Allgemeine Berichte | 06.02.2017

Schlosstheater Neuwied im Februar: Molieres „Der Geizige“

200.000 Taler machen eine sehr schlanke Taille oder „Ihr seid unbestehlbar“

Komödie um Habsucht, Geiz, Hinterlist und Liebe

Ein Spiel um Liebe, Habgier und Verwirrung: Molières „Der Geizige“. V.l.: Valére (Konstantin Hertel),La Fleche (Oliver Grabus), Elise (Vanessa Frankenbach), Mariane (Alice Erk), Frosine (Gabriele Schulze),Cléante (David Imper) und Harpagon (Peter Nüesch). Fotos: Schlosstheater

Neuwied. Im Februar wird im Neuwieder Schlosstheater das Stück  „Der Geizige“ von Molière in einer Inszenierung von Peter  Nüesch gegeben. Der Regisseur selbst spielt die Rolle des Harpagon, eines alten Geizhalses, der höchst angespannt darauf achtet, dass sein Vermögen nicht sicht- und stehlbar bar ist, so sehr, dass er Teile davon im Garten vergraben hat. Zudem versucht er, seine Tochter möglichst „gewinnbringend an den Mann“ zu bringen - eine Paraderolle für Peter Nüesch als herrlicher Grantler. 

Oliver Grabus glänzt gleich in mehreren Rollen: Als La Fleche und als Hausdiener. Besonders originell ist das Kostüm - halb Koch halb Kutscher, schwarz und weiß, ein Kompliment an die Kostümwerkstatt! Peter Nüesch und Oliver Grabus – eine höchst gelungene Schauspielerkombination. Man sieht ihnen die Freude am Spiel förmlich an, und das macht den Abend so unterhaltsam. Augenzwinkernd und verschmitzt tanzt Peter Nüesch durch das Stück und fühlt sich sichtlich wohl als Patriarch, dem nur eines wichtig ist, und das ist sein Geld. Denn: Reich wird man nicht durch ausgeben sondern durch behalten!

Die Geschichte

Cléante (David Imper), der Sohn des reichen Harpagon liebt die verarmte Mariane (Alice Erk). Elise (Vanessa Frankenbach), seine Tochter, wird von Valére (Konstantin Hertel), verehrt, der sich – vom Vater der Schönen unerkannt - in die Dienste des reichen Harpagon begibt, um der Begehrten nahe zu sein. Diese soll – dem Willen ihres Vaters folgend, einen reichen alten Mann ehelichen, während der Sohn eine ebenso reiche Witwe heiraten soll – alles zum Wohle des Familienvermögens. Die Rolle der Heiratsvermittlerin Frosine wird von Gabriele Schulze gespielt, eine Intrigantin und stets wandlungsfähig, wenn die Verhältnisse sich ändern. Dann nimmt die Verwirrung ihren Lauf…

Das Liebste, sein Geld, wird Hargpagon gestohlen, dieser verdächtigt jeden und jede und schaltet einen Kommissar

(Stefan Krause) ein. Molière hält der Gesellschaft seiner Zeit den Spiegel vor. Habgier und Lüge sind für den Theaterbesucher genauso leicht erkennbar wie Anmut und Hilflosigkeit, und es ist keine Frage, dass das Gute siegen wird. Am Ende taucht Nachbar Anselme (Stefan Krause) und Vater Marianes auf, und als alle miteinander sprechen, löst sich die Verwirrung auf und dem Happy-End steht nichts mehr im Wege. Alle bekommen ihre Liebsten und: Hargagon sein Geld!

Die Geschichte von Liebe, Herzschmerz, Geld und Glück selbst ist nicht neu, die Zeiten Molières, in denen Mitgift und Verheiratung der Töchter oberstes Gebot war, sind zudem vorbei. Daher ist die eigentliche Handlung des Stückes eher etwas für Nostalgiker – oder Liebhaber klassischer Literatur.

Und der rasante Schlussakt mit seiner Turbo-Auflösung schwieriger Konstellationen ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber das excellente Zusammenspiel der Darsteller, Witz und Komik garantieren einen höchst unterhaltsamen Abend.

Weitere Vorstellungen

Die weiteren Vorstellungen sind vom 14. bis 19. Februar, jeweils um 20 Uhr und am 19.Februar 2017 zusätzlich um 16 Uhr. Karten gibt es im Schlosstheater, Tel.: 02631 / 22288, www.schlosstheater-neuwied.de und an der Abendkasse jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellung.-he-

Harpagon und Anselme schmieden Pläne.

Harpagon und Anselme schmieden Pläne. Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P

Cléantebefindet sichin arger Geldnot und wendet sich an einen Geldverleiher.

Cléante befindet sich in arger Geldnot und wendet sich an einen Geldverleiher. Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P

Ein Spiel um Liebe, Habgier und Verwirrung: Molières „Der Geizige“. V.l.: Valére (Konstantin Hertel), La Fleche (Oliver Grabus), Elise (Vanessa Frankenbach), Mariane (Alice Erk), Frosine (Gabriele Schulze), Cléante (David Imper) und Harpagon (Peter Nüesch). Fotos: Schlosstheater Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Essen auf Rädern
10 Jahre NoWi
Berufskraftfahrer gesucht
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Biergarteneröffnung
Zukunft trifft Tradition KW 18
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
58

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz und dem Moderator Frank Lohse (Mitte, von links) begrüßt Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte, rechts) die zahlreichen Teilnehmenden des Betreuungsgipfels.Foto: Stadt Meckenheim
27

Meckenheim. Aktuelle Herausforderungen im Bereich Kindertagesbetreuung zu identifizieren und tragfähige Perspektiven für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung zu eröffnen, mit diesem Ziel hatte die Stadt Meckenheim in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum ersten Betreuungsgipfel U6 in den Ratssaal eingeladen. Fachkräfte aus den Kindertageseinrichtungen, Vertreterinnen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
80

Junger Mann war von seinen Großeltern zur Hilfe gerufen worden und hinderte Betrüger an der Flucht

29.04.: Betrugsversuch in Köln: Enkel stellt falsche Polizisten und übergibt sie der richtigen Polizei

Köln. Ein 26 Jahre alter Mann hat am Mittwochabend (29. April) einen mutmaßlichen falschen Polizisten in Köln-Esch gestellt und der echten Polizei übergeben. Der Tatverdächtige und sein noch flüchtiger Komplize sollen kurz zuvor versucht haben, sich als angebliche Kripobeamte Zutritt zum Haus der Großeltern des 26-Jährigen in der Gartenstraße zu verschaffen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
293

Dillendorf (Hunsrück). Am 01.05.26 gegen 10:31 Uhr kam es im Kreuzungsbereich K1/K3 unmittelbar hinter dem Ortsausgang Dillendorf in Fahrtrichtung Dill zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand missachtete ein von Sohrschied kommender Kradfahrer im Kreuzungsbereich die Vorfahrt eines in Fahrtrichtung Dill fahrenden PKW. Das Motorrad samt Fahrer kam im Straßengraben zum Liegen.

Weiterlesen

Symbolbild Foto: pixabay.com
56

eCall-System lotste Einsatzkräfte nach Unfall ohne Zeugen zu verletzten Senioren

28.04.: Unfall auf der B327: Älteres Ehepaar landet unfreiwillig in Waldstück

Waldesch. Am 28. April kam es gegen 11:00 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Hunsrückhöhenstraße (B327) zwischen Waldesch und Dieblich/Nassheck. Ein älteres Ehepaar aus dem Lahn-Dill Kreis kam nach ersten Erkenntnissen aufgrund gesundheitlicher Probleme des Fahrzeugführers mit seinem PKW alleinbeteiligt nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet in unbefestigtes Gelände.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Kreishandwerkerschaft
Dachdecker (m/w/d)
10 Jahre NoWi
Maikirmes Franken
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Aktionstage 5.-7. Mai
10 Jahre NOWI
Innovatives rund um Andernach
First Friday Anzeige Mai