumaterial und finanzielle Unterstützung sind gefragt, die Betroffenen benötigen aber auch ein offenes Ohr. Das Bistum Trier hat umgehend nach den Ereignissen ein Koordinierungsbüro eingerichtet, das weiterhin Seelsorge vor Ort gewährleistet.

Unmittelbar nach der Flutnacht Mitte Juli haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem gesamten Bistum Unterstützung angeboten. Rund 100 Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Diakone und Priester haben tage- oder wochenweise ihre Kolleginnen und Kollegen an der Ahr vielfältig unterstützt, dazu zählt unter anderem die aufsuchende Seelsorge und Präsenz in den Straßen oder an Fixpunkten wie das Hilfsdienste-Zelt am Moselparkplatz in Bad Neuenahr-Ahrweiler oder die Ausgabestelle von Spenden oder Mahlzeiten. Insbesondere in der Akutphase war die Begleitung von Hilfskräften ebenfalls ein wichtiger Teil der Arbeit. „Diese Einsätze werden durch das Koordinierungsbüro Seelsorge Ahr organisiert“, erklärt Sarah Engels. Sie ist die Geschäftsführerin des Büros; unterstützt wird sie von ihrem Stellvertreter Sebastian Leinenbach, Dekanatsreferent im Dekanat St. Wendel.

Vielfältige Einsatzgebiete

Seit Juli haben diese Frauen und Männer 1.500 Stunden Seelsorge geleistet; hinzukommen die Stunden der lokalen Pastoralteams. „In Absprache mit den örtlichen Pastoralteams gestalten sie auch Andachten oder andere Gebetsmöglichkeiten“, benennt Sarah Engels weitere Einsatzgebiete. Generell sei der intensive Austausch mit den lokalen Teams sehr wichtig. „Wir haben die aktuellen Entwicklungen stets im Blick“, sagt Sarah Engels. Zeitgleich ist das Koordinierungsbüro ein Bindeglied zwischen lokaler und Bistumsebene.

In den ersten Wochen zählte vor allem das Planen der Bestattungen zu den Aufgaben. Die örtlichen Pastoralteams übernahmen den ersten Kontakt zu den Angehörigen. Die Bestattungen erfolgten anschließend mit der Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bistum Trier. Die Tage sind für viele bewegend. „Daher werden die Seelsorgerinnen und Seelsorger abends von einem Feedback-Team angerufen, um eine niedrigschwellige und zeitnahe Begleitung zu gewährleisten“, erläutert Sarah Engels.

Das Koordinierungsbüro nimmt strategische Arbeiten wahr und denkt beispielsweise schon jetzt in Zusammenarbeit mit kommunalen Ansprechpersonen und weiteren Netzwerkpartnern wie Hilfswerken oder der evangelischen Kirche über mögliche Treffpunkte im Winter nach. Das Bistum will weiterhin für die Menschen in den Flutgebieten da sein und langfristig unterstützen. „Im September hat das Büro etwa fünf Personen pro Tag in den Einsatz geschickt, die zusätzlich zu den lokalen Pastoralteams vor Ort waren“, weiß Sarah Engels und in die Arbeit des Koordinierungsbüros gehen monatlich etwa 300 Arbeitsstunden.

Das Engagement soll noch lange nicht auslaufen. Aktuell wird auf der Ebene der Bistumsleitung und im Koordinierungsbüro eine Verstetigung der Seelsorge an der Ahr vorbereitet. Zudem wird künftig Peter Schuh als Beauftragter des Bistums Trier zusammen mit Johannes Kölling (ZB1 Pastoral und Gesellschaft) für die Koordinierung des Wiederaufbaus in den von der Flutkatastrophe betroffenen Kirchengemeinden in der Eifel und an der Ahr tätig sein. Er war bis 2019 Leiter der Immobilienabteilung im Bischöflichen Generalvikariat Trier.

Das Koordinierungsbüro Seelsorge Ahr ist zu erreichen unter Tel.: 0160-4750257 und per E-Mail an koordinierung.seelsorge-ahr@bistum-trier.de Weitere Informationen zur Hochwasserhilfe von Bistum Trier und Caritas und die Spendenkonten zur Unterstützung Betroffener der Hochwasserkatastrophe sind zu finden unter https://t1p.de/hochwasser-hilfe.

Das Koordinierungsbüro „Seelsorge Ahr“ des Bistums Trier plant Einsätze von Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Hier zu sehen Esther Braun-Kinnen im August auf dem Friedhof in Dernau, wo Anwohnerinnen und Anwohner die Gräber ihrer Angehörigen aufsuchen. Foto: Julia Fröder/Bistum Trier

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Markus Wolf (von links, Staatssekretär Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr), David Langner (Oberbürgermeister Stadt Koblenz), Ralf Hellrich (Hauptgeschäftsführer HWK Koblenz), Uwe Diederichs-Seidel (Lotsenstelle für alternative Antriebe RLP), die hier vor einer vollelektrischen Kehrmaschine der Stadt Koblenz stehen, gehörten zu den Rednern der Tagung in der Rhein-Mosel-Stadt.
81

Unternehmen und Kommunen streben zunehmend die Elektrifizierung ihrer Fuhrparks an, um umweltfreundlicher und wirtschaftlich tragfähig zu agieren. Bei einer Fachveranstaltung in Koblenz, organisiert vom Klimabeirat der Stadt Koblenz und weiteren Partnern, wurden diese Themen intensiv diskutiert. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Station „Riesenvogel-Nest“ (von links) Stadtmarketing-Chefin Julia Kloos-Wieland, Naturpark Rhein-Westerwald--Geschäftsführerin Irmgard Schröer, Naturpark-Vorsitzende Isabelle Fürstin zu Wied, Lena Höver (Sachbearbeiterin „Tourismus“ im Amt für Stadtmarketing) und Oberbürgermeister Jan Einig.
33

Wie klingt der Wald? Wie weit springen seine Tiere? Und welche Spuren haben die Römer hinterlassen? Auf dem neugestalteten Walderlebnisweg am Limes-Kastell lassen sich diese Fragen auf spielerische Weise erkunden. Mit Unterstützung des „Naturparks Rhein-Westerwald“ und des Landes Rheinland-Pfalz wurde aus dem bisherigen Waldlehrpfad auf dem Wanderweg NR2 eine abwechslungsreiche Entdeckertour. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Titelanzeige
Martinsmarkt Adenau
Stellenausschreibung Kennziffer 108/2026
Karnevalsauftakt in Mülheim Kärlich
Kursangebote 2. Semester
Weitere Artikel
Symbolbild.
1492

Astrologische Vorschau für die KW 46: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 9. bis 15. November 2026 - Zwischen neuen Chancen und unerwarteten Herausforderungen

Die zweite Novemberwoche bringt Bewegung in den Alltag der zwölf Sternzeichen. Während sich in manchen Lebensbereichen neue Möglichkeiten eröffnen, können an anderer Stelle Spannungen und kleine Rückschläge für Unruhe sorgen. Besonders in der Liebe sind Offenheit und Geduld gefragt. Auch beruflich gilt es, Chancen zu erkennen, ohne vorschnell Entscheidungen zu treffen. Gesundheitlich rückt die Balance zwischen Aktivität und Erholung stärker in den Mittelpunkt.

Weiterlesen

Symbolbild
18011

A61 ab November mit Einschränkungen

Ab dem 09.11.: Einspurige A61 - Fahrzeit einplanen

Sinzig. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes plant umfangreiche Gehölzpflegearbeiten auf der A61 zwischen dem Autobahndreieck Sinzig und der Anschlussstelle Niederzissen in Richtung Koblenz/Ludwigshafen.

Weiterlesen

Symbolbild.
842

Der Hinweis eines Energieversorgers führte die Ermittler zur Cannabisplantage

Bad Breisig: Illegaler Cannabisanbau in ehemaliger Glasfabrik

Bad Breisig. In einem leerstehenden Industriegebäude im Bad Breisiger Gewerbegebiet „Goldene Meile“, der ehemaligen Glasfabrik, haben Ermittler eine professionell betriebene Cannabisplantage entdeckt. Die Kriminalinspektion Mayen führte die Durchsuchung am Mittwoch, 28. Oktober, durch. Das Polizeipräsidium Koblenz bestätigte den Einsatz.

Weiterlesen