Allgemeine Berichte | 30.01.2026

Engerser Gedenkstunde am 27. Januar 2026

81. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz

Teilnehmergruppe am Gedenkstein.  Foto: Ferhat Cato

Engers. Trotz Regen und Kälte folgten mehr als zwanzig Mitbürgerinnen und Mitbürger der Einladung der Engerser Initiativgruppe „Gedenkort für die Engerser Opfer und Verfolgten der NS-Zeit“ zu einer Gedenkstunde am Gedenkstein in Engers und in der Kapelle des Heinrich-Hauses am Dienstag, dem 27. Januar 2026.

Zunächst erinnerte Günther Salz als Sprecher der Initiativgruppe an die Lebensschicksale der jüdischen Familie Mendel, den Engerser Kommunisten Heinrich-Josef Günter und den polnischen Zwangsarbeiter Franciszek Matczak. Nach einer Schweigeminute bewegte sich die mit elektrischen Kerzen ausgestattete Teilnehmergruppe schweigend zur Heinrich-Haus Kapelle, um die Gedenkstunde dort fortzusetzen. Anhand einer wahren Geschichte aus dem KZ-Auschwitz von Shalom Weiss beschäftigte sich Helmut Gelhardt mit der Frage: „Wie konntest du Mensch sein in Auschwitz“?

Ferhat Cato brachte die „Kinderhymne“ von Bert Brecht als Denkanstoß ein. Dem folgte das Lied „Die Moorsoldaten“, mit der Gitarre begleitet von Diakonin Muni Hammann. Pfarrerin Natalie Wilcke sprach Gebete aus den Psalmen und meditative Texte zum Gedenken aus der Predigthilfe zum 27. Januar von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Gemeinde Engers berichteten über ihre Beschäftigung mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer und stellten dabei persönliche Eindrücke und Empfindungen vor. Im Anschluss an ihre Beiträge fand ein moderierter Austausch zwischen den anwesenden Generationen statt. Markus Theer sprach als Küster der Heinrich-Haus-Kapelle die Fürbitten. Nach dem gemeinsamen „Vater Unser“ und dem Segen wurde als Schlusslied „Hevenu Shalom Alechem“ („wir wünschen Frieden für alle“) gesungen. Obwohl der Nationalsozialismus mit seinem Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden zeitlich immer weiter wegrückt und die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen älter werden und sterben, müsse das Erinnern an diese Menschheitsverbrechen weitergehen, war man sich einig.

Teilnehmergruppe am Gedenkstein. Foto: Ferhat Cato

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