Allgemeine Berichte | 20.07.2020

Stadt Selters startet Kampagne „Herzliches Selters“

Acht öffentliche Defibrillatoren aufgehängt

Jens Vaßbeck und Alexander Ghabour von Stuhlfauth Medizintechnik, sowie Stadtbürgermeister Rolf Jung und Notfallsanitäter Carsten Steindorf präsentieren die Defibrillatoren und die Begleitkampagne.Foto: privat

Selters.Die Stadt Selters hat acht öffentlich zugängliche Defibrillatoren aufgehängt und informiert darüber die Bevölkerung mit einer Kampagne. Am 23. und 25. Juli lädt die Stadt zu Einführungsveranstaltungen ein. 25.000 Euro hat das Projekt gekostet. „Das ist eine Menge Geld, und es ist gut angelegt in die Gesundheit unserer Bürger“, sagte Stadtbürgermeister Rolf Jung.

Unter dem Motto „Herzliches Selters“ stehen in Selters Automatisierte Defibrillatoren (AED) bereit, die von Laien kinderleicht bedient werden können. Wenn ein Mensch kollabiert ist jede Minute wichtig. Laiendefibrillatoren müssen nur nach den selbsterklärenden Symbolen angelegt werden. Das Gerät ermittelt den Zustand des Patienten und teilt über Sprachsteuerung mit, was zu tun ist. So gibt es auch den Takt für eine Herzdruckmassage vor und stellt fest, ob und wann ein Stromimpuls gegeben werden muss. Mit den in Selters angeschafften Geräten können auch Kinder ab einem Jahr behandelt werden.

Impuls für die Anschaffung der Geräte war eine private Anfrage und ein Antrag der CDU-Fraktion. „Bei der Planung haben wir schnell gemerkt, dass wir uns dem Thema sehr intensiv widmen müssen, wenn es gut werden soll,“ erklärte Rolf Jung. Projektleiter Carsten Steindorf, Notfallsanitäter vom DRK, und Tim Heidrich von der Verbandsgemeindeverwaltung Selters prüften verschiedene Geräte und wählten aus einem kaum überblickbaren Angebot gezielt aus. Es wurden Standorte vorgeschlagen, mit den Grundstücksbesitzern gesprochen, mit Lieferanten verhandelt, die Aufhängung organisiert und die ersten Schulungen geplant. „Man kann die Stunden kaum zählen, die ich mit Tim Heidrich telefoniert habe“, sagte Steindorf. Zwei der Geräte werden in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Selters betrieben.

Lieferant Alexander Ghabour von Stuhlfauth Medizintechnik zeigte sich tief beeindruckt von der medizinischen Kompetenz in der Selterser Projektleitung und auch in der Verwaltung sowie von der Qualität der begleitenden Medienkampagne. „So gut vom Kunden durchdacht sind die wenigsten unserer Projekte“, sagte Gabhour. Stadtbürgermeister Rolf Jung bedankte sich bei allen Beteiligten, die sich mit Herzblut und Fachkompetenz für die Gemeinde eingesetzt hatten, ebenso bei den Privatpersonen und Geschäftsinhabern, an deren Hauswand Geräte aufgehängt wurden.

Innerhalb von drei Minuten sollte eine Behandlung beginnen, deshalb müssen die Geräte schnell erreicht werden können. Die vorgeschlagenen Standorte ließ die Stadt vom Ingenieurbüro Ruth Ohlemann aus Selters in einem Gutachten bestätigen. Sobald man den Deckel eines Gerätes öffnet, führt eine Sprachsteuerung durch die Wiederbelebung. „Das einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun“, sagte Alexander Ghabour, „eine Fehldiagnose des Gerätes ist ausgeschlossen“. Die Defibrillatoren prüfen und laden sich selbst, sind über das Internet verbunden, können ständig kontrolliert werden, beheizen sich auf Betriebstemperatur, geben bei Entnahme einen Alarm ab, der andere zur Hilfe rufen soll und können bei Diebstahl auch geortete werden.

In jeden Selterser Haushalt wird ein Flyer gebracht, der mit Karte über die Standorte aufklärt und versucht, die Angst vor der Benutzung zu nehmen. Plakate werben mit dem Slogan „Jetzt informieren, im Notfall Leben retten“ dafür, dass sich jeder im Vorfeld mit dem Thema und den Standorten auseinandersetzt. Arztpraxen und Apotheken melden schon jetzt Interesse an der Kampagne an. Auf der Homepage der Stadt Selters gibt es zusätzlich Lernvideos und am 23. und 25. Juli kann man sich bei Einweisungsveranstaltungen in der Festhalle mit den Geräten vertraut machen. Hierzu sind Anmeldungen in der Stadtverwaltung nötig. Nach Bedarf wird die Stadt Selters weitere Infoveranstaltungen anbieten. Carsten Steindorf macht jedoch deutlich: „Die Laiengeräte können von jedem bedient werden, man muss dazu keinen Kurs absolvieren.“ Wer aber Fragen hat oder üben möchte, kann das bei einer Veranstaltung tun oder sich beim DRK-Ortsverein melden, denn er ist es auch, der vor Ort die Geräte betreut.

Jens Vaßbeck und Alexander Ghabour von Stuhlfauth Medizintechnik, sowie Stadtbürgermeister Rolf Jung und Notfallsanitäter Carsten Steindorf präsentieren die Defibrillatoren und die Begleitkampagne.Foto: privat

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