Puderbacher Weihnachtsmarkt trotzte Regen und Sturm
73 Aussteller lockten Publikum aus der ganzen Region an
Puderbach. Weite Wege nehmen die Menschen in Kauf, um zum Weihnachtsmarkt nach Puderbach zu kommen. Nicht nur die Besucher, sondern auch die Aussteller. So war das auch in diesem Jahr wieder bei der zweitägigen Großveranstaltung, auch am Samstag, als unerbittlicher Regen und orkanartige Windböen über den Platz vor dem Alten Bahnhof fegten. Nach etlichen Stunden des Organisierens und Aufbauens am Samstagmorgen wollte sich Marktleiter Hajo Jordan eine kleine Pause gönnen und zu Hause frühstücken. Daraus wurde nichts. Kaum hatte der Organisator den Fuß über die heimische Schwelle gesetzt, da klingelte schon das Telefon: Der Sturm hatte zwei Zelte weggerissen, in denen die Aussteller ihre Ware aufstellen wollten. Also kehrt Marsch und zurück zum Weihnachtsmarkt, wo bald auch schon die ersten Besucher eintrudelten, trotz der widrigen Wetterumstände.
Am Ende war aber doch alles wieder gut und der Sonntag bescherte dem Puderbacher Weihnachtsmarkt milde, fast schon frühlingshafte Temperaturen und immer wieder strahlenden Sonnenschein. Was natürlich dazu führte, dass sich die Marktgassen von Minute zu Minute mit Besuchern füllten, bis am Ende die Bahnhofstraße von der Mittelstraße bis zum Alten Bahnhof mit Menschen so voll war, dass kaum noch ein Durchkommen möglich war. Alle, mit denen man sprach, waren begeistert von diesem Weihnachtsmarkt, der von der Atmosphäre und dem Angebot einzigartig ist in der Region.
Einen hölzernen Bilderrahmen mit einer gestalteten Szene darin hat Carmen Beck aus Neuwied-Engers auf dem Markt gekauft. „Der ist für meine beste Freundin“, sagt die Frau stolz. Es handelt sich um eine Handarbeit und Frau Beck sagt: „Ich finde, das ist eine gute Idee!“ Zum ersten Mal ist das Ehepaar auf dem Puderbacher Weihnachtsmarkt. Wolfgang Beck sagt: „Die Fahrt hierhin hat sich gelohnt, weil das ein wunderschöner Markt ist. Es gibt hier viele Sachen, die man auf anderen Weihnachtsmärkten gar nicht sieht. Das Angebot hier ist sehr vielfältig. Das Einzige, was heute fehlt, ist der Schnee“, sagt der Mann schmunzelnd. „Aber insgesamt ist es hier wunderbar. Natürlich halten sich dementsprechend auch viele Leute hier auf und es ist ein bisschen eng, aber das nimmt man gerne in Kauf. Es ist sehr interessant hier und absolut empfehlenswert! Schöne, schöne Sachen!“
„Wir haben ein bisschen Käse gekauft und etwas Wurst und außerdem noch Geschenkverpackungen und Geschenketüten. Zum Schluss haben wir noch etwas Glühwein getrunken“, sagen Margit und Hans Didi, die den Markt gerade verlassen. „Der Glühwein am Stand der Partnerschaft Puderbach-Barenton war sehr lecker. Der vorige Verbandsbürgermeister Wolfgang Kunz hat dort ausgeschenkt! Wir kennen uns noch aus den gemeinsamen Zeiten in den Räten und haben auch ein bisschen über alte Zeiten geredet. Hier geht man gerne hin“, schließt Hans Didi sein Statement über den Puderbacher Weihnachtsmarkt ab. Erst im Mai dieses Jahres sind Alfred Schütze und seine Lebensgefährtin Marie-Luise Dunkel aus Neuwied-Feldkirchen nach Oberdreis gezogen. Der Grund: „Wir wollten immer schon mal im Westerwald wohnen. Mein Sohn wohnt hier und meine Tochter auch bald.“ Alfred besucht den Puderbacher Weihnachtsmarkt zum ersten Mal. Er findet ihn „wunderschön“. Auch dafür nennt der Rentner nachvollziehbare Gründe: „Erstens, was sehr auffällig ist, dass die Essbuden hier nicht mittendrin stehen, sondern am Rand untergebracht wurden und ein Bereich für sich sind. Das finde ich super. Der Markt ist sehr ansprechend. Vor allen Dingen habe ich das Gefühl, hier gibt es keine billige Massenware. Hier werden sehr viele handwerkliche Sachen angeboten.
„Nach dem Desaster von gestern ist das hier eine Erlösung“, freut sich Hajo Jordan am Sonntag über das gute Wetter und den massenhaften Besucheransturm auf „seinen“ Weihnachtsmarkt. Die stolze Zahl von 73 Ausstellern nennt der Puderbacher „Mister Weihnachtsmarkt“. Fast alle davon kennt er persönlich. Denn, das ist Hajo Jordans Erfahrung, fast jeder Aussteller macht hier so gute Geschäfte, dass er sich gleich beim Abbauen am Sonntagabend schon für den Weihnachtsmarkt im kommenden Jahr anmeldet, dann natürlich mit neuen ausgefallenen Produkten. Jordan: „Über die Jahre hinweg ist die Qualität der Aussteller immer höher gewachsen, und umso geringer ist die Fluktuation. Die wollen hier gar nicht mehr weg!“, freut sich der Organisator. Neu in die Ausstellergemeinschaft aufgenommen wurde in diesem Jahr allerdings ein Anbieter von handgefertigten Lederwaren.
Zu den Rennern im kulinarischen Bereich gehörten in diesem Jahr wieder die Wildspezialitäten des Hotels zur Post in Nistertal und der frische Flammkuchen. An Vereinen beteiligten sich die SG Puderbach und die Sportfreunde 09 mit dem Bahnhofscafé, die AWO, das DRK, die Kindertagesstätte, der Skiclub Adler Puderbach und der Partnerschaftsverein Puderbach-Barenton. Hinter dem Alten Bahnhof hatte die Dorfjugend Puderbach ein großes Zelt aufgebaut undverkaufte darin kalte und warme Getränke. Der Erlös wird der Kinderkrebshilfe in Bonn gespendet.
Zum musikalischen Rahmenprogramm am Sonntag trugen der Chor der Mennonitengemeinde Urbach bei, ein Alphornduo, ein Chor der evangelischen freikirchlichen Gemeinde Raubach, ein Chor der Holzbachtalschule und zum Schluss eine Formation namens „Rentierband“.
Die herzhaften Flammkuchen und Wildspezialitäten waren der Renner im kulinarischen Teil des Marktes.
Aus dem Ort Münchhausen im Westerwald stammt der Grafiker und Holzschnitzer Bernd Göbel.
An diesem Stand gab es Stoffe, Gardinen, Tischdecken und Dekorationsmaterial des Raumausstatters Bernd Büdenbender aus Altenkirchen.
