Verzögert der Schutz von Fledermäusen das Projekt auch in Zukunft?
HeimatCheck: Wershofen: Kaputte L74 bleibt ein echtes Ärgernis
Wershofen/Hümmel. Schlaglöcher, Risse und ein insgesamt stark beanspruchter Fahrbahnbelag: Für viele Anwohner ist der Zustand der L 74 zwischen Wershofen und Hümmel längst mehr als nur ein Ärgernis. Die Strecke ist in einem desolaten Zustand - das ist Fakt. Auch aus der Kommunalpolitik wird Kritik laut, insbesondere über die immer wieder verschobene Sanierung. Kürzlich machte auch Ortsbürgermeister Robert Zawada die Verschiebung des Baustarts öffentlich (BLICK aktuell berichtete).
Im Rahmen der Serie „HeimatCheck“ hat BLICK aktuell beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz nachgehakt. Dort bestätigt man immerhin: Der sanierungsbedürftige Zustand der Strecke ist bekannt.
Bei den Planungen gäbe es inzwischen Fortschritte, weiß der Landesbetrieb. Nach Angaben des LBM ist die technische Straßenplanung für den Abschnitt von Hümmel (ab der K 13) bis nach Wershofen bereits vollständig abgeschlossen. Auch die landespflegerische Begleitplanung liegt vor. Aktuell wird noch ein Rodungsplan erarbeitet, der als Voraussetzung für die weiteren Schritte gilt.
Einen konkreten Zeitplan gibt es ebenfalls, dies allerdings mit Einschränkungen: Die Maßnahme soll mit Rodungsarbeiten in der Periode 2026/2027 beginnen. Diese können allerdings aus Gründen des Artenschutzes, insbesondere zum Schutz von Fledermäusen, erst ab dem 1. November 2026 starten. Parallel dazu bereitet der LBM die Ausschreibung vor. Die Veröffentlichung ist für den Spätsommer oder Herbst 2026 vorgesehen.
Baubeginn erst 2027 - so lautet die Hoffnung
Der eigentliche Baubeginn wird derzeit für Anfang 2027 angestrebt. Warum sich die Sanierung bislang verzögert hat, erklärt der LBM mit den umfangreichen Anforderungen im Vorfeld: Neben der eigentlichen Planung seien zahlreiche Abstimmungen notwendig gewesen. So zum Beispiel in baurechtlicher Hinsicht sowie im Bereich Natur- und Artenschutz. Auch gesetzliche Vorgaben zur Wasserwirtschaft hätten berücksichtigt werden müssen. Beim LBM bittet man daher um Verständnis: Eine sorgfältige Planung sei notwendig, um die Maßnahme nachhaltig, rechtssicher und im Einklang mit Umweltbelangen umzusetzen.
Für die Anwohner entlang der L 74 bedeutet das: Eine Verbesserung ist in Sicht. Doch bis die Bagger tatsächlich rollen, wird noch etwas Zeit vergehen.
Mitmachen beim HeimatCheck!
Mit der Serie HeimatCheck bietet BLICK aktuell Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, auf Missstände oder Probleme vor Ort aufmerksam zu machen. Die Redaktion greift diese Hinweise auf, recherchiert die Hintergründe und holt Stellungnahmen der zuständigen Behörden ein. Hinweise und Themenvorschläge können per E-Mail an heimatcheck@kruppverlag.de eingereicht werden. ROB
