Die Lage hat sich verbessert, aber dennoch soll weiter Wasser gespart werden.
22.06.: Neue Informationen zur Trinkwasserversorgung in Remagen
Remagen. Am Sonntag, den 21. Juni 2026, wurde im Stadtgebiet Remagen ein außergewöhnlich hoher Wasserverbrauch festgestellt. Neben einer insgesamt deutlich erhöhten Wasserabnahme wurden in einzelnen Versorgungsbereichen extreme Entnahmespitzen registriert, die die üblichen Verbrauchswerte vergleichbarer Sommerperioden erheblich überschritten. Ein leichter Trend zeichnete sich bereits am 19. und 20. Juni 2026 ab; die Verbrauchsmenge vom 21. Juni lag jedoch nochmals deutlich über dem Durchschnittsverbrauch.
Die Wasserbezugsmenge über das Pumpwerk Mehlem war grundsätzlich ausreichend. Der begrenzende Faktor war jedoch die Transportkapazität der Versorgungsleitung zwischen dem Pumpwerk Mehlem und dem Hochbehälter Wässigertal. Aufgrund der vorhandenen Leitungsdimensionen ist die Durchflussmenge in diesem Abschnitt technisch limitiert. Eine weitere Erhöhung des Durchflusses hätte zu einem kritischen Druckanstieg führen können, wodurch Schäden an der Leitung und im schlimmsten Fall ein vollständiger Ausfall der Wasserlieferung nicht auszuschließen gewesen wären.
Aufgrund der außergewöhnlich hohen Entnahmemengen bei gleichzeitig begrenztem Zulauf bestand die Gefahr, dass die Hochbehälter leerlaufen. In diesem Fall wäre eine flächendeckende Trinkwasserversorgung sowie die erforderliche Löschwasserbereitstellung nicht mehr gewährleistet gewesen. Darüber hinaus hätten die nach einem Leerlaufen notwendigen Spül-, Entlüftungs- und Wiederinbetriebnahmemaßnahmen das Versorgungssystem zusätzlich belastet.
Die Stadtwerke Rhein-Ahr haben im Netzbetrieb sämtliche verfügbaren Steuerungs- und Regelungsmöglichkeiten genutzt, um die vorhandenen Wassermengen möglichst gleichmäßig im Versorgungsnetz zu verteilen und ein Leerlaufen der Hochbehälter zu verhindern.
Zur weiteren Stabilisierung der Versorgungssituation wurde am Nachmittag des 21. Juni 2026 ein öffentlicher Aufruf zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser in den sozialen Medien veröffentlicht. Ergänzend erfolgte eine Information der Bevölkerung durch Durchsagen der Feuerwehr Remagen.
Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten bereits kurz nach ihrer Umsetzung Wirkung. In der Prozessleittechnik war ein deutlicher Rückgang der Verbrauchswerte erkennbar. Gleichzeitig konnten die Füllstände der Hochbehälter stabilisiert und ein weiterer kritischer Abfall verhindert werden.
Die Stadtwerke versuchen derzeit die großen Verbräuche genauer zu lokalisieren und werden ggf. weitere Maßnahmen einleiten.
Aktuell haben sich die Füllstände in den Hochbehältern deutlich erholt, jedoch noch immer nicht das normale Niveau erreicht. Vor diesem Hintergrund sowie der aktuellen Wetterprognosen, wird die Bevölkerung weiterhin gebeten, den Wasserverbrauch auf das Notwendigste zu beschränken. Jeder eingesparte Liter trägt dazu bei, die Wasserversorgung stabil zu halten und mögliche Engpässe zu vermeiden.