Erster statistischer Blick auf den neuen Bezirk Rhein-Wied-Westerwald
Arbeitsmarkt zeigt Spuren der Konjunkturkrise
Region.Zu Jahresbeginn ist durch Fusion der Bezirke Montabaur und Neuwied die Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald entstanden. Nun wird erstmals ein Arbeitsmarktbericht für den neuen Gesamtbezirk vorgelegt, der die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald umfasst.
In diesen vier Landkreisen waren im Dezember insgesamt 17.200 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,8 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Den höchsten Anstieg im Jahresverlauf gab es bei den Langzeitarbeitslosen. Ihr Bestand erhöhte sich auf 5.312 Personen – das sind 546 mehr als im Dezember 2024. „Weil die Aussichten für 2026 noch keine Trendwende erkennen lassen, müssen wir das Augenmerk besonders auf junge Menschen und ältere Arbeitnehmer richten. Denn sie sind besonders häufig vom Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit betroffen“, erläutert der Agenturleiter Elmar Wagner.
Wirksame Unterstützung bei Rückkehr in den Arbeitsmarkt bietet vor allem die Weiterbildung. „Damit können sich neue berufliche Perspektiven eröffnen“, sagt Elmar Wagner. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten setzen wir auf bedarfsorientierte Qualifizierung, zumal dies regionale Betriebe bei der Fachkräftesicherung unterstützt. Hierfür setzen wir in 2026 ein Weiterbildungsbudget von bis zu 18 Millionen Euro ein.“
Trotz des Anstiegs der Erwerbslosigkeit zeigt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stabil. Zum Stichtag 30.06.2025 belief sie sich auf 211.777 Personen – ein Anstieg um 632 Personen oder 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr.
„In unserer Region ist die Beschäftigungslage trotz anhaltender Konjunkturkrise dank einer ausgeprägten KMU-Struktur mit gutem Branchenmix erfreulich robust“, so Elmar Wagner. Das spiegelt sich auch am Stellenmarkt: Die regionalen Unternehmen meldeten im Jahresverlauf 2025 insgesamt 10.784 offenen Stellen. Das sind 846 mehr als im Jahr zuvor. Im Bezirk Rhein-Wied-Westerwald gibt es aktuell 5.330 Jobangebote.
Und so entwickelte sich der Arbeitsmarkt in den vier Landkreisen:
Westerwaldkreis
Im Westerwaldkreis sind 4.458 Menschen ohne Job – 113 mehr als im November und 133 mehr als im Dezember 2024. Die Quote ist in den vergangenen Wochen von 3,7 auf 3,8 geringfügig gestiegen. Vor einem Jahr waren es 3,7 Prozent.
Rhein-Lahn-Kreis
Im Rhein-Lahn-Kreis sind aktuell 2.966 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 77 Personen mehr als vor einem Monat und 93 mehr als im Dezember 2024. Die Quote ist im Monatsverlauf von 4,3 auf 4,4 Prozent leicht gestiegen. Im Dezember vergangenen Jahres lag die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent.
Kreis Altenkirchen
Im Kreis Altenkirchen sind derzeit 4.329 Menschen ohne Job – 48 mehr als im November und 282 mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,6 Prozent.
Kreis Neuwied
Im Kreis Neuwied sind aktuell 5.447 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 76 Personen weniger als vor einem Monat und 247 mehr als vor einem Jahr. Die Quote ist im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent gesunken. Im Vorjahr betrug sie 5,1 Prozent. Pressemitteilung Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald
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