Berufsbildende Alice Salomon Schule Linz
ASS-Erstklässler luden zu märchen- hafter Traumreise in die Stadthalle
Linz. Könige und Prinzen, Orientalen mit mächtigen Turbanen und Feen mit zarten Flügelchen hatten vorige Woche die Linzer Stadthalle fest im Griff. In diese luden die beiden Eingangsklassen 5a und b für Sozialpädagogik der Berufsbildenden Alice Salomon Schule (ASS) vier Mal ein, mit ihnen „Eine märchenhafte Traumreise“ zu erleben. „Sogar das Thema haben sich unsere Schüler im Herbst vorigen Jahres erstmals selber ausgesucht und dann vier Stücke gesucht. Relativ schnell waren Märchen wie Dornröschen und Rapunzel gefunden, die dann noch ergänzt wurden mit der Tausend-und-eine-Nacht-Geschichte von ‚Aladin und die Wunderlampe‘ und von ‚Alice im Wunderland‘, natürlich in einer ganz eigenen Bearbeitung“, erklärte Modulleiterin Jeannette Elfers, die zusammen mit ihrer Kollegin Mona Lehnberg wieder die Theatertaufführung begleitete. Fachmännisch unterstützt beim Einstudieren der Lieder wurden sie dabei von Musiklehrerein Birgit Schultz, der 5a-Klassenlehrerin, während die Profi-Schauspielerin und -Tänzerin Beatrice Masala sich nicht nur der Choreografie widmete.
„Vergesst nicht, Eure Headsets abzuschalten, wenn Ihr nicht auf der Bühne steht. Man hört sonst alles, was Ihr sagt. Da gibt es herrliche Geschichten von Schauspielern, die auf der Toilette über Kollegen hergezogen sind“, warnte sie die Schüler auf der Generalprobe, bei der erstmals alle vier Akte durchgespielt wurden. „Zu sehen sind die allerdings nur bei der Aufführung am Donnerstag ab 18 Uhr. Bei den Vormittagsaufführungen für Kindergärten und Grundschüler aus der Region zeigen die Schüler nur jeweils drei Stücke im Wechsel“, verriet Birgit Schultz, während Beatrice Masala gerade die jungen Schauspieler ermahnte: „Jetzt ist alles wie bei einer Aufführung. Ordnet Eure persönlichen Requisiten, damit Ihr sie vor Eurem Auftritt nicht erst lange suchen müsst!“, nachdem sie mit dem jungen Team sogar die „Applausordnung“ einstudiert hatte.
Da stand das Kinderbett für die kleine Nele (Michelle Bierstedt) schon ganz rechts auf der Bühne noch vor dem Vorhang parat. Zusammen mit ihrem großen Teddybär wartete sie auf ihre Mutter (Sarah Wilbert), dass diese ihr aus dem dicken Märchenbuch Gutenacht-Geschichten vorlesen würde. Und schon erfuhr sie den Beginn des Märchens „Rapunzel“, der mittels eines Schattenspiels auf der Bühne veranschaulicht wurde, bis die verzweifelte Königin-Mutter hinsichtlich des Verlustes ihrer Tochter mit dem umgetexteten Lied „Ich sehe jetzt ein Licht“ vor dem geschlossenen Vorhang getröstet wurde. Erst danach wurde der Blick auf den Hexenturm freigegeben, dem sich nach einem 18-jährigen Zeitsprung der Prinz näherte. Mithilfe der jungen Zuschauer erfuhr er den Namen der schönen Sängerin und auch den entsprechenden Spruch „Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ Aus ihrem Gefängnis befreit, lernte die Königstochter beim Spaziergang durch den Zuschauerraum die Welt kennen, als ein Gewitter die beiden Verliebten vor Blitz und Donner Schutz suchen ließ, natürlich im Schloss des Königs, das inzwischen von eifrigen „Kulissenschiebern“ hinter dem wieder geschlossenen Vorhang aufgebaut worden war. Dort erkannte die Königin ihre Tochter natürlich sofort und der König ließ die Hexe ins Gefängnis werfen, bevor alle zum Song „Heut‘ ist ein schöner Tag“ ein großes Fest feierten. Natürlich scheiterte der Versuch der Mutter, sich nach dem ersten Märchen fortzuschleichen. Hellwach verlangte Nele eine weitere Gutenacht-Geschichte und zwar die von „Dornröschen“, auch wenn die ASS-Inszenierung nur bedingt etwas mit dem Märchen der Brüder Grimm zu tun hatte. Zwar lag die Königstochter im Bett, allerdings nicht fest schlafend. Mit dem Lied „Im Traum bin ich frei!“ outete sie sich als Schlafwandlerin, um in Begleitung von drei Elfen ungeduldig auf ihren Prinzen zu warten. Überrascht wurde sie aber zunächst von zwei Piraten auf der Suche nach reicher Beute. Ihre Entführung verhinderte zunächst der Gestiefelte Kater, tatkräftig unterstützt vom Prinzen, dem dann aber nicht gelang, Dornröschen wachzuküssen, da diese nach einem weiteren Kuss schmachtete. Nachdem ihr „Retter“ enttäuscht abgezogen war, war der Weg frei für die Piraten, die Dornröschen auf die sieben Meere entführten, nicht ohne eine Lösegeldforderung zurückzulassen.
„Lass sie nicht fort, lass sie nicht geh’n. Es ist Zeit, wie sind bereit!“, versicherten die Elfen dem Prinzen, der sich sofort auf die Verfolgung machte, um auch dieses Märchen zu einem glücklichen Ende zu führen, so dass der verrückte Hutmacher und die grausame Herzkönigin von „Alice im Wunderland“ an der Reihe waren, bevor die Zuschauer ihre märchenhafte Traumreise mit „Aladin und die Wunderlampe“ im Orient fortsetzten.
Glückselig umarmte die Königin ihre wiedergefundene Tochter Rapunzel.
