80 Atemschutzgeräteträger der Verbandsgemeinde trafen sich zur Heißausbildung
Atemschutz-Übung unter realistischen Bedingungen
In zwei Containern wurde am Adenauer Sportplatz eine Wohnung nachgestellt
Adenau. „Es hat Rund 12.000 Euro gekostet, aber das ist es uns wert“, meinte Bürgermeister Guido Nisius bei der Heißausbildung am Adenauer Sportplatz. Nach der guten Resonanz im letzten Jahr nahmen in diesem Jahr an zwei Tagen 80 Atemschutzgeräteträger der Verbandsgemeinde daran teil. Ziel der Ausbildung ist es, die Erfahrung eines brennenden Gebäudes so realistisch zu üben, dass man weiß, was im Ernstfall auf die Einsatzkräfte zukommt. Und was auf sie zukommt, ist schon extrem.
In zwei verbundenen Containern ist eine Wohnung nachgestellt mit Küche, Schlafzimmer und Wohnzimmer, in denen durch den Rauch nichts zu sehen ist, aber bis zu 700 Grad Hitze herrschen können. Sich mit der bis zu 30 Kilogramm schweren Atemschutz-Ausrüstung unter Anleitung eines erfahrenen Trainers da durchzukämpfen, ist eine Herausforderung für die körperliche Verfassung, aber für spätere Einsätze eventuell überlebenswichtig. Dementsprechend ist die Gruppe beim Verlassen des Containers auch ziemlich K.O.
„Man könnte die Arbeit des Angriffstrupps vergleichen mit Sport in der Sauna“, beschrieb Andreas Solheit, Pressesprecher der Verbandsfeuerwehren, den Einsatz. Wegen der starken körperlichen und physischen Belastung ist auch nicht jeder als Atemschutz-Geräteträger geeignet, diese Übung zu absolvieren. Unerlässlich ist die G26.3, die Feuerwehrtauglichkeitsuntersuchung alle drei Jahre, ab dem 50. Lebensjahr jährlich. Dazu kommt noch Grundausbildung, Funker- und Atemschutzlehrgang. So sind die aktuelle Verfassung und ein Bart unter Umständen Ausschlusskriterien. Nach dem Einsatz spielt Hygiene eine große Rolle, denn Feuerwehrleute sind besonders durch giftige oder krebserregende Substanzen gefährdet, seien es Feststoffe, flüchtige Gase, Brandrauch oder austretende Flüssigkeiten. In dem Fall ist eine Dekontamination erforderlich, wie zum Beispiel ein Tausch der Schutzbekleidung an Ort und Stelle oder das zeitnahe Waschen von Händen, Gesicht und Hals. Ebenso sind Essen und Trinken und Raucherpausen an der Einsatzstelle tabu, weil sonst die Gefahr besteht, dass Schmutzpartikel über Mund und Atmung in den Körper gelangen können.
Die Übung fand zum zweiten mal in Adenau statt, soll aber jährlich wiederholt werden, damit auch die nachrückenden Atemschutzgeräte-Träger mit dieser Einsatz-Extremsituation vertraut gemacht werden, gab Wehrleiter Dieter Merten bekannt. SES
Bei der Nachbesprechung war auch Dekontamination ein Thema.
Zwei miteinander verbundene Container stellten eine Wohnung nach.
Die Einsatzkräfte sind großen Belastungen ausgesetzt.
Im Rauch herrschen schlechte Sicht und extrem hohe Temperaturen.
