Eifelverein Remagen unterwegs auf der Apollinarisschleife
Auf dem Gipfel der Stadt
Remagen. Der Rundwanderweg Apollinarisschleife beginnt am Fuß des Felsens, auf dem das Wahrzeichen der Stadt Remagen steht, führt dann auf steilem Pilgerpfad zur Kirche hinauf, und noch steiler geht es dann weiter zur Statue des Heiligen Franziskus. Dort muss man innehalten. Nicht nur, um eine Verschnaufpause einzulegen, sondern auch, um diesen prächtigen Blick auf die Stadt zu würdigen. Weiter geht es zum Waldschlösschen und dann abwechselnd durch Laub- und Nadelwald, und schon bald ist man im verschwiegenen Calmuthtal. Dort lohnt sich ein kleiner Abstecher, um einen Blick auf das anmutig gelegene Schloss Calmuth zu werfen, das vor Jahren schon dem Verfall preisgegeben schien, nun aber mit den Mitteln eines „Solarkönigs“ aufwendig renoviert wurde.
Und noch ein zweiter Abstecher ist unbedingt zu empfehlen, denn der offizielle Verlauf des Wanderwegs geht an einer großartigen Sehenswürdigkeit glatt vorbei.
Der ausgedehnte Basaltsteinbruch Scheidskopf gehörte im 19. Jahrhundert lange Zeit zu den wichtigsten Arbeitgebern der Stadt Remagen. Heute wächst in seinem Inneren alles nach und nach mit Dornengestrüpp zu, und ganz von allein hat sich ein kleines Naturparadies für Vögel, Schmetterlinge und seltene Pflanzen gebildet. Sogar ein kaum noch in freier Natur anzutreffender, gut drei Meter hoher Mispelstrauch steht dort und trägt Hunderte seiner essbaren kleinen Früchte. Der Scheidkopf war früher um einiges höher.
Auf seinem Gipfel befand sich eine prähistorische Befestigungsanlage mit Ringwall. Doch das fiel leider alles dem Basaltabbau zum Opfer. Mitten im ehemaligen Steinbruch aber steht noch ein hoher Sockel aus schön geformten Basaltsäulen, und macht man sich die Mühe, am ihm gegenüber liegenden Hang hinaufzusteigen, so erreicht man einen phantastischen Aussichtspunkt. Mit 280 Metern Höhe über Normalnull ist es der höchste Punkt in der gesamten Stadt Remagen, da kann die Bundesstadt Bonn nicht mithalten. Die bringt es am Nordrand des Siebenbirges nur auf 195 Meter.
Und was für ein phantastischer Ausblick bot sich den Remagener Wanderern: tief unten eine dichte Dunstschicht in allen Tälern, aus der aber vielerorts die Eifelberge herausstachen, ganz nah die markante Silhouette der Landskrone. Über allem strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel und reflektierte auf der Dunstschicht so hell, dass man die Augen zukneifen musste. Keine menschliche Siedlung ist von dort oben zu erkennen, kein Verkehrsgeräusch dringt zu diesem einsamen Felsen hinauf.
Auch der Rückweg nach Remagen im großen, nach Süden ausholenden Bogen über freies Feld und wieder durch den Wald war schön und abwechslungsreich. Doch das Erlebnis auf dem höchsten Gipfel der Stadt stellte alles in den Schatten.
