Allgemeine Berichte | 15.06.2026, 10:45 Uhr

Wenn innere Ruhe auf organisierte Kriminalität trifft

„Achtsam morden“ und das im Mayener Arresthaus

Für das Achtsam morden, im Arresthaus gibt es bereits eine Karten-Warteliste.

Mayen. Mit der Bühnenfassung von „Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse, im Mayener Arresthaus von Jan Käfer inszeniert, ist den Darstellern Franziska Beyer, Martin Geisen und Sebastian Muskalla ein tolles Stück gelungen, das schwarzhumorige Krimikomödie und gesellschaftliche Satire gekonnt miteinander verbindet.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der erfolgreiche Strafverteidiger Björn Diemel, dessen Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Beruflicher Stress, familiäre Konflikte und die ständige Verfügbarkeit fordern ihren Tribut. Auf Anraten seiner Frau besucht er ein Achtsamkeitsseminar und das mit überraschenden Folgen. Die dort erlernten Methoden helfen ihm tatsächlich, bewusster zu leben, klare Prioritäten zu setzen und sich von belastenden Einflüssen zu befreien. Dass zu diesen Einflüssen ausgerechnet ein gefährlicher Mandant aus dem Milieu der organisierten Kriminalität gehört, setzt eine ebenso absurde wie turbulente Handlung in Gang.

Die besondere Stärke des Stücks liegt im reizvollen Gegensatz zwischen den friedvollen Lehren der Achtsamkeit und den zunehmend chaotischen Ereignissen der Unterwelt. Während Björn immer gelassener wird, geraten die Umstände um ihn herum zunehmend außer Kontrolle. Aus diesem Spannungsverhältnis entwickelt sich eine Geschichte voller überraschender Wendungen, skurriler Situationen und pointierter Dialoge.

Die von Bernd Schmidt für die Bühne adaptierte Fassung verdichtet den Stoff zu einer temporeichen Komödie, die Krimispannung und Humor wirkungsvoll miteinander verbindet. Gleichzeitig wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf den heutigen Trend zur Selbstoptimierung und die Suche nach einem erfüllten, ausgeglichenen Leben.

Das Publikum erlebte einen abwechslungsreichen Theaterabend, der gleichermaßen zum Lachen wie zum Nachdenken anregte. „Achtsam morden“ zeigt auf originelle Weise, dass die Anwendung von Achtsamkeit durchaus zu mehr Gelassenheit führen kann, auch wenn die Methoden des Protagonisten dabei nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen werden. So bleibt am Ende eine ebenso vergnügliche wie ungewöhnliche Komödie in Erinnerung, die Krimi, Satire und Gesellschaftskritik auf unterhaltsame Weise miteinander verbindet.

Da alle Vorstellungen bereits ausverkauft sind, zeigt dies das mit der „Achtsam morden“ der Nerv des Publikums zu hundert Prozent getroffen wurde.

WAM

Mimik und Gestig, darin sind die Darsteller/innen brilliant.

Mimik und Gestig, darin sind die Darsteller/innen brilliant. Foto: WAMFO.DE

Franziska Beyer, Martin Geisen und Sebastian Muskalla (v. rechts) spielten den schwarzhumorigen Bestseller.

Franziska Beyer, Martin Geisen und Sebastian Muskalla (v. rechts) spielten den schwarzhumorigen Bestseller. Foto: WAMFO.DE

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Für das Achtsam morden, im Arresthaus gibt es bereits eine Karten-Warteliste. Foto: WAMFO.DE

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