Besonderes Konzert in Feldkirchen
40 Jahre Klais - Orgel
Neuwied-Feldkirchen. Die Klais-Orgel der Feldkirche feierte ihren 40. Geburtstag am Reformationstag mit einem Konzert. Klais in Bonn gilt aktuell als die wohl renommierteste Orgelbau-Firma Deutschlands. Sie schuf unter Anderen die Orgel der Elbphilharmonie in Hamburg. Dem war das Programm angemessen. Zur Einleitung meinten die Zuhörer, die Eurovisions-Hymne zu vernehmen. Sie hörten recht. Bernd Kämpf, A-Organist und ehemaliger katholischer Regionalkantor in Neuwied, eröffnete mit diesen Takten von Marc Antoine Charpentier, einem Komponisten aus der Zeit König Ludwigs XIV. von Frankreich. Über diese europäische Dimension hinaus gewann der Abend auch eine ökumenische, weil sofort darauf Bach folgte, der evangelische Thomaskantor zu Leipzig. Als weitere Werke geboten wurden unter anderen solche von Dieterich Buxtehude und Max Reger. Als besonderer Gast konzertierte erstmalig öffentlich Florian Thelen, erst 11 Jahre alter Schüler von Bernd Kämpf. Mit Übungen aus einer neuen Lehrschule „Orgelspiel von Anfang an“ räumte er mit der Vorstellung auf, dass man vorher Klavier spielen müsste. Zudem leitete er damit die Ausführungen seines Lehrers ein über den Aufbau der Orgel. Für ein vierhändiges Stück demonstrierte er an der Truhenorgel, dass „eine Orgel erst Wind machen muss“. Sein Lehrer konnte auf dem Cembalo direkt beginnen. Ein Cembalo ist sozusagen ein Saiten- und Zupfinstrument, das aussieht wie ein Flügel. Die absolute Präzision des folgenden Zusammenspiels der beiden an den Tasteninstrumenten überzeugte wiederum wie auch der Gesang des jungen Künstlers. Sabine Paganetti, Kantorin zu Feldkirchen und Altwied und renommierte Musikpädagogin und -therapeutin, erklärte den Aufbau einer Orgel mit zum Beispiel den Pedalen und Registern und ihr Mann setzte diese Erläuterungen in Töne um. Er erklärte auch viele technische Einzelheiten wie zum Beispiel, dass Pfeifen durch einen Deckel tiefer klingen und dennoch kurz bleiben können. Er verwies besonders auf die kostbare Truhenorgel in der Feldkirche, in der Orgelbauer solche und noch viel schwierigere Tricks anwenden müssen. Den Autor freute diese Hervorhebung, denn über die Einweihung der Truhenorgel hatte er einst berichtet. Sabine Paganetti stellte passend zu Halloween die Frage, „was sich die beiden Orgeln der Feldkirche wohl zu nächtlicher Stunde erzählten?“
Bernd Kämpf stellte mit zwei kurzen Stücken ein Regal vor, eine kleine Haus- und Hof-Orgel, die etwa zur Zeit Martin Luthers im Gebrauch war, und schloss furios mit der berühmten Toccata von Bach. Die Gemeinde spendete auch zwischendurch und erlaubt herzlichen Beifall. Die Förderung junger begabter Musiker hat in der Feldkirche eine alte Tradition. Gott sei Dank durfte dieses Konzert in Zeiten von Corona noch stattfinden, denn es erfüllte auch hygienisch strengste Vorschriften.
Im Jahr 2021 plant die Kirchenmusik an der Feldkirche wieder ein Oratorium.
Pressemitteilung
Heimat- und
Verschönerungsverein
Neuwied-Feldkirchen
