Allgemeine Berichte | 20.02.2019, 11:36 Uhr

Deutscher Tierschutzbund veröffentlicht Datenauswertung

Animal Hoarding ist bundesweit ein Problem

Die Aufnahme zahlreicher, oft kranker Tiere aus Animal Hoarding-Fällen bringt die Tierheime vielfach an ihre Grenzen. Quelle: Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.
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Bonn. Animal Hoarding, das krankhafte „Sammeln“ von Tieren, stellt ein bundesweites Problem dar. In den letzten Jahren werden tendenziell immer mehr Fälle bekannt, wie eine nun veröffentlichte Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes zeigt. Neben den betroffenen Tieren, die unter den tierschutzwidrigen Haltungen leiden, haben die Tierheime mit der hohen Anzahl und der Behandlung der oft verwahrlosten Tiere personell und finanziell zu kämpfen.

„Viele der gehorteten Tiere leben über lange Zeit in untragbaren hygienischen und nicht artgerechten Haltungsbedingungen; sie werden weder medizinisch versorgt, noch richtig ernährt“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Tiere pflanzen sich unkontrolliert fort, sodass bei einer Beschlagnahmung viele, meist kranke Tiere vorgefunden werden, was in der Folge auch für die Tierheime eine enorme Belastung darstellt.“

Seit Beginn der Dokumentation der Fallzahlen im Jahr 2012 waren insgesamt mindestens 17.055 Tiere betroffen. Die Anzahl der Tiere pro Fall lag dabei zwischen fünf und maximal eintausend. Im Durchschnitt wurden 76 Tiere gehortet – in den meisten Fällen Katzen, gefolgt von Hunden und kleinen Heimtieren, vor allem Kaninchen. Während die Gesamtzahl der gehorteten Tiere in einer früheren Auswertung (Zeitraum 2012-2015) bei 9.174 Tieren lag, wurden im Zeitraum von 2016 bis Mitte 2018 bereits insgesamt 7.581 Tiere erfasst. Ob die tendenziell steigende Anzahl der Fälle und die damit einhergehende größere Anzahl gehorteter Tiere auf eine tatsächliche Zunahme von Animal Hoarding zurückzuführen ist, bleibt jedoch unklar. Ebenso könnte ein verbesserter Vollzug, eine häufigere Berichterstattung in den Medien oder eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit und damit eine vermehrte Meldung von Verdachtsfällen bei Polizei und Veterinärbehörden Ursache für den Anstieg sein.

Enorme Belastung für Tierheime

Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime werden pro Jahr im Schnitt mit fünf Fällen von Animal Hoarding konfrontiert. Meist muss dann eine große Zahl oft unterernährter oder kranker Tiere auf einmal aufgenommen und versorgt werden. Die Tierheime geraten dadurch häufig an ihre finanziellen und personellen Grenzen. Als Dachverband fordert der Deutsche Tierschutzbund daher schnelle und zuverlässige finanzielle Unterstützung von Behördenseite für die Tierheime. Um Animal Hoarding einzudämmen, macht sich der Verband zudem für ein Zentralregister von Animal Hoardern und für eine Heimtierschutzverordnung stark, welche durch Vorgaben zur Zucht und Haltung einzelner Tierarten den Vollzug in vielen tierschutzwidrigen Haltungen deutlich erleichtern würde. Auch fordern die Tierschützer eine Anerkennung von Animal Hoarding als Krankheitsbild, damit Hoarder psychologisch therapiert und Rückfälle verhindert werden können.

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Die Aufnahme zahlreicher, oft kranker Tiere aus Animal Hoarding-Fällen bringt die Tierheime vielfach an ihre Grenzen. Quelle: Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.

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