Allgemeine Berichte | 16.04.2025

Wäller kamen mit vielen Anregungen vom Deutschen Seniorentag in Mannheim zurück

Alt werden lohnt sich, aber man muss was dafür tun

Wäller informieren sich am Stand der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), die auch im Westerwald einige Mitglieder hat.  Foto: Richard Jaros

Montabaur. Anfang April fand der 14. Deutsche Seniorentag in Mannheim statt. Er stand unter dem Motto „Worauf es ankommt“. Organisiert vom Generationen- und Integrationsbüro der Verbandsgemeinde Montabaur, beteiligten sich zahlreiche Seniorinnen und Senioren an einer Fahrt zu der bundesweitern Großveranstaltung. Die Teilnehmenden konnten sich in zahlreichen Vorträgen rund um die älter werdende Gesellschaft informieren und sich an vielfältigen Informationsständen und Mit-Mach-Aktionen inspirieren lassen. Die Fahrt hatte sich für alle gelohnt, wie die nachfolgenden Eindrücke verdeutlichen. Eine beeindruckte Teilnehmerin war die Digitalbotschafterin Hildegard Jöris aus Montabaur: „Ich war von der Fülle der Angebote überrascht und gleichzeitig überfordert, um alles in den wenigen Stunden anzusehen oder zu hören“, so die seit vielen Jahren in der Seniorenarbeit aktive Rentnerin. Besonders fasziniert war sie vom Vortrag „Kriminalpräventives Gedächtnistraining“ mit einer spannenden Verknüpfung zwischen Gedächtnistraining und Prävention von Trickbetrügern. Klar, dass sie sich auch mit dem Angebot des „Digital Pakt Alter“ beschäftigt hat und für ihre wichtige Arbeit in der VG Montabaur dazulernen konnte.

Eine andere Mitfahrerin berichtete von einem interessantes Gespräch am Stand des „Sozialdienst muslimischer Frauen“, die über ihre soziale und caritative Arbeit berichteten. Inklusive Kultur und religionssensible Altenhilfe waren die Themen. Klar wurde dabei: nachhaltige Strukturen für pflegebedürftige muslimische Senior*innen und deren Angehörige sind auch bei uns im Westerwald ein nicht zu vernachlässigendes Thema.

Mit an Bord war auch Inge Schmidt von der Bürgergemeinschaft „Mach mit e.V.“ im Kannenbäckerland. Nach ihrer Ansicht zeigte der bundesweite Seniorentag eindrucksvoll die Vielfalt des Engagements. Allerdings sei es bei dieser Vielzahl von Ständen (180 Aussteller) bei einem Tagesbesuch nur möglich eine kleine Auswahl zu treffen. „Das ist ein Argument dafür, dass wir sowas in Klein auch mal heimatnah selbst organisieren und dann viele Engagierte in der Region miteinander ins Gespräch kommen können“, so die engagierte Seniorin aus Hilgert. Sie nehme jedenfalls die Begeisterung dafür mit in den Westerwald, mit der sich viele Menschen und Organisationen für eine intakte alternde Gesellschaft einsetzen.

Viel Beachtung fand die Gesprächsrunde „Die Verletzlichkeit des Alterns“ mit dem früheren Bundesminister und ehemaligen BAGSO-Vorsitzenden Franz Müntefering. Eine Teilnehmerin aus der Kreisstadt zitierte den ehemaligen Sozialpolitiker: „Die Gesellschaft muss sich darum kümmern, die Alten mit reinzuholen, niemand darf altersbedingt aussortiert werden“. Gefallen hat auch ein Zitat der am Gespräch beteiligten Prof. Dr. Annelie Keil: „Alt werden lohnt sich, aber man muss selbst was dafür tun“.

Besonders beeindruckt von dieser Gesprächsrunde war auch Sr Barbara Spiegelhoff als Gemeindeschwester+ der VG Montabaur. „In einer sehr offenen und auch durchaus humorvollen Art haben wir uns dazu ausgetauscht, welche Facetten das Alter hat und was es für ein gutes Leben im (höheren) Alter braucht.“ Auch seien die Thesen von Franz Müntefering beispielsweise dadurch aufgelockert worden, dass er den Rat gab, die Stolperfalle Nr. 1 - den Teppich nämlich - im wahrsten Sinne des Wortes einfach mal an die Wand zu nageln, statt ständig darüber zu fallen! „Wir mussten trotz den ernsten Themen mehrmals herzlich lachen“, so die engagierte Gemeindeschwester.

Für Richard Jaros, als in der VG Höhr-Grenzhausen seniorenpolitisch Engagierter, stand ein anderer Aspekt im Vordergrund: er nutze die viel zu schnell verstreichende Zeit mehr für Gespräche an den vielen Ständen und weniger zur Teilnahme an den spannenden Diskussionsrunden. „Habe einige Gespräche geführt, teilweise auch mit Teilnehmern anderer Kulturkreise, welche im Hinblick auf die dort auch älter werdenden Gesellschaften sehr informativ waren‘“, so Jaros. Bei solchen Gelegenheiten bekomme man Einblicke, welche bei Urlauben seltener möglich seien.

Das Thema „Gut Leben im Alter“ ist eine Herzensangelegenheit des Generationenbüros der Verbandsgemeinde Montabaur. „Der Seniorentag mit seinem vielfältigen Angebot machte deutlich, dass sich jede und jeder frühzeitig mit dieser Thematik auseinandersetzen sollte“, so die Generationenbeauftragte Judith Gläser.

Als Koordinator des Netzwerkes „Senioren-Rat Westerwald (SeRaWe)“ nahm Uli Schmidt (Horbach) an der Veranstaltung „Gut alt werden in Kommunen: Altenhilfe nach § 71 SGB XII“ teil. Es geht um die Frage, was die kommunale Ebene tun muss oder was sie freiwillig tun kann. Als Ergebnis wurde von ihm mit zurück in den Westerwald genommen: „Die Kommune muss es nicht machen, aber sie muss dann begründen, weshalb sie nix macht!“. Deutlich wurde, dass man nicht für alles viel Geld benötigt, sondern, dass mit Engagement auch viel zu gestalten und die starren Strukturen aufzulösen seien. Beispielsweise im Westerwaldkreis mit spürbaren Schritten zur Umsetzung der Seniorenpolitischen Konzeption (SPK).

Pressemitteilung

Senioren-Rat Westerwald

Wäller informieren sich am Stand der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), die auch im Westerwald einige Mitglieder hat. Foto: Richard Jaros

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