Allgemeine Berichte | 04.06.2019

Vergangenheit und Gegenwart: die Gäste erfuhren viel über die Schulgeschichte der Sonnenfeldschule Hilgert

55 Jahre Sonnenfeldschule – ein Schulfest der Sinne

Schulchor als besonderes Highlight

Die Gemeinschaft der Sonnenfeldschule feierte das 55-jährige Bestehen ihrer Grundschule. Fotos: MIH

Hilgert. Jean de la Bruyère sagte einmal: „Die Kinder kennen weder Vergangenheit, noch Zukunft, und - was uns Erwachsenen kaum passieren kann – sie genießen die Gegenwart.“ Dieses Zitat scheint anlässlich eines Jubiläums, welches sich auf Aktivitäten und Geschehnisse der Vergangenheit stützt, vielleicht nicht ganz passend, zumal sich die Existenz einer Schule in Hilgert bis zurück ins Jahr 1750 verfolgen lässt. Das Schulfest, das die Sonnenfeldschule anlässlich ihres 55-jährigen Bestehens feierte, trägt diesem Zitat jedoch umso mehr Rechnung, als dass es unter dem Motto „Lernen mit allen Sinnen“ stand und die Wahrnehmung über die Sinne erfolgt ja bekanntlich im Hier und Jetzt.

Fühlen, Schmecken, Riechen und mehr

So haben die Schülerinnen und Schüler an den beiden Tagen zuvor zusammen mit ihren Projektleiterinnen und Projektleitern im Waldprojekt, im Abenteuerturnen, beim Tanzen, in einem Projekt über nachtaktive Tiere, bei Spielen und Experimenten, beim Brot backen und beim Töpfern und kreativem Gestalten mit Ton allerhand Sinnliches erfahren. Brot beispielsweise kann man beim Kneten fühlen, während des Backens riechen und beim Verzehren schmecken. Das Auge entscheidet mit, ob wir es appetitlich finden oder nicht. In der Vorbereitung und der anschließenden Präsentation während der Feierlichkeiten hatten die Kinder riesen Spaß. Ihre Eltern, Großeltern, Schulfreunde sowie die anderen Gästen konnten während des Schulfestes an den Sinnesstationen ihre Sinne testen. An der Geschmacksstation hieß es „Augen zu – Mund auf“ und die Testpersonen mussten erschmecken, was sie gerade aßen. In Fühlsäckchen versteckten sich verschiedene Materialen und man sollte ertasten, um was es sich handelt. Auch das Geräusche-Memory erfreute sich großer Beliebtheit und bei dem aufgebauten Barfußparcour hatten Kinder und Erwachsene gleichermaßen sehr viel Freude, auch wenn es an den Fußsohlen mal zwickte und piekste. Da erinnerte sich sicher manch Großer an seine Kinderzeit zurück.

Zu Beginn begrüßte die Leiterin der Schule, Katja Heyer, die Kinder, Ehrengäste und Gäste ganz herzlich und freute sich, dass sich alle die Zeit genommen hatten, um das Jubiläum der Sonnenfeldschule gebührend zu feiern.

Arthur Breiden als Vertreter des Schulträgers, der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, überbrachte herzlichste Jubiläumsglückwünsche und würdigte die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte über die Jahrzehnte hinweg. „Die Hilgerter haben allen Grund stolz zu sein. Allein die Tatsache, dass eine Schule die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all den Höhen und Tiefen, die es in der Vergangenheit gegeben hat und die tiefgreifenden Änderungen im Schulsystem schadlos überstanden hat und mit Zufriedenheit auf ihre pädagogische Arbeit der letzten fünfeinhalb Jahrzehnte zurückblicken kann, ist etwas ganz besonderes und verdient es, gewürdigt zu werden.“, so Breiden.

Erste Erwähnung der Hilgerter Schule im Jahr 1750

Einen besonderen Punkt im Jubiläumsprogramm stellte der Vortrag des ortsansässigen Heimatforschers und Chronikverfassers Claus-Dieter Schnug dar. Im Rahmen der Feierlichkeiten gab er einen spannenden Einblick in die Geschichte der Hilgerter Schulen. „Die Entwicklung des Hilgerter Schulwesens gehört zu den interessantesten Kapiteln der Ortsgeschichte. In ihr spiegeln sich die vielen Veränderungen wider, die das Dorf und seine Menschen im Laufe der Jahrhunderte erlebt haben. Von der einstigen kleinen Schule bis zur heutigen modernen Grundschule war es ein weiter Weg. Die Anfänge liegen im Dunkeln und alle Einzelheiten lassen sich gegenwärtig nicht mehr zuverlässig nachvollziehen. Es beginnt mit der Frage, in welchem Jahr die Kinder von Hilgert zum ersten Mal zur Schule gegangen sind… Die Existenz einer eigenen Schule lässt sich seit 1750 nachweisen. Vermutlich wurde sie einige Zeit davor gegründet. Wo sich die Schulstube in den Anfangsjahren befunden hat ist unklar.

Relativ gesichert ist dagegen, dass 1815 ein Umzug in ein Gemeindehaus im Bommert stattgefunden hat, das mit einem Strohdach gedeckt war und mit vielen baulichen Veränderungen noch heute existiert… 1818 besuchten 86 Kinder die Schule bis zum Alter von 14 Jahren. Wie schon zu Beginn gab es einen einzigen Lehrer für alle Schüler.“, referierte Schnug anschaulich.

Schulchor – Wir sind eine Schule

Immer wieder ein Highlight stellen die Auftritte des Schulchors dar, so auch an diesem sonnigen Nachmittag. Durch die ehemalige Schulleiterin Elisabeth Hörner wurde diese AG mit Unterstützung des damaligen Vorstands des Fördervereins der Sonnenfeldschule im Jahr 2011 ins Leben gerufen. Seitdem singen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule gemeinsam unter der Leitung von Corinna Supper-Münzer und sind mit viel Freude, Elan und Stimmkraft bei der Sache. Dabei unterstützen sie auch die Veranstaltungen der Gemeinde, wie zum Beispiel das Bommertfest mit ihren gesanglichen Darbietungen. Aus dem Jahr 2011 stammt auch das Schullied, welches anlässlich der Feierlichkeiten im Oktober 2011 nach der Sanierung der Schule uraufgeführt wurde, damals allerdings zunächst auf Elterninitiative und als Überraschung für das Lehrerkollegium von einer Handvoll Schülerinnen und Schüler einstudiert. Damit war der Grundstein für das heutige Schullied gelegt, in dem es heißt „Wir sind eine Schule, wir sind Freunde und noch mehr.“

An diesem kurzweiligen und vergnüglichen Nachmittag konnten nicht nur die Kinder die Gegenwart genießen, sondern auch die Erwachsenen trugen ein Lächeln im Gesicht. Alle konnten an den Sinnesstationen ihre Sinne testen und nahmen schöne Erinnerungen mit nach Hause.

An der Geschmacksstation hatten die Testpersonen viel Spaß.

An der Geschmacksstation hatten die Testpersonen viel Spaß.

Claus-Dieter Schnug gab eindrucksvolle Einblicke in das 270 Jahre alte Schulgeschehen der Gemeinde.

Claus-Dieter Schnug gab eindrucksvolle Einblicke in das 270 Jahre alte Schulgeschehen der Gemeinde.

Schulleiterin Jatja Heyer begrüßte die Gäste.

Schulleiterin Jatja Heyer begrüßte die Gäste.

Die Gemeinschaft der Sonnenfeldschule feierte das 55-jährige Bestehen ihrer Grundschule. Fotos: MIH

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  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
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