Kultursommer Rheinland-Pfalz
Alte Meister in elektronischer Interpretation
Konzert mit Josef Marschall „electronic manoeuvres“
Linz. Im Rahmen des „Kultursommer Rheinland Pfalz 2017“, sowie weiterer Förderung durch die „Stiftung Sparkasse der Stadt Linz/Rh.“ und in Zusammenarbeit mit dem Förderverein St. Martin-Kirche Linz/Rh. e.V. ist bis zum 16. Juli 2017 in der alten Pfarrkirche St. Martin in Linz/Rh. die Kunstausstellung „Bildersturm“ zu sehen. Nicht nur Werke von 16 aktuellen Künstlern, sondern auch Lesungen und Konzerte begleiten diese Ausstellung (Eintritt frei).
„electronic manoeuvres“
Die Ankündigung des Konzertes „electronic manoeuvres“ mit Josef Marschall ließ im Vorfeld spannende Erwartung mit der Frage aufkommen: Wie ist es möglich alte Meister in elektronischer Interpretation darzustellen?
Josef Marschall, Komponist und Synthesist, teilte dem Förderverein St. Martin im Vorfeld folgendes mit: „Der Reiz, einen „Bildersturm“ auch musikalisch zu inszenieren und klassische Literatur der Musikgeschichte im zeitgenössischen Klangerlebnis elektronischer Musik zu „reformieren“, war für mich die Initialzündung zu einem einzigartigen Projekt. Im Zentrum dieses Projektes steht die elektronische Uraufführung von Gustav Holsts spätromantischer Komposition „Die Planeten“. Ich adaptierte die siebenteilige Suite für großes Orchester und arrangierte sie für zwölf Synthesizer. Die Suite fasziniert in ihrer musikalischen Tiefe, die im Gewand der Planeten die großen Existenzfragen des Lebens zum Klingen bringt. In der sensiblen Interpretation entfaltet diese Komposition ganz eigene Ausdruckskraft, die in der Kirche St. Martin einen ihrem spirituellen Inhalt entsprechenden Resonanzraum findet.Die ganz eigenen Klang- und Interpretationsmöglichkeiten elektronischer Musik werden im weiteren Programm an Transkriptionen bekannter Kompositionen von Bach, Debussy und Ravel für den Musikliebhaber wahrnehmbar. Dieses besondere Konzert öffnet für den Zuhörer ein außergewöhnliches Hörerlebnis zwischen Tradition und Gegenwart, in dem Vertrautes neu zum Klingen kommt“.
Mit großer Spannung wurde der Abend des Konzertes am 10. Juni 2017 erwartet!
Die Eröffnung „Fantasie an B.A.C.H.“ und die „Sinfonia in D“ – Vorspiel zur Rathswahlkantate von J.S. Bach in Interpretation von Josef Marschall ließen das Publikum den Atem anhalten. Standing Ovations zollten dem Komponisten schon jetzt Hochachtung und Respekt vor dieser großartigen Darbietung!
Aber der Höhepunkt sollte noch kommen!
Die elektronische Uraufführung von Gustav Holsts spätromantischer Komposition „Die Planeten“, Suite von Gustav Holst! Die einzelnen Planeten, die nun „musikalisch in der Martinskirche Einzug hielten“ konnte jeder Zuhörer erspüren, erfahren und mit dem Herzen sehen!
Mars - der Kriegsbringer, Venus – die Friedensbringerin, Merkur – der geflügelte Bote, Jupiter – der Bringer der Fröhlichkeit, Saturn – der Bringer des Alters, Uranus – der Magier, Neptun – der Mystiker. Die Lichteffekte, die diese Werke untermalten, reichten bis in die höchsten Höhen über dem Altarraum. Es herrschte atemlose Stille und dann frenetischer Applaus.
„Claire de Lune“ von Claude Debussy hatte wohl auch noch niemand in einer Synthesizer-Darbietung gehört. Wiederum ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art!
Der krönende Abschluss mit dem „Bolero“ von Maurice Ravel war überwältigend. Ein sicherlich oft gespieltes Stück, aber Josef Marschall füllte mit seiner Interpretation nicht nur den ganzen Kirchenraum bis zum Sterngewölbe, sondern jedes einzelne Herz der Zuhörer!
Der Applaus wollte nicht mehr enden. Jeder spürte, das Josef Marschall nicht nur einen unfassbaren körperlichen, geistigen und musikalischen Einsatz geleistet, sondern seine ganze Seele in sein Konzert der „electronic manoeuvres“ gelegt hatte.
Mit seinem Eintrag in das Gästebuch von St. Martin ging an diesem Abend ein einmaliges Konzert zu Ende, das in allen nachklingen und niemand vergessen wird! Der Förderverein St. Martin-Kirche Linz/Rh. e.V. und die Stadt Linz danken Herrn Marschall von ganzem Herzen für dieses außergewöhnliche Hörerlebnis!
Weitere Informationen zum „Bildersturm“ unter www.kunst-am-mittelrhein.de
