Allgemeine Berichte | 02.02.2021

Jüdischer Friedhof Heimerzheim

40 Jahre Gedenkstein

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und MdL Oliver Krauß. Foto: privat

Heimerzheim. Im November 1981 hat die Gemeinde Swisttal auf dem Jüdischen Friedhof in Heimerzheim einen Gedenkstein errichtet, der die Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wachhält, denen in der Zeit des Nationalsozialismus ihr Leben genommen wurde. Damals, am 9. November 1981, lagen die Exzesse der Pogromnacht 43 Jahre zurück: mit brennenden Synagogen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, mit dem Zerstören jüdischer Geschäfte, Einrichtungen und Häuser, mit der Schändung jüdischer Mitmenschen und jüdischer Kultur, überall in Deutschland.

Die Errichtung des Gedenksteins auf dem Jüdischen Friedhof in Heimerzheim, die sich in diesem Jahr 2021 zum 40. Mal jährt, wurde begründet in Kontakt mit der Synagogengemeinde Bonn und in einem einstimmigen Beschluss des Rates der Gemeinde Swisttal. Der Stein trägt als Inschrift den Vers eines Psalms in hebräischer und deutscher Schrift.

Im Jahr 2019 wurde im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag des Grundgesetzes zudem eine Informationstafel enthüllt, die den Ausdruck des Gedenksteins, das Schicksal des Jüdischen Volkes, historisch einordnet und zeitgenössisch übersetzt: Der Jüdische Friedhof „ist Erinnerungsstätte in Swisttal an die Ermordung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus und Mahnstätte für unsere heutige Verantwortung für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben aller Menschen“, unterstreicht der ausführlichere Text der Gedenktafel. Eigens hatte sich der „Initiativkreis Informationstafel Alter jüdischer Friedhof Heimerzheim“ für diese Verlebendigung des Erinnerns eingebracht.

Den 40. Jahrestag der Setzung des Gedenksteins auf dem Jüdischen Friedhof am Dornbuschweg, im November 2021, wollen Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß in ein kommendes öffentliches Gedenken miteinbeziehen.

„Mit dem Erinnern verbunden ist die Mahnung für unsere heutige Verantwortung, wie es die Gedenktafel auf dem Jüdischen Friedhof beschreibt. Mit dieser Zukunftswendung geht es nicht allein darum, die Verbrechen der deutschen Diktatur ins Bild zu setzen. Vielmehr müssen gerade die nachkommenden Generationen verstehen, was zwischen 1933 und 1945 in Deutschland passiert ist, ohne dass eine nennenswerte Gruppe der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen wusste. Sie können keine Zeitzeugen mehr fragen, müssen aber die richtigen Folgerungen ziehen können. Deshalb liegt sehr viel daran, das Andenken bei dem nächsten Anlass wieder im Zusammenkommen aufzunehmen, nicht zuletzt mit den Schülerinnen und Schülern.“

Festjahr 2021

Dieses Jahr 2021 wird republikweit als ein Festjahr begangen, das die 1700-jährige Geschichte des Judentums nördlich der Alpen sichtbar und erlebbar machen soll. Denn: Ein im Jahr 321 erlassenes Gesetz des römischen Kaisers Konstantin, das seinerzeit die Berufung von Juden in den Kölner Rat erlaubt, gilt als das älteste Zeugnis jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Oliver Krauß: „Das jüdisches Leben in unserer Mitte wieder aufblüht, ist großes Glück und Grund zu großer Dankbarkeit. Über die Jahrhunderte hinweg gehört die jüdische Geschichte untrennbar zu unserer Geschichte, kulturell, religiös – und hat Vielfalt und Reichtum gestiftet. In den nächsten Monaten, wie die Pandemie das zulässt, werden zahlreiche Veranstaltungen und Projekte im ganzen Land zeigen, wie das jüdische Leben uns beschenkt. Während Irrationalismus und Antisemitismus zu unentwegter Wachsamkeit alarmieren, liegt in dem Festjahr eine besondere Chance zu neuer Entdeckung und Begegnung.“ „Ich bin Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und den vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus den Swisttaler Ortschaften verbunden, dass mit der Erinnerung und mit der Mahnstätte, die auf dem Jüdischen Friedhof aufgehoben sind, die Fürsorge für das freie, unbeeinträchtigte Leben getragen wird, in sensibler Nachdenklichkeit.“

Pressemitteilung

Gemeinde Swisttal

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und MdL Oliver Krauß. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Franz Stengel: Mich wundert das es in unserer Langendorfer Straße in Neuwied nicht zu mehr Gefahren kommt denn die meisten Autofahrer denken anscheinend es wäre eine Auffahrt zum Nürburgring so wird hier gerast, aber...
  • Boomerang : Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eigentlich ein gutes Ziel. "Feministischer Kampftag" dagegen mutet an wie eine Kriegserklärung. Der moderne Feminismus ist pervertiert zu einem Anspruch die...
  • Günther: Es stellt sich nicht unbedingt die Frage der Beteiligung, sondern auch die Höhe der festgelegten Beteiligung. Soweit ich onformiert liegt der Anteil der Stadt bei 25% und die der Bürger bei 75%. Mindestens...
Helfende Hände gesucht
Rund ums Haus Daueranzeige
Heizölanzeige
Stellenanzeige
Eckfeld-Anzeige
Rund ums Haus
Gesundheit im Blick
Empfohlene Artikel

Lahnstein. Die beider Rope Skipper der Turngemeinde Oberlahnstein, Elisabeth Quraishi und Semih Göktepe, wurden bei der Meisterehrung des Turnverband Mittelrhein für ihre sportlichen Erfolge im vergangenen Jahr geehrt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Traditionsgarde Rot-Weiß Lahnstein e.V.

Rückblick auf eine wundervolle Kampagne

Lahnstein. Die Karnevalssession mag offiziell beendet sein, doch bei der Traditionsgarde Rot-Weiß Lahnstein hallt der Applaus noch lange nach. Die Mitglieder blicken auf eine glanzvolle Kampagne zurück, in der die tänzerischen Abteilungen des Vereins die närrischen Herzen in und weit um Lahnstein im Sturm eroberten.

Weiterlesen

Im Einsatz und beim Üben besser ausgestattet

Neue Schutzkleidung für die Feuerwehr dank Spende

Irlich. Der Löschzug Irlich bedankt sich bei den Geschäftsführern Stefanie Buchner und Tim Klapper vom Service- und Schulungscenter für Brandschutz Neuwied für eine großzügige Spende von Schnittschutzhandschuhen, Schnittschutzjacken und Wechsel-Overalls. Damit sind die Feuerwehrangehörigen sowohl im Einsatz als auch in der Übung nun noch besser ausgestattet und können noch sicherer arbeiten.

Weiterlesen

Rund ums Haus
Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Daueranzeige 2026
Titelanzeige
Unternehmenskauf
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Februar 2026
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick
Angebotsanzeige (Januar)
Anzeige KW 8
Hauswirtschafterin
Stellenanzeige Mitarbeiter Straßen- und Tiefbaukolonne
Küchen Image