Eifelverein, Ortsgruppe Linz
Auf Wanderfreizeit im Oberallgäu
Linz. An einem Dienstag brach eine abenteuerlustige Wandergruppe von 22 Mitgliedern auf zu einer elftägigen Wanderfreizeit nach Bad Bayersoien in den Ammergauer Alpen. Quartier war das Hotel Bayersoier Hof in Bad Bayersoien. Wanderführerin Luise Heidgen hatte schon im Jahr 2015 alles bestens vorbereitet und organisiert. Auf dem Plan standen einige Wanderungen und Besichtigungen in der näheren Umgebung von Füssen bis Garmisch-Partenkirchen.
Nachdem die Zimmer im Bayersoier Hof bezogen worden waren, wurde nach dem gemeinsamen Abendessen die Gegend mit einem ersten Spaziergang durch den Ort und um den Soier See erkundet. Am zweiten Tag ging es zu Fuß von Bad Bayersoien nach Bad Kohlgrub und zurück. Am nächsten Tag ging es bei strömendem Regen mit dem Bus nach Schwangau. Gespenstig thronte Schloss Neuschwanstein über allen, ein Naturschauspiel. Nur die Harten wanderten um den Alpsee. Der Rundweg führt um den kristallklaren Alpsee an einem der Lieblingsplätze König Ludwigs II. vorbei. Während der Wanderung eröffneten sich immer wieder traumhafte Blicke auf die beiden Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.
Ziel am dritten Tag war die Wieskirche, sie ist eine bemerkenswert ausgestattete Wallfahrtskirche im zur Gemeinde Steingaden gehörenden Ortsteil Wies im sogenannten bayerischen „Pfaffenwinkel“. Auch Regen konnte die Teilnehmer am nächsten Tag nicht von der Wanderung abhalten. Mit dem Bus ging es nach Oberammergau, von wo die Tour über Bad Saulgrub wieder nach Bad Bayersoien führte. Der Weg schlängelte sich entlang der lieblichen Ammer, vorbei an Wiesen mit einem Blütenmeer zahlreicher Pflanzen wie Orchideen, Teufelskralle, Trollblumen und Lilien.
Eingekehrt wurde im Bayrischen Paradies, einem Landgasthof in Saulgrub, der von Mitgliedern der Missionsgesellschaft aus Rheinbreitbach geführt wurde. Ein Wanderfreund packte seine Mundharmonika aus, sofort kam Bruder Raman mit seiner Querflöte und stimmte in den Gesang ein. Auch die Schwestern kamen aus der Küche und sangen kräftig mit.
Die Sonne schien kräftig
Einige aus der Wandergruppe hatte sich am Sonntag freigenommen, um mit dem Auto nach Rottenbuch in die Kirche zu fahren, der Rest wanderte nach Rottenbuch. Auch das Wetter spielte mit, denn die Sonne schien kräftig. Der Weg führte vorbei an traumhaften Blumenwiesen nach Schönberg und weiter nach Rottenbuch. Die Klosteranlage erhebt sich malerisch über dem Ammertal, der Kirchturm der Pfarrkirche Mariä Geburt ist weithin sichtbar. Das Besondere an dem Glockenturm ist, dass er freistehend ist - ohne Anlehnung an die Kirche und die umliegenden Klosterbauten. Nach Besichtigung der Anlage machten sich alle auf den Weg zur Schönegger Käse-Alm. Hier wurde Brotzeit mit frischer Buttermilch, leckerem Kuchen und einem frischen Stück Heublumenkäse gemacht.
Der Höhepunkt der Wanderwoche war die Tour auf den Schachen mit Besichtigung des Schachenschlosses. Diese Wanderung verlangte viel Ausdauer, weil es sich zieht und stetig bergan bis zum Schachenschloss geht. Im Schloss wartete dann eine Überraschung der ganz besonderen, „königlichen“ Sorte. Im Erdgeschoss gleicht das Schloss einer nobleren Berghütte. Prunk und Protz ist hier nicht zu finden. Wenn sich die Führung aber in den ersten Stock des Schlosses begibt, sind nur noch offene Münder und staunende Augen zu sehen. Alle fühlten sich wie in einem Palast aus 1000 und einer Nacht. Bunte Mosaik-Fenster zaubern bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein fast psychodelisches Farbenspiel in den gesamten Saal.
„Türkischer Saal“
Denn dort hat sich der König, der ein großer Orientfan war, den sogenannten „Türkischen Saal“, auch Opiumhöhle genannt, einrichten lassen. Dieser Saal lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Die nächsten Tage führten von Oberammergau nach Ettal, mit Besichtigung der Klosterkirche, oder von Bad Kohlgrub auf das Hörnle. Oben angekommen, kamen die Teilnehmer in den Genuss einer atemberaubenden Bergkulisse des Wettersteins mit der Zugspitze. Die Sicht reichte bis zum Starnberger See und zum Ammersee. Am vorletzten Tag wurde noch von Oberau nach Eschenlohe und zurück gewandert.
Nach der neunstündigen Rückfahrt blickten die Teilnehmer nicht ohne Stolz und mit Freude auf die zurückgelegte, abwechslungsreiche und interessante Wanderfreizeit zurück. Auch wenn das Wetter an manchen Tagen nicht so war wie gewünscht, war es eine fantastische Zeit mit vielen Eindrücken. Ein harter Kern von Wanderlustigen war bei allen Etappen dabei gewesen.
