Allgemeine Berichte | 29.08.2018

Szenische Lesung in Adenau erinnert an Flüchtlingsdrama

80 Minuten Sprachlosigkeit

Im Rahmen der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ trugen verschiedene Referenten Texte vor, die Augenzeugenaussagen und Berichten entnommen sind.privat

Adenau. Fünf Frauen und Männer aus der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land liehen am 19. August 2018 in der Adenauer Pfarrkirche ihre Stimme geflohenen Menschen, Menschen von der italienischen Insel Lampedusa und Menschen aus Gesellschaft und Politik. Die Ereignisse um das Flüchtlingsdrama im Oktober 2013, bei dem über 350 Menschen im Mittelmeer ertranken, wurden so vergegenwärtigt. Im Rahmen der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ trugen Maria Dorsch, Elisabeth Hauröder, Bernd Hoffmann, Gregor Specht und Mario Stratmann Texte vor, die Augenzeugenaussagen und Berichten entnommen sind. Die Lesung fand im Zusammenhang mit der Ausstellung „Gott liebt die Fremden“ der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land und des Dekanates Ahr-Eifel statt.

Die AG „Unser Herz schlägt vor Lampedusa“ aus Hannover hat die Lesung mit Bildern und Musik erarbeitet. Der Text wurde von Antonio Umberto Riccò zusammengestellt und von Francesca De Iuliis, Hartwig Heine und Marcella Heine ins Deutsche übertragen. Die Musik komponierte Francesco Impastato.

Beim anschließenden Gespräch brachten die geladenen Gesprächspartner*innen und das Publikum ihre Fassungslosigkeit zum Ausdruck. Die Bilder und die Texte machten sprachlos, so Dechant Jörg Meyrer vom Dekanat Ahr-Eifel, die 80 Minuten seien beinahe unerträglich gewesen, so sehr berührte das Gesehene und das Gehört. Maria Schön, Migrationsbeauftragte des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler e.V., und Claudia Baur, scheidende Flüchtlingskoordinatorin der VG Adenau, berichteten aus ihrer Arbeit, bei der sie oft mit ähnlich dramatischen Fluchterlebnissen konfrontiert seien.

Ein Schicksal, dass die Menschen bewegt

Auch die Reaktionen aus dem Publikum zeigten, dass die Lesung die Menschen bewegt. „Wir müssen uns aber auch vor Augen halten, dass wir in Europa Mitschuld an Katastrophen wie dieser tragen, wenn wir nichts gegen die Ursachen von Flucht und Migration unternehmen“, meldete sich eine Zuschauerin zu Wort. Eine andere fügt zum Thema Integration der geflohenen Menschen an: „Es beginnt im ganz Kleinen, direkt bei uns.“ Die Spenden, die an dem Abend gesammelt wurden, kommen so auch dem Flüchtlingsnetzwerk der VG Adenau zu gute.

Im Rahmen der szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ trugen verschiedene Referenten Texte vor, die Augenzeugenaussagen und Berichten entnommen sind.Foto: privat

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