Allgemeine Berichte | 18.10.2016

Der Rhein-Lahn-Kreis informiert

Alleinerziehende tragen höchstes Armutsrisiko

Rhein-Lahn-Kreis. „Fast eine Million Kinder alleinerziehender Eltern leben in Armut“ – Darauf machen die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten aus Anlass des „Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut“ aufmerksam. „In Deutschland tragen Alleinerziehende und ihre Kinder das höchste Armutsrisiko“, so heißt es in einem Appell, der jetzt veröffentlicht wurde. Auch im Rhein-Lahn-Kreis besteht dieses Risiko, weiß Alice Berweiler-Kaufmann, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. Ein Grund: Diejenigen, die zum Unterhalt verpflichtet sind, kommen diesen Verpflichtungen häufig nicht nach, der Staat muss also einspringen. Berweiler-Kaufmann berichtet: „Im Rhein-Lahn-Kreis wurden 2015 insgesamt 1.224.601,51 Euro an Unterhaltsvorschussleistungen gezahlt.“ Schon diese Zahl mache die Dringlichkeit des Appells auch für die Region besonders deutlich.

Den Appell zum 17. Oktober haben zahlreiche Institutionen und Einrichtungen unterzeichnet. Neben der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sind dies unter anderem der Deutsche Frauenrat, der Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter, der Sozialdienst katholischer Frauen, das Frauenwerk der Nordkirche und die Selbsthilfeinitiativen Alleinerziehender (SHIA e.V.). Schon seit vielen Jahren weisen diese und weitere Organisationen auf fortschreitende Verarmung von Alleinerziehenden und ihren Kindern hin und fordern die Politik zum Handeln auf.

Die Situation Alleinerziehender hat sich in den letzten zehn Jahren weiter verschlechtert

Nach den Angaben einer Studie der Bertelsmann Stiftung hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Situation Alleinerziehender weiter verschlechtert statt verbessert. Nach dieser Studie erhielten im Jahr 2014 42 Prozent der Alleinerziehenden ein Einkommen, das weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Das sind 6,6 Prozent mehr als 2005. Im gleichen Zeitraum ist das Armutsrisiko bei Paarfamilien dagegen um fast zwölf Prozent gesunken. Und: Ein-Eltern-Familien sind fünfmal häufiger im SGB II-Bezug als Paar-Familien, obwohl mehr als drei Viertel der Alleinerziehenden über einen mittleren bis hohen Berufsabschluss verfügen.

90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Die Hälfte der Kinder von Alleinerziehenden erhält keinen Unterhalt, obwohl er ihnen zusteht. 25 Prozent bekommen weniger als ihnen zusteht, weil der entsprechende Elternteil (mehrheitlich Väter) unregelmäßig oder zu wenig zahlt.

Knapp eine Million Kinder von Alleinerziehenden lebt von Leistungen nach dem SGB II. Oft müssen Einelternfamilien nur deshalb Leistungen nach dem SGB II beantragen und sich den Restriktionen des Jobcenters unterwerfen, weil die unterhaltspflichtigen Elternteile ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen.

Der Appell aus Anlass des „Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut“ richtet sich an die politisch Verantwortlichen, „endlich Rahmenbedingen zu schaffen, die es Alleinerziehenden ermöglichen, ihren Lebensunterhalt sowie den ihrer Kinder langfristig und nachhaltig durch eigene Erwerbstätigkeit zu sichern.“ Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter hat daher eine bundesweite Kampagne gegen Frauenarmut gestartet. Informationen, Videos und Audios zur kostenfreien Nutzung finden sich im Internet unter: www.frauenbeauftragte.de. Den vollständigen Appell zum 17. Oktober kann auch im Internet unter www.rhein-lahn-kreis.de unter dem Punkt „Gleichstellung“ nachgelesen werden.

Pressemitteilung des

Rhein-Lahn-Kreises

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