Allgemeine Berichte | 26.03.2026, 15:33 Uhr

Experte warnt vor höherer Unfallzahl

ADAC Mittelrhein: Risiko für Wildunfälle durch Zeitumstellung

ADAC Experte Christian Schmidt warnt vor erhöhtes Unfallrisiko durch Wildunfälle.

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am kommenden Wochenende steigt für Autofahrer erneut das Risiko für Wildunfälle, warnt Mobilitätsexperte Christian Schmidt.

Der ADAC Mittelrhein weist darauf hin, dass sich durch die Zeitverschiebung insbesondere der morgendliche Berufsverkehr wieder in eine Phase erhöhter Wildaktivität verlagert. „Viele Pendler sind plötzlich zu einer Uhrzeit unterwegs, in der Wildtiere besonders aktiv sind, insbesondere in der Dämmerung“, erklärt Mobilitätsexperte Christian Schmidt. „Für Tiere spielt die Zeitumstellung keine Rolle. Sie orientieren sich weiterhin an ihrem natürlichen Rhythmus und der kollidiert jetzt wieder stärker mit dem Straßenverkehr.“

Besonders gefährdete Strecken im Blick behalten

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem auf Landstraßen sowie in Wald- und Feldgebieten. Im Frühjahr sind viele Tiere verstärkt auf Nahrungssuche, zudem beginnt die Setzzeit. Besonders Rehe und Wildschweine sind häufig in Gruppen unterwegs. Ein zusätzlicher Aspekt: Studien zeigen, dass Wildtiere bekannte Wechselrouten über Jahre hinweg nutzen. Das bedeutet, dass es an bestimmten Streckenabschnitten immer wieder zu Querungen kommt, auch ohne entsprechende Beschilderung.

Müdigkeit und Unachtsamkeit als Risikofaktoren

Neben der veränderten Verkehrssituation kann auch die Zeitumstellung selbst zum Problem werden. „Ein Teil der Menschen reagiert empfindlich auf die verlorene Stunde Schlaf“, so Schmidt. „Schon leichte Müdigkeit kann die Konzentration beeinträchtigen und genau die ist entscheidend, wenn plötzlich ein Tier auf die Straße läuft.“ Zur Einordnung: Bei Tempo 100 legt ein Fahrzeug in einer Sekunde rund 30 Meter zurück – eine Strecke, die im Ernstfall über Reaktion oder Kollision entscheidet.

Verhaltenstipps für Autofahrer

Christian Schmidt empfiehlt:

  • Geschwindigkeit reduzieren, besonders in Waldnähe
  • Bremsbereit fahren und Fahrbahnränder aufmerksam beobachten
  • Bei Wild am Straßenrand: Tempo drosseln, hupen und Licht abblenden
  • Nicht ausweichen – hohes Risiko für schwere Folgeunfälle
  • Immer mit mehreren Tieren rechnen
  • Ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten

„Schon eine moderate Geschwindigkeitsreduzierung kann entscheidend sein“, betont Schmidt. „Wer langsamer fährt, gewinnt wertvolle Meter Bremsweg und damit oft die entscheidenden Sekunden.“

Kommt es dennoch zu einer Kollision, gilt:

  • Warnblinkanlage einschalten
  • Unfallstelle absichern (Warndreieck mit ausreichend Abstand)
  • Warnweste tragen
  • Polizei oder Jagdpächter informieren
  • Verletztes Wild nicht berühren
  • Wildschadenbescheinigung ausstellen lassen

Wichtig: Auch wenn das Tier flüchtet, muss der Vorfall gemeldet werden.

Versicherungsschutz beachten

Schäden durch Zusammenstöße mit sogenanntem „Haarwild“ – etwa Rehen oder Wildschweinen – werden in der Regel von der Teilkaskoversicherung übernommen. Bei anderen Tieren kann unter Umständen die Vollkasko greifen, was jedoch Auswirkungen auf die Schadenfreiheitsklasse haben kann.

„Vorausschauendes Fahren und ein angepasstes Tempo sind jetzt besonders wichtig“, fasst Schmidt zusammen. „Wer aufmerksam unterwegs ist, kann viele kritische Situationen entschärfen und trägt dazu bei, Mensch und Tier zu schützen.“

Pressemitteilung ADAC Mittelrhein

ADAC Experte Christian Schmidt warnt vor erhöhtes Unfallrisiko durch Wildunfälle. Foto: ADAC Mittelrhein e.V. / Mirco Hillmann

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Sommerfest 2026 in den Römer Thermen
Titel-Anzeige
Stellenanzeige Reinigungskräfte
Empfohlene Artikel
Foto: ROB
156

Sankt Augustin. Vermutlich seit dem 6. September wird der 51-jährige Piotr G. aus Sankt Augustin vermisst. Ein Freund, der ihn mehrere Tage nicht erreichen konnte, informierte die Polizei. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei blieben ohne Ergebnis. In Piotr G.s Wohnung fanden die Beamten sein Mobiltelefon und Portemonnaie. Hinweise deuten auf eine mögliche psychische Erkrankung hin. Vermutlich verließ er das Haus mit seinem schwarzen E-Bike.

Weiterlesen

Daniel Robbel, Chefredakteur bei BLICK aktuell.  Foto: privat
402

Manchmal beginnt eine gute Geschichte mit einem Satz, manchmal mit einem Anruf. Und manchmal einfach mit der Frage: Was bewegt die Menschen gerade? Genau darum geht es uns bei BLICK aktuell jeden Tag. Unsere Redaktion schaut sie die Themen an, spricht mit den Menschen vor Ort, gewichtet Informationen und entwickelt daraus Geschichten, die informieren, unterhalten und das Leben in unserer Region widerspiegeln.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Bei Junior-Chef Cihan Deniz und seinem Team steht die Qualität im Vordergrund.  Foto: ROB
845

-Anzeige-Kult-Kebab aus Weißenthurm gewinnt den 1. Platz bei großer Umfrage:

Amigo Arkadas ist die Nummer eins beim großen BLICK aktuell-Döner-Voting

Weißenthurm. In der Hauptstraße von Weißenthurm ist immer etwas los. Mit dem Weißen Turm, der Pfarrkirche St. Trinitatis oder der Stadthalle liegen hier gleich mehrere bekannte Anlaufpunkte der Stadt. Für ganz besondere Frequenz sorgt allerdings die Hausnummer 70. Dort befindet sich der Amigo Arkadas Grill: Ein Imbiss, der längst Kultstatus genießt und weit über die Grenzen Weißenthurms hinaus seine eingeschworene Fangemeinde hat.

Weiterlesen

Foto: Winkler TV
578

Wie es zu dem Unfall kam, ist derzeit nicht bekannt:

13.09.: Neuwied: Crash zwischen Feuerwehrfahrzeug und Auto

Neuwied. Am 13. September ereignete sich auf der Landstraße zwischen den Neuwieder Stadtteilen Oberbieber und Heimbach-Weiß, auf Höhe des Stadtteils Gladbach, ein Verkehrsunfall. Nach ersten Erkenntnissen waren ein Feuerwehrfahrzeug und ein Pkw an dem Unfall beteiligt. Zum Unfallhergang und zur möglichen Ursache liegen derzeit noch keine weiteren Informationen vor.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
465

Rhein-Sieg-Kreis. Herzlichen Glückwunsch: Eine 31-jährige Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis hat bei der Aktion Mensch-Lotterie 500.000 Euro gewonnen. Im Jahr 2025 konnten nach Angaben der Aktion Mensch rund 2,7 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Gewinn erzielen. Mit den Einnahmen aus der Lotterie werden soziale Projekte der Aktion Mensch unterstützt. Die geförderten Maßnahmen sollen unter...

Weiterlesen