Allgemeine Berichte | 23.03.2021, 11:47 Uhr

Lärmmessung am Rhein

81 laute Züge fuhren in nur einer Nacht durch Oberwinter

Schienenhilfe-Aktivistin Anne Hecken wohnt direkt an der linksrheinischen Bahnstrecke in Oberwinter. Foto: privat
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Oberwinter. Nachts wird es immer lauter – dieses subjektive Befinden der Anwohner:innen der Bahnstrecken am Mittelrhein stimmt. Die Deutsche Schienenhilfe hat in der Nacht von Freitag, 19. Februar auf Samstag, 20. Februar 2021 gemessen. Zwischen 22 und 6 Uhr fuhren 136 Züge durch den linksrheinischen Ort Oberwinter. Nicht alle Züge davon waren „laute Züge“. Laut Messung hatten aber 81 Züge mindestens eine Flachstelle. Dies sind Abnutzungserscheinungen an Rädern, die für eine erhöhte Lärmbelastung verantwortlich gemacht werden können. Die Anwohner:innen hören dann das berühmte „tak-tak-tak“-Geräusch. In der besagten Nacht war das Geräusch 81 Mal zu hören. Die Messung erfolgte durch Anne Hecken, Unterstützerin der Deutschen Schienenhilfe und Anwohnerin direkt am Gleis. Mittels eines Mikrofons hat sie den Bahnverkehr in der Nacht akustisch gemessen. Die Datei wurden in den Tagen danach ausgewertet. Für die „tak-tak-tak“-Geräusche wurden als Grund Flachstellen angenommen. Die Schienenhilfe spricht dann von lauten Zügen. „Das Schienenlärmschutzgesetz hat nicht geholfen. Entgegen den Versprechungen fahren immer noch laute Züge“, erklärt die selbständige Goldschmiedin Hecken: „Ich bin schwanger, brauche daher nachts viel Ruhe. Meine Hoffnungen lagen auf dem Schienenlärmschutzgesetz. Ab Dezember 2020 sollte es ruhiger werden. Daraus wurde nichts. Es wird stattdessen immer schlimmer.“

Die Deutsche Schienenhilfe fordert nun eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von Güterzügen, die durch Oberwinter, Remagen, Sinzig und Bad Breisig fahren. Pressemitteilung

Deutsche Schienenhilfe

Schienenhilfe-Aktivistin Anne Hecken wohnt direkt an der linksrheinischen Bahnstrecke in Oberwinter. Foto: privat

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