Allgemeine Berichte | 02.01.2026

„Kinderfreundliche Kommune“: Neuwied baut Ganztagsangebote an Grundschulen aus

Auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit

Teilnehmer der Podiumsdiskussion, von links: Bernhard Fuchs (Jugendamtsleiter), Tobias Klag (Bildungsministerium), Christian Schmidt (Elternvertreter), Sebastian Krings (Schulleiter Margaretenschule), Sandra Thannhäuser (Leiterin Amt für Schule und Sport), Manuel Mouget (Schulleiter Marienschule) und Bürgermeister Peter Jung.  Foto: Melanie Lange

Neuwied. Wie können Kinder in Neuwied künftig noch besser gefördert und Familien stärker unterstützt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der die Stadtverwaltung jüngst eingeladen hatte. Hintergrund ist der geplante Ausbau der Ganztagsangebote an den städtischen Grundschulen. Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt bundesweit ein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Erstklässler. Die Stadt Neuwied arbeitet intensiv daran, den Weg dafür zu ebnen und Schritt für Schritt zusätzliche Plätze zu schaffen. Auch mit der Einrichtung von Familiengrundschulzentren, einer verlässlichen Schulsozialarbeit und zahlreichen Ferien- und Freizeitangeboten für Kinder sowie Kursen für Eltern und Familien investiert die Kinderfreundliche Kommune in die Zukunft.

„Ein verlässlicher Ganztag bietet mehr Zeit zum Lernen und Leben – und ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit“, betont Bürgermeister Peter Jung. Viele Familien wünschen sich flexible und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote. Aktuell verfügen vier der zwölf Neuwieder Grundschulen über ein solches Angebot, weitere Standorte sollen wohnortnah folgen. Dazu hat die Stadt eine Cluster-Struktur der Schulstandorte erarbeitet, die dafür sorgt, dass das Angebot zukünftig für alle gut erreichbar ist. Mit Informationsveranstaltungen und Dialogformaten möchte die Verwaltung transparent zeigen, wie der Ausbau gestaltet wird und welche Möglichkeiten bestehen. Grundlage für die sinnvolle Umsetzung sind Schulentwicklungsplanung, Elternbefragungen und Gebäudebewertungen.

Ein zweiter Baustein auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit sind die entstehenden Familiengrundschulzentren an drei Standorten in der Innenstadt und Heddesdorf. Der Auftakt fand im November mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Oberbürgermeister Jan Einig, Bildungsminister Sven Teuber und den beteiligten Schulen statt. Die Zentren befinden sich im Aufbau. Sie sollen künftig Beratung, Lern- und Freizeitangebote sowie Unterstützungsformate für Eltern bündeln – mit dem Ziel, Familien zu stärken und Barrieren abzubauen. „Es ist unser Anliegen, gemeinsam mit den Eltern zu handeln und sie zu befähigen, ihre Kinder bestmöglich zu begleiten“, erklärt Jung.

Auch der Bereich Kita bleibt ein zentrales Handlungsfeld. Zwar konnten zuletzt mehr Kinder betreut werden – im April 2025 waren es 2.842 und damit 144 mehr als im Vorjahr –, dennoch fehlen weiterhin rund 355 Plätze stadtweit. Der Fokus des Landes auf einen Platz ein Jahr vor der Einschulung, steigende Bedarfe und bauliche Herausforderungen stellen die Stadt vor große Aufgaben. Der Bedarfsplan nennt zahlreiche Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen bis 2028, um langfristig zukunftsfähige Kitas zu sichern.

Vor diesem Hintergrund macht Bürgermeister Peter Jung deutlich, dass die kommunale Ebene bei der Umsetzung vor großen strukturellen Herausforderungen steht: „Wir stehen zu den Zielen von mehr Chancengerechtigkeit – aber wir müssen offen ansprechen, was die Umsetzung vor Ort erschwert. Viele Vorgaben werden auf Landes- und Bundesebene beschlossen, ohne die Kommunen frühzeitig einzubeziehen. Das führt zu Zeitplänen und Anforderungen, die in der Praxis kaum realistisch sind. Gleichzeitig reichen die bereitgestellten Mittel nicht aus, um Personal, Räume und Angebote langfristig zu sichern“, so Jung.

Hinzu komme: Die bestehenden Systeme greifen noch nicht so ineinander, wie Familien es brauchen. Insbesondere das System von Schule und Jugendhilfe war in der Vergangenheit nicht ausreichend verzahnt. „Genau daran arbeiten wir inzwischen sehr intensiv – durch die Etablierung der Familiengrundschulzentren, die Stärkung der Schul- und Kita-Sozialarbeit und den Ausbau stabiler Übergänge von der Kita über die Grund- und weiterführende Schule bis hin zu Ausbildung und Beruf. Unser Ziel ist ein durchgängiges Unterstützungssystem in Form von Präventionsketten, das Kinder und Eltern kontinuierlich begleitet und an keiner Stelle abreißt. Wenn wir Chancengerechtigkeit nachhaltig verbessern wollen, brauchen wir realistische Rahmenbedingungen, verlässliche Finanzierung und eine stärkere Einbindung der kommunalen Ebene. Nur dann kann das, was politisch gewollt ist, vor Ort auch tatsächlich gelingen“, betont der Bürgermeister.

Ergänzend tragen weitere Angebote dazu bei, mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit in der Deichstadt zu erreichen. Eine gut ausgebaute Kita- und Schulsozialarbeit begleitet Kinder und Eltern in herausfordernden Lebenssituationen und stärkt wichtige Übergänge – etwa zwischen Grundschule und weiterführender Schule. Ferienprogramme und Spieletreffs des Kinder- und Jugendbüros entlasten Familien, schaffen sichere Orte der Begegnung und ermöglichen jungen Menschen sinnvolle Freizeitgestaltung. Vom Startchancenprogramm profitieren mit der Marienschule, der Geschwister-Scholl-Schule und der Friedrich-Ebert-Schule bereits drei Neuwieder Standorte von zusätzlichen Angeboten und Ressourcen. All diese Maßnahmen zahlen darauf ein, Mädchen und Jungen unabhängig von ihrer Herkunft und Lebenssituation bessere Bildungswege zu eröffnen und Eltern auf diesem Weg zu unterstützen.

Pressemitteilung Stadt Neuwied

Teilnehmer der Podiumsdiskussion, von links: Bernhard Fuchs (Jugendamtsleiter), Tobias Klag (Bildungsministerium), Christian Schmidt (Elternvertreter), Sebastian Krings (Schulleiter Margaretenschule), Sandra Thannhäuser (Leiterin Amt für Schule und Sport), Manuel Mouget (Schulleiter Marienschule) und Bürgermeister Peter Jung. Foto: Melanie Lange

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Carmen Busch: Das Foto wurde am Linzer Fähranleger aufgenommen. Die Fähre liegt gerade in Kripp
  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Schulze Klima -Image
Maikirmes Franken
Outdoormöbel
10 Jahre NOWI
Empfohlene Artikel
Der Baum der Adenbachhut mit der St. Laurentius Kirche im Hintergrund. Fotos: DU
21

Ahrweiler/Kreis Ahrweiler. Wenn sich der April seinem Ende zuneigt und der Mai in den Startlöchern steht, wird in zahlreichen Orten des Kreises Ahrweiler das althergebrachte Mai-Brauchtum zelebriert. Fester Bestandteil dieser Traditionen ist das Aufstellen eines bunt geschmückten Maibaums, der hoch über dem jeweiligen Ort thront. So etwas wie die „Maibaum-Hauptstadt“ ist zweifellos Ahrweiler, wo gleich vier Exemplare der vier Huten Ahrhut, Niederhut, Adenbachhut und Oberhut die Stadt verzieren.

Weiterlesen

Zum 33. Mal durfte das Organisationsteam von St. Peter zusammen mit Diakon Andreas Schlösser zahlreiche Bikerinnen und Biker bei strahlendem Sonnenschein willkommen heißen. Foto: privat
24

Andernach. Zum 33. Mal durfte das Organisationsteam von St. Peter zusammen mit Diakon Andreas Schlösser zahlreiche Bikerinnen und Biker bei strahlendem Sonnenschein willkommen heißen. Bereits ab 9:00 Uhr morgens füllte sich der Platz rund um die Kirche St. Peter mit einer beeindruckenden Vielzahl an Motorrädern und ihren Fahrerinnen und Fahrern.

Weiterlesen

10

Andernach. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Andernach feiert wie in jedem Jahr am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, um 11 Uhr einen gemeinsamen Gottesdienst in der Christuskirche. „Fremd sein, Freund sein, einig sein“ ist das Thema. Wie werden sich die Beziehungen unter den Kirchen verändern, wenn sie anerkennen, dass die Verschiedenheit der Gaben nicht ein Grund der Gegensätze und...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Eine Offroad-Nutzung ist nur auf ausgewiesenen Flächen oder mit Genehmigung erlaubt.
33

Tipps vom ADAC Verkehrsexperten Christian Schmidt zum sicheren Umgang mit Quads

ADAC Tipp: Sicher unterwegs mit dem Quad

Quads erfreuen sich gerade im Sommer großer Beliebtheit, sowohl im Freizeitbereich als auch im Straßenverkehr. Gleichzeitig bergen sie erhebliche Risiken: Insbesondere bei Fahrfehlern oder mangelnder Erfahrung kommt es immer wieder zu schweren Unfällen.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Anzeige "Rund ums Haus"
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titelanzeige
First Friday Anzeige Mai
Jubiläum
Gebrauchtwagenanzeige
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Image
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Anzeige KW 18