Allgemeine Berichte | 04.07.2023

Projekt „Offene Ahr-Gärten“

Abschließen. Neu beginnen.

Die Künstlerin Angelika Furth will zwei Jahre nach der Flut ein neues Kapitel öffnen

Die Künstlerin Angelika Furth (Mitte), Kuratorin Diana Ivanova (rechts), Musiker Tommy Geller (vorne). Im Hintergrund - die Holzschnitt-Tafel, das einzige gebliebene vom Atelier der Künstlerin nach der FlutFoto: Privat

Altenahr. Ein dicht verwachsener Garten mit kleinen und größeren freien, luftigen Plätzen zum Verweilen. Auf einer dieser Inseln in Grün steht eine Staffelei, darauf ein Brett, 120x80 cm groß. „Das ist als Einziges von meinem früheren Atelier in Altenahr übrig geblieben“, sagt Angelika Furth. „Nach Monaten entdeckte ich‚ die Platte‘. Sie war als Teil einer Tür neben dem ehemaligen Atelier eingebaut worden.“ Auf einer Seite ist die Platte mit einem Holzschnitt bearbeitet, auf der anderen, der Rückseite dazu, sind die Spuren von Wasser und Schlamm enthalten. „Das bleibt so. Und heute, jetzt, schließe ich das Kapitel Flut für mich ab. Es ist Zeit dafür.“

Etwa 30 Gäste hören ihr zu, viele davon trifft sie zum ersten Mal. Alle sind zu ihrem offenen Garten gekommen, Teil des Projekts „Offene Ahr-Gärten“ der Kuratorin Diana Ivanova, die zum ersten Mal von Juni bis September kleine Kulturveranstaltungen in privaten Gärten entlang der Ahr anbietet.

Angelika Furth hat gerade erst den Schlüssel für ihr neues Atelier erhalten, dort noch nichts eingeräumt und auch noch nicht gearbeitet. „Ich werde weiter mit Stein und Holz arbeiten, das ist klar. Aber welche Themen? Das weiß ich noch nicht. Das wird sich zeigen.“

Intensiv hatte sie in Ahrbrück im Team des Versorgungszelts der Helfer mitgearbeitet, Tag für Tag Mahlzeiten und Gerichte aus gespendeten Zutaten ausgedacht, zubereitet, verteilt. Ein Kochbuch mit Fotos und Rezepten ist entstanden, und in den Texten spiegeln sich die kämpferische Verzweiflung, der Enthusiasmus und die Solidarität aller, die dabei waren. „Aber auch das hat nach und nach ein Ende gefunden“, sagt die Künstlerin und wirkt dabei nicht unbedingt traurig. „Eineinhalb Jahre konnte ich nicht arbeiten, habe erst wieder ein wenig begonnen. ‚Meine Ahr, meine Landschaft‘, das ist schon lange mein Thema. Das bleibt auch.“

Die Holzschnitt-Druckplatte „Ahrgebirge“, die jetzt in ihrem Garten für die Gäste der offenen Ahr-Gärten steht, wurde erstmals 2022 in der Künstlerausstellung des ARP-Museums, zum Jahrestag der Flut, gezeigt.

Im neuen Gästebuch der Künstlerin - das frühere wurde Opfer der Flut - beschreibt eine Kollegin einen der verschwundenen Holzschnitte, die es einmal gab. Eine Erinnerung in Worten, das Bild dazu kennt nur noch Angelika Furth selbst. Der einzige Weg, um das Verlorene zu bewahren. „Die Flut ist ‚drin‘, keine Frage.“ Mit ihrer Arbeit wird Angelika Furth nach und nach auch dieses #drin‘, dieses Innere neu gestalten und füllen.

Im Juli bieten die „Offenen Ahr-Gärten“ mehrere Veranstaltungen an, von Bad Bodendorf bis Bad Neuenahr, Marienthal und Insul. Genau zum zweiten Jahrestag der Flutkatastrophe geht es der Kuratorin Diana Ivanova darum, „das Ahrtal neu zu erleben“, zu einem traumasensiblen Austausch im kleinen Rahmen im Garten einzuladen. Ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen, Konzerten, Spaziergängen und Verkostungen, Austausch von Rezepten, Pflanzen und Ideen warten auf die Besucher. Karten kann man auf offeneahr.de buchen.

Pressemitteilung der

Offenen Ahr Gärten /

Diana Ivanova

Die Künstlerin Angelika Furth (Mitte), Kuratorin Diana Ivanova (rechts), Musiker Tommy Geller (vorne). Im Hintergrund - die Holzschnitt-Tafel, das einzige gebliebene vom Atelier der Künstlerin nach der FlutFoto: Privat

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