Allgemeine Berichte | 04.06.2019, 12:08 Uhr

Richard und Carla Heymann erstmals in der alten Heimat ihrer Vorfahren

Aus Johannesburg nach Ahrweiler und Dernau

Richard und Carla vor der Synagoge.Fotos: privat
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Ahrweiler. Nach ungezählten vergeblichen Versuchen Heymann-Nachkommen in Johannesburg, Süd Afrika, zu lokalisieren, war es vor einem Jahr dann doch noch gelungen. Im Internet war er mal wieder auf den Namen Heymann in Johannesburg gestoßen und hat eine Email-Adresse ausfindig machen können.

Diesmal war es die richtige Heymann Familie, die Matthias Bertram aus Ahrweiler dort seit einigen Jahren gesucht hatte. Ein Jahr später saßen Richard und Carla Heymann im Wohnzimmer der Familie Bertram in der St. Peter Str. Ahrweiler. Ihr Großvater Hermann, geboren 1882 in Ahrweiler, war bereits kurz nach Beginn des 1. Weltkriegs, gefallen. So zog die Großmutter Alma geb. Benedikt mit ihrem kleinen zweijährigen Sohn Max, zurück nach Boppard, ihrem Geburtsort. Max, Richards Vater, machte sein Abitur und wollte in Berlin studieren. Dies wurde ihm von den Nazis verwehrt, da er als Jude die falsche Religion hatte. So verließ er Deutschland in den Dreißigerjahren und zog nach Süd Afrika. Zunächst arbeitete er als Buchhalter, später –bei Beginn des 2. Weltkrieges-, schloss er sich der Royal Air Force an.

Max Heymann starb im Jahr 1986 und danach waren im Laufe der Zeit die Kontakte zu den vielen anderen Heymanns in Australien, Argentinien und Israel verloren gegangen. Erst durch den Kontakt zu Matthias Bertram und dessen Dokumentation zur jüdischen Geschichte in Ahrweiler und Dernau war Richard Heymann wieder in der Lage diese Kontakte aufzunehmen. Im Rahmen einer Reise zu diesen Verwandten in Israel, zum Freund seines Vaters in Boppard, Dieter Schneeberger, kam er nun erstmals in Ahrtal, wo die Heymanns als große Familie in Dernau, Ahrweiler, Neuenahr, Siegburg, Bonn und Köln über Jahrhunderte gelebt hatten. Die Besichtigung des alten Familienhauses aus dem 17. Jahrhundert in Dernau in der Teichgasse, welches gleichzeitig als Synagoge/Bethaus und Schulhaus gedient hatte, war ebenso ein emotionaler Höhepunkt, wie der Besuch der Synagoge in Ahrweiler und der Friedhöfe in Dernau und Ahrweiler. Vorfahre Friedrich Wilhelm Heymann hatte 1893 als Vorsteher der jüdischen Gemeinde die Synagoge auf dem ehemaligen Gartengrundstück seines Bruders Leopold in der Altenbaustraße errichten lassen.

Richard und Carla Heymann waren so voller Eindrücke von der zum ersten Mal gehörten Familiengeschichte, dass sie versprachen nächste Jahr mit ihren Kindern wieder zu kommen, um noch intensiver in diese Geschichte einzutauchen und die Landschaft des Ahrtals kennenzulernen.

Richard und Carla vor der Synagoge.Fotos: privat

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