Am Sonntag wurde das vierte Teilstück des Martinwegs am Mittelrhein eröffnet
Aller guten Dinge sind vier
Kreis Neuwied. Der Landkreis Neuwied ist um eine Attraktion reicher geworden. Nachdem bereits am 3. Oktober des vergangenen Jahres das erste Teilstück des Martinswegs am Mittelrhein zwischen der Sankt Martin Kirche in Linz und dem Alloheim in Rheinbrohl eröffnet wurde, folgten am 4. November, am 6. Januar und am vergangenen Sonntag die Teilstrecken II, III und IV. Diese führen von (II) Rheinbrohl (Alloheim) zur Jugendherberge „Kloster Leutesdorf“, (III) von der Jugendherberge zur evangelischen Kirche in Niederbieber und (IV) von Niederbieber zur Martinskirche in Engers.
Der Weg ist dabei natürlich in beiden Richtungen begeh- und planbar und es wurden bisher die Streckenabschnitte eröffnet, welche auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen möglich sind. In 2018 werden für anspruchsvollere Wanderer auch Alternativrouten bekanntgegeben und vorgestellt.
Geschichte eines Erzbischofs
Der Pilgerweg am Sonntagmittag begann mit einer Führung in der evangelischen Erzbischof-Hermann-zu-Wied-Gedächtniskirche in Niederbieber. Kirchenführerin Erika Wortig erklärte den über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Interessantes zum Bau der Kirche, welcher mit Turm und Chor bis in die romanische Zeit zurückreicht und zu den hier befindlichen Grabdenkmälern der Familie zu Wied.
Volker Collinet, Pastoralreferent des Dekanates Rhein-Wied schloss hier einen Impuls zum Start des Pilgerweges an, bevor die Gruppe dann Richtung Engers startete.
Unterwegs traf man in Torney auf einen „waschechten“ Martin: Martin Wassmann heißt nicht nur wie der Heilige, sondern ist auch auf dessen Patronatstag, dem 11. November geboren. Wassmann engagiert sich als Wahl-Torneyer vielfältig für seine Mitmenschen. Er überraschte die Gruppe mit seinen Erzählungen und mit frischen Laugenbrezeln, denn „Teilen“ und anderen eine Freude machen ist ihm eine große Herzensangelegenheit.
Einiges um Rommesdorf entdeckt
Nach einer kurzen Meditation am Kreisel in Torney führte der Weg weiter zur Kirche Maria Himmelfahrt in Gladbach. Hier gab es eine kurze Besichtigung, bevor dann ein Höhepunkt des Tages anstand, die Besichtigung der Abtei Rommersdorf. Leider musste die vereinbarte Führung durch Dr. Ute Hartmann krankheitsbedingt abgesagt werden, aber Beate Zwick vom Dekanatsrat Rhein-Wied, sprang spontan ein und übernahm die Besichtigung mit der Gruppe. Und für diese gab es so einiges zu entdecken.
Wie zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten findet man auf der Internetseite www.martinsweg-am-mittelrhein.de des Pilgerweges nähere Informationen.
Pilgerziel: Sankt Martin in Engers
Mit der Abtei Rommersdorf war das Tages- und vor allem Endziel des Martinsweges aber noch nicht erreicht, es fehlten noch rund 4,7 Kilometer bis zur Martinskirche in Engers. Einen Zwischenimpuls gab es hier noch einmal am „Siebenschläfer“-Stein bevor dann der Kurs auf der – im olympischen Sinne – Zielgeraden erfolgte.
In der katholischen Kirche in Engers wartete bereits Pastor Heinz Christ auf die Gruppe mit einem kurzen Wortgottesdienst. „Der Weg ist in diesem Falle nicht das Ziel, sondern unsere Kirche ist das Ziel des Pilgerweges. Ich freue mich darüber, dass so viele dabei sind“.
Wo Sankt Martin heute wirkt
Im Gebet „In Martin kommt uns Christus nahe“ beteten alle zusammen und verehrten den Heiligen als den Patron der Pfarrgemeinde aber auch des Pilgerweges. Martin hat Menschen von Krankheit und Gebrechen, von Angst und Traurigkeit geheilt, er hat Menschen zu Christus geführt und Gemeinschaft gestiftet. Genau darin liegen auch die Beweggründe für die Einsetzung eines Martinpilgerweges. Orte und Einrichtungen von Linz bis Engers zu finden, wo der Heilige Martin heute wirkt. Durch Nächstenliebe, durch soziales Engagement, durch kirchliche Einrichtungen. Einmal Ruhe und inneren Frieden zu finden und sich eine Auszeit nehmen, dabei die Reize der Landschaft zu erleben, ob vor der eigenen Haustüre oder auch Gäste, die sich gezielt auf den Weg machen.
„Wir bitten für die Menschen in allen Ländern Europas: dass sie im heiligen Martin ein Vorbild erkennen und bereit sind, mutig und nüchtern zu tun, was gut ist“, hieß es unter anderem in den Fürbitten.
Das Abschlussgebet hielt Peter A. Gillrath, Fördervereinsvorsitzender der Martinskirche in Linz.
Nach dem Wortgottesdienst fand ein gemütliches Beisammensein im Pfarrheim statt. Hier hatten Frauen des Pfarrgemeinderates eine leckere Hackfleisch-Käse-Lauch-Suppe zubereitet und es gab die Gelegenheit sich noch einmal über das Erlebte auszutauschen.
Rückblick
Die Teilstrecken II und III wurden am 4. November und 6. Januar eröffnet. Am 4. November führte der Weg vom Alloheim (Sozialpsychiatrisches Zentrum) in Rheinbrohl bis zur Jugendherberge „Kloster Leutesdorf“. Stationen waren hierbei in Rheinbrohl die Maria-Hilf- und die Gertudenkapelle, eine Führung in Sankt Georg Hammerstein mit Michael Hammerstein, ein Empfang und eine Vorstellung im Leutesdorfer Christkönigshaus mit anschließender Besichtigung der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz und zum Abschluss die Jugendherberge.
Am 6. Januar konnte die dritte Etappe wegen Hochwassers nicht dort beginnen, sondern der Weg führte von der Pfarrkirche in Leutesdorf über kleine Hochwasserumwege zur Neuwieder Feldkirche. Hier gab es einige Informationen durch Küster Edgar Edel. Ziel der dritten Etappe, welche auch wieder einige Impulse enthielt, war dann die evangelische Kirche in Niederbieber, von welcher man sich am Sonntag auf den Weg nach Engers machte. Die Impusle sind wichtiger Bestandteil des Pilgerweges, die Gruppe hält an und inne, sammelt sich wieder und macht sich Gedanken zu ihren Anliegen und Bitten. Auch ist die Gruppe stets am vorangetragenen Kreuz zu erkennen. Der liebevoll genannte „Herr“ begleitet und beschützt alle Mitpilger auf ihrem Weg. Die kommenden Termine und weitere Informationen findet man auf der Internetseite www.martinsweg-am-mittelrhein.de.
In der Abtei Rommersdorf gab es einiges zu entdecken.
