100 Jahre kfd Dattenberg
Auch der Humor kam nicht zu kurz
Dattenberg. Am 27. Januar 1918 gründeten 138 katholische Frauen aus dem Dorf einen „Christlichen Mütterverein Dattenberg“, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, Interessen von Frauen zu vertreten und sozial tätig zu werden. Wie aus dem ersten Kassenbuch ersichtlich, betrug der Jahresbeitrag zu jener Zeit 1,20 Reichsmark. Befremdlich mutet es heutzutage an, dass die Mitglieder in dem 100 Jahre alten Kassenbuch unter den Namen ihrer Ehemänner eingetragen waren. Die Emanzipation steckte noch in den Kinderschuhen, bis zum heutigen Status quo war es ein langer und beschwerlicher Weg.
Auch konnte die Idee, sich zusammenzuschließen, bedingt durch politische Wirren nicht geradlinig verfolgt werden. Im sogenannten Dritten Reich kam es sogar zu einem Verbot des Müttervereins. Doch der Gedanke, dass sich Frauen treffen, austauschen und untereinander helfen, lebte 1949 wieder auf.
Nun galt es, diesen Anlass würdig zu begehen: Bereits im Mai fand eine feierliche Messe statt. Ferner unternahm das Leitungsteam der kfd Dattenberg einen Besuch bei der Geschäftsstelle des kfd-Bundesverbands in Düsseldorf und hörte dort einen Vortrag über Frauen und Politik. Als Abschluss bildete der alljährliche Kaffeenachmittag die Grundlage für eine Feier in einem größeren Rahmen. Die Halle war mit Blumen, Ballons und einer passenden Tischdekoration in den Farben der kfd festlich geschmückt. Es warteten Torten, Schnittchen und Getränke für jeden Geschmack auf die Teilnehmerinnen.
Die Bundesvorsitzende Mechthild Heil hatte ein Grußwort gesandt, das verlesen wurde. Daran schloss sich die gelungene Gratulation der Schmetterlingskinder des Kindergartens „Rappelkiste“ in Form einer „Hut-ab“-Performance an. Hüte bildeten auch den Mittelpunkt eines Auftritts des Leitungsteams, den Ursula Monter und Karla Boecker moderierten. Hüte aller Arten symbolisierten Situationen, in denen das Behütetsein im übertragenen Sinn eine wichtige Rolle spielt.
Menschen, die die Arbeit der kfd in der Vergangenheit begleiteten, waren gekommen, um das denkwürdige Ereignis mitzuerleben. So gab es ein Wiedersehen mit Dr. Britta Ortmans, der früheren Gemeindereferentin in Dattenberg. Das Dekanat wurde vertreten von den Mitgliedern des Dekanatsleitungsteams, Hildegard Schmitz und Maria Benz. Teamsprecherin Margit Michels leitete den Nachmittag mit einer Rückschau auf die Geschichte der kfd Dattenberg ein und moderierte sehr einfühlsam den gesamten Festnachmittag. Auch der Humor kam nicht zu kurz. In weiteren Sketchen wurden urkomische Situationen behandelt, die die anwesenden Gäste zum Lachen brachten: Die Rechenkünste einer Familie, eine verschwörerische Urlaubsverabredung dreier Ehemänner gegen den Willen ihrer Frauen und zu guter Letzt der Auftritt von zehn gebrechlichen 100-jährigen Männern, die sich zum Schluss als äußerst fit entpuppten, strapazierten das Zwerchfell.
Gemeindereferentin Ursula Monter gratulierte, indem sie die engagierte und kreative Arbeit der aktuellen Mitglieder des Vorstandsteams hervorhob. Unzählige Schritte gehen die Frauen bei ihrem Einsatz für die kfd und geben so der Kirche und der Gesellschaft ein Gesicht. Mit Badesalz für die Füße bedankte sich die geistliche Begleiterin für das unermüdliche Engagement und lud die Frauen ein, nach getaner Arbeit sich selbst einmal etwas Gutes zu tun und die Füße hochzulegen, um dann mit frischem Elan in das neue kfd-Jahrhundert zu starten.
