Kinder erkunden Streuobstwiese und bauen Lebensräume
Alles wächst, krabbelt und fliegt
Lernen am Objekt in der Obstwiesenpädagogik
Wachtberg. Bei bestem Sonnenschein erkundeten die 23 Schüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule aus Bad Godesberg auf der Streuobstwiese der Familie Hochgürtel die Natur, wie man sie in den meisten heimischen Gärten nicht kennenlernt. Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld, der Bezirksbürgermeister aus Bad Godesberg, Christoph Jansen, der Geschäftsführer des Naturparks Rheinland, Harald Sauer, sowie Christoph Boddenberg als Vertreter des Landschaftsverbands Rheinland stellten das vom LVR mit 250 000 Euro geförderte Projekt „Obstwiesenpädagogik“ vor.
In diesem Projekt lernen die Schüler die Natur nicht nur hautnah kennen. Begleitet von den Projektleiterinnen und der Bio-Landwirtin Dorothee Hochgürtel entdecken sie, was man mit dem, was in der Natur wächst, machen kann. So teilten sie sich die Schüler in zwei Gruppen auf, von denen eine Wiesenkräuter, Tiere und Funktion einer Streuobstwiese kennenlernte, die andere eine Bentjeshecke baute. Schon im Vorjahr hatten Schüler mit dem Bau eines solchen Heckenabschnitts begonnen. In der Hecke des Vorjahres fanden die Neulinge schon ein Vogelnest in den aufeinandergeschichteten Ästen. „Die Hecke schützt zum einen die Plantage. Außerdem bietet sie Lebensraum für viele Tiere und Insekten, deren Lebensbedingungen sich in den letzten Jahren verschlechtert haben“, erklärte die Landwirtin.
Nach einem Mittagssnack tauschten die Gruppen die Arbeitsbereiche, sodass jeder die Gelegenheit bekam, möglichst viele Facetten der Streuobstwiese kennenzulernen. Zum Abschluss gab es für alle ein Picknick mit selbst hergestelltem Kräuterquark und Kräuterbutter aus selbst gesammelten Pflanzenteilen mitsamt naturtrübem, hiesigem Apfelsaft.
Zukünftig sollen solche Exkursionen für Grundschullehrer auch ohne die Begleitung der Profis möglich sein. Deshalb erarbeitet Xenia Scherz von der biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises derzeit eine Dokumentation, die auf die Schulen und die von ihnen genutzten Wiesen zugeschnitten ist. So seien die entsprechend ausgestatteten Grundschullehrer demnächst in der Lage, kleine Exkursionen in die Natur auch ohne personelle Begleitung durchzuführen.
Jennifer und Jasper sammelten Kräuter für Quark und Butter. Foto: Petra Reuter
Eric schichtet Äste für die Bentjeshecke auf. Foto: Petra Reuter
