Allgemeine Berichte | 30.06.2023, 14:42 Uhr

Ahrtal-Gästeführer auf Entdeckungstour in Bonn

Gästeführerin Ute Saad (5. v. links) gemeinsam mit den Gästeführern auf der Rathaustreppe in Bonn.  Foto: Ulrike Simons
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Bonn. Gern folgten die Ahrtal-Gästeführer ihrer Kollegin Ute Saad, unter ihrer fachkundigen Leitung neue Facetten der Stadt Bonn zu erkunden. Ein Kernthema der Führung war ‚Beethoven in Bonn‘, aber die Stadt hat natürlich so viel mehr zu bieten.

Am Fuße des Beethovendenkmals gab Ute Saad einen kurzen Überblick über die Geschichte der Stadt Bonn. Dabei konnten die Gästeführer viele Parallelen zur Geschichte Ahrweilers entdecken. Besonders interessant waren die Ausführungen zum Beethovendenkmal aus dem Jahr 1845, das auf Initiative von Franz Liszt entstanden war, der sich gewundert hatte, warum die Stadt Bonn ihrem großen Sohn bisher kein Denkmal gewidmet hatte.

Ute Saad erklärte auch, warum Beethoven auf keinem Bild oder Denkmal lächelte. Da er nicht Modell sitzen wollte, hatte man eine Lebendmaske seines Gesichts angefertigt, die fortan als Vorlage für Bilder gedient hat. Es ist leicht vorstellbar, dass man unter so einer Maske nichts zu lachen hatte.

Weiter ging es zum Bonner Münster, das seit einigen Jahrzehnten den Beinamen ‚päpstliche Basilika Minor‘ tragen darf. Dort erzählte Ute Saad unter anderem, dass Beethoven zunächst große Hochachtung vor Napoleon Bonaparte hatte und ihm seine 3. Sinfonie „Eroica“ widmen wollte. Als Napoleon sich aber selbst 1804 zum Kaiser krönte, war Beethoven so enttäuscht von ihm, dass er eigenhändig die Widmung an Napoleon zerriss.

Über weitere Stationen: den Kaiserplatz, den Hofgarten, einen Abstecher zum Rhein, das Rathaus, ging es auch zum Beethoven-Haus in der Bonngasse.

Ute Saad wusste viel Interessantes aus der Geschichte und aus der jüngeren Vergangenheit zu berichten, seien es die Demonstrationen im Hofgarten oder die bewegte Geschichte der damals größten Bogenbrücke der Welt von 1898, die Vorgängerin der heutigen Kennedybrücke.

Am Beethovenhaus stand dann Beethoven noch einmal im Mittelpunkt. Er war mit 13 Jahren schon angestellt im kurfürstlichen Orchester. Sein Talent war früh erkannt worden, so dass er von seinem Mäzen, Kurfürst Max Franz, für zwei Jahre nach Wien geschickt wurde, um Unterricht bei Haydn zu nehmen. Als er 1794 nach Bonn zurückkehren wollte, waren die Franzosen in Bonn einmarschiert. Der Kurfürst und sein Hoforchester existierten nicht mehr. Deshalb entschloss Beethoven sich, in Wien zu bleiben, wo er bekanntlich zu großem Ruhm gelangte.

Mit einer Menge neuer oder wieder aufgefrischter Informationen ging ein interessanter Sommerabend zu Ende. Die Teilnehmer bedankten sich herzlich bei Ute Saad für das kurzweilige Programm.

Gästeführerin Ute Saad (5. v. links) gemeinsam mit den Gästeführern auf der Rathaustreppe in Bonn. Foto: Ulrike Simons

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