Allgemeine Berichte | 25.11.2016

Forum Soziale Gerechtigkeit - eine Initiative für den Westerwaldkreis

5. Unternehmensrundreise musste ausfallen

Es gibt nur wenige Unternehmen im Westerwald, die auch Menschen mit einem Handicap eine Chance geben

Westerwaldkreis. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Warum nicht auch jemand mit einem Handicap eine Chance geben? Sollte man meinen! Aber im Westerwald sind viele Unternehmen noch nicht soweit, um in diese Richtung zu denken. Diese Erfahrung musste jetzt das Forum Soziale Gerechtigkeit machen. Dieses lädt schon seit fünf Jahren am Jahresende zur einer Unternehmensrundreise durch den Westerwaldkreis ein, bei der dieses Thema im Mittelpunkt steht. Dabei standen immer drei Firmen als überzeugende Beispiele gelungener Integration in den Arbeitsmarkt auf dem „Reiseplan“. In dieser Woche war eine weitere Rundreise geplant, die aber abgesagt werden musste, da es keine drei Unternehmen im oberen Kreisteil gab, die zum Thema gesprächsbereit waren und die Delegation empfangen wollten.

„Die Integration von Menschen mit einem Handicap stärkt doch die Firmenkultur und den Ruf als Arbeitgeber“, so Forumssprecher Uli Schmidt. Aber überwiegend verdrängten die Firmen das Thema und zahlten lieber die dafür vorgesehen „Strafe“ in Form der Ausgleichsabgabe. Mit einer weiteren Unternehmensrundreise wollte das Forum Soziale Gerechtigkeit nun dafür werben, dass sich die Zurückhaltung der heimischen Wirtschaft gegenüber Menschen mit einem Handicap ändert. Gemeinsam mit Fachleuten aus Behörden, Politik und Sozialverbänden sollten wieder drei Unternehmen besucht werden. Im Gespräch mit der jeweiligen Geschäftsführung und beteiligten Mitarbeitern sollte wie in den vergangenen Jahren geklärt werden, welche positiven Beispiele gelungener Inklusion auf dem Arbeitsmarkt es in unserer Region gibt und, woran die Beschäftigung behinderter Menschen in der heimischen Wirtschaft allzu oft noch scheitert.

Bedauert wird, dass zu wenige Unternehmen in der Region die gesetzlich vorgegebene Beschäftigungspflicht erfüllen, wonach private und öffentliche Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen auf wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen haben. Nur vereinzelte Arbeitgeber in der Region übererfüllen die Quote. Gleiches gilt für einige Kommunalverwaltungen. Andere fallen positiv durch innovative Projekte für Benachteiligte auf.

Die Initiatoren gehen davon aus, dass der Arbeitsmarkt langfristig von einer anhaltenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften geprägt sein wird. Menschen mit Behinderung, insbesondere auch schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen, haben Potenziale, die zur Deckung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs genutzt werden können und müssen. Menschen mit Behinderung haben gegenüber Menschen ohne Behinderung oft größere Schwierigkeiten, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Doch sie sind oft nicht weniger leistungsfähig. Vielmehr sind sie – richtig eingesetzt – sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nutzen ihre Chance.

Es gibt aber Hoffnung für die Zukunft: Meist sind schwerbehinderte Arbeitslose sogar besser qualifiziert als der Schnitt aller Arbeitslosen. Dies ist ein guter Grund für heimische Unternehmer, behinderte Menschen in die Bewerberauswahl bei Stellenbesetzungen einzubeziehen. Zumal körperliche Einschränkungen häufig mit moderner Technik ausgeglichen werden können. Arbeitssuchende mit einer Behinderung sind oft motivierter und engagierter als andere, wenn sie sich in einem neuen Job beweisen können.

Im November 2017 soll ein neuer Versuch für die dann 5. Unternehmensrundreise zur Beschäftigung von Menschen mit einem Handicap in der Westerwälder Wirtschaft gestartet werden. Kontakt für interessierte Unternehmen gerne unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

Pressemitteilung

Forum Soziale Gerechtigkeit

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