Allgemeine Berichte | 01.06.2021

Arbeitsmarktreport für den Monat Mai

Arbeitsmarkt entspannt sich weiter

Arbeitslosigkeit sinkt, aber noch große Lücke zur Vor-Corona-Lage

Kreis Ahrweiler. Die Inzidenzwerte sinken, Freiheiten kehren zurück, sogar das Wetter scheint sich auf den Frühling zu besinnen – und auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. Allerdings ist es noch ein weiter Weg, bis der Vor-Corona-Zustand erreicht sein wird.

Ende Mai zählten die Statistiker der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im Landkreis Ahrweiler 2.957 arbeitslose Frauen und Männer. Das sind 149 weniger als vier Wochen zuvor und 213 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,2 Punkte auf 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,5 Prozent.

Allerdings: „Mittlerweile haben sich die Prämissen beim Vorjahresvergleich deutlich verschoben“, erklärt Agenturleiter Frank Schmidt. Erlaubte der Blick ins Vorjahr bislang einen Vergleich zwischen Corona und Nicht-Corona, hat sich dies nun geändert. „Da der Mai 2020 bereits deutlich von der Pandemie geprägt war, vergleichen wir nun Corona mit Corona.“ Natürlich sei die Reduzierung der Arbeitslosigkeit auch unter diesem Blickwinkel erfreulich. Wer die Werte aus dem Jahr 2019 heranziehe, erkenne aber, dass die Krise am Arbeitsmarkt noch nicht überwunden ist. Denn damals waren 705 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 3,2 Prozent.

Trotzdem ist Frank Schmidt optimistisch. Denn andererseits sei die monatliche Arbeitsmarktbilanz immer ein Blick zurück. „Wir können ablesen, wie es in den letzten Wochen gelaufen ist. Aber über das Hier und Jetzt oder gar die nahe Zukunft sagen die Zahlen meist nichts aus.“ Gerade im Augenblick gebe es jedoch klare Signale, die sich relativ schnell auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen müssten, meint Schmidt. „Geschäfte öffnen und auch die Gastronomie darf in den meisten Gegenden wieder Besucher empfangen. Davon verspreche ich mir für die nächsten Monate besonders in den von der Pandemie am härtesten betroffenen Branchen eine deutliche Entspannung. Insofern bildet die aktuelle Statistik einen Trend ab, der sich bei anhaltend sinkenden Inzidenzwerten zumindest über den Sommer noch deutlich verstärken wird.“

Dazu passt die Entwicklung am Stellenmarkt. Rund 200 Angebote wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen aus dem Landkreis gemeldet. Insgesamt registriert die Agentur damit im Ahrkreis 1.081 offene Stellen - 670 mehr als vor einem Jahr.

Es gibt aber auch Corona-Folgen, die nicht leicht umzukehren und deshalb besonders schmerzlich sind. Die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit bei manchen Menschen gehört dazu. So zeigt der Blick auf die zugrundeliegenden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), dass ein Teil der Betroffenen nach einem Jahr Arbeitslosigkeit von der Versicherungsleistung des SGB III in die Grundversorgung des SGB II (Hartz IV) wechseln musste: Im Landkreis werden Ende Mai 1.456 arbeitslose Frauen und Männer nach SGB III von den Arbeitsagenturen betreut – 119 weniger als im April und 224 weniger als vor einem Jahr. In der Obhut des Jobcenters (SGB II) befinden sich derzeit 1.501 arbeitslose Menschen. Das sind 30 weniger als vier Wochen zuvor und 11 mehr als im Mai 2020. Im Mai 2019 waren rund 400 Personen weniger nach SGB III arbeitslos gemeldet und rund 300 weniger nach SGB II.

Der Ausbildungsmarkt ist im zweiten Corona-Jahr deutlich von der Krise geprägt. Vor allem junge Menschen, die in diesem Sommer die Schule verlassen, sind nach monatelangem so genanntem Homeschooling und deutlich erschwertem Zugang zu Beratungsangeboten verunsichert und tun sich schwer mit dem Einstieg ins Berufsleben. Arbeitgeber hingegen suchen trotz Krise wieder verstärkt nach Nachwuchs.

Diese Situation spiegelt sich in der Statistik: So suchten bislang 431 junge Frauen und Männer aus dem Landkreis Rat und Unterstützung bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur. Das sind 121 weniger als vor einem Jahr. 223 von ihnen gelten derzeit noch als unversorgt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 535 dagegen leicht über dem Vorjahresniveau (plus 14). 298 dieser Ausbildungsplätze sind bislang noch offen.

„Für junge Leute eröffnet dies die Chance, auch jetzt noch ihren Traumjob finden zu können“, erklärt Frank Schmidt und ergänzt: „Die Berufsberaterinnen und Berufsberater haben sich mittlerweile gut auf den Krisenmodus eingestellt. Telefon- oder Videoberatung, aber auch Veranstaltungen wie die Azubispots oder Gespräche beim Walk and Talk bieten vielfältige Möglichkeiten über individuelle Chancen und Hindernisse zu sprechen. Deshalb lohnt es sich auch jetzt noch, eine Ausbildung ins Auge zu fassen und bei der Umsetzung unseren Rat zu suchen.

Bei der Bewältigung der Krise setzten viele Unternehmen in den letzten Monaten auf Kurzarbeit. Die muss angezeigt und bewilligt werden, bevor sie genutzt werden kann. Nach der Bewilligung können Unternehmen jedoch auch entscheiden, Kurzarbeitergeld (KuG) während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der angemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt im Nachhinein. Da die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, entsprechende Unterlagen einzureichen, liegen verbindliche Werte erst mit deutlicher Verzögerung vor. Im Mittelpunkt der statistischen Betrachtung stehen deshalb die KuG-Anzeigen.

Im Mai zeigten laut Statistik nur noch 7 Betriebe aus dem Landkreis für 30 Beschäftigte Kurzarbeit an. Vor einem Jahr waren es 88 Betriebe und 1.308 Mitarbeiter*innen. Im Mai 2019 spielte Kurzarbeit so gut wie keine Rolle. Insgesamt registrierte die Arbeitsagentur seit Beginn der Krise im März 2020 im Landkreis Ahrweiler 2.057 KuG-Anzeigen für 16.901 Beschäftigte.

Pressemitteilung

Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen

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