Freiwillige Feuerwehr Pellenz
Atemschutzausbildung in Theorie und Praxis
Zwei lehrreiche Tage an der Falck Fire Academy in Rotterdam
Pellenz. Eine Ausbildung der besonderen Art stand für zehn Atemschutzgeräteträger Mitte November auf dem Programm. Je zwei Feuerwehrleute aus jeder Löscheinheit bekamen die Möglichkeit, an einer zweitägigen Atemschutzausbildung in Rotterdam teilzunehmen , die vom Leiter Atemschutz Rouven Bender und dem Leiter Ausbildung Martin Schleich als Beobachter und Betreuer begleitet wurde.
Rauch- und Flammenlesen
Nach einer Einweisung erhielten die Teilnehmer ihre notwendige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und starteten im Anschluss mit einem theoretischen Unterricht zum Thema „Rauch- und Flammen-Lesen“. Hier wurde auch das Auftreten eines „Backdraft“ (Rauchgasdurchzündung) sowie eines „Flash-Over“ (Übergang von Schadenfeuer zu Vollbrand) diskutiert und beschrieben. Dieses teils neu erlernte Wissen wurde schließlich in die Praxis umgesetzt. In einem feststoffbefeuerten Container wurde gezielt ein Feuer gelegt und durch gezieltes Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern bewusst dessen Entwicklung und Ausbreitung gesteuert. Die Teilnehmer saßen hierbei auf dem Boden des Containers und beobachteten den Flammen- und Feuerverlauf. Ebenso konnten sie zweimal die Entstehung und die Auswirkung einer Flash-Overs miterleben.
Nach dem Mittagessen ging es mit „Innen-Brandbekämpfung“ weiter. Hier wurden in einem feststoffbefeuerten Container-Haus, das ein zweigeschossiges Wohnhaus darstellte, zwei Übungen durchgeführt. Der Fokus dieser Übungen lag hier auf der Menschenrettung und der Brandbekämpfung. Die Besonderheit dieser beiden Übungen war zum einen die starke Rauchentwicklung, aber auch die große Hitze, die in dieser Form bei heimischen Übungen nicht dargestellt werden können.
Auch die Kommunikation der einzelnen Trupps untereinander wurde geübt und war für den Übungserfolg essenziell.
Am Abend traf man sich im Hotel zu einer abendlichen Runde um den Tages- und Übungsverlauf zu besprechen.
"Innen-Angriff"
Am zweiten Übungstag begann man zunächst mit dem „Innen-Angriff“. In zwei weitere Übungen war wieder Teamwork gefragt. Neben dem Absuchen der Räumlichkeiten und der Suche nach einer vermissten Person, hatten die Kameraden mit Hitze und einer extremen Rauchentwicklung zu kämpfen.
Industriebrand-Bekämpfung
Am Nachmittag wurde das Thema „Industrie-Brandbekämpfung“ aufgegriffen. Da dies ein eher selten vorkommendes Ereignis in der Pellen ist, konnte hier viel Wissen mitgenommen werden. Begonnen wurde mit einem Flüssigkeitsbrand, welcher mittels eines Feuerlöschers abgelöscht wurde. Die Übung steigerte sich weiter, bis man einen brennenden Tanklastzug mittels massivem Schaumeinsatz ablöschen musste. Gerade das letzte Szenario eines brennenden Tanklastzugs brachte viele wichtige Erkenntnisse, die bei einem möglichen Einsatz hilfreich sein werden. „Ein solches Szenario ist bei uns nicht ausgeschlossen. Täglich fahren Hunderte von Gefahrstoff-LKWs über die F1 und damit durch die Pellen“, so Leiter Ausbildung Martin schleich.
Positive Bilanz des Ausbildungserfolgs
Nach zwei anstrengenden Tagen konnte man ein positives Fazit ziehen. Es wurden sehr gelungene und lehrreiche Übungen durchgeführt, die in dieser Art unter Realbedingung zu Hause nicht möglich sind.
Das Konzept der besonderen Atemschutzausbildung hat sich seit der Einführung 2018 bewährt und soll kontinuierlich für die nächsten Jahre angepasst und fortgesetzt werden.
Pressemitteilung der Freiwilligen
Feuerwehr Pellenz
