Allgemeine Berichte | 11.06.2021

„Vinxtbach-Radweg“ rückt in greifbare Nähe

Ausbau der L87 könnte um einen Radweg ergänzt werden

Bisher verlaufen nur ein paar Meter Fahrradweg parallel zum Vinxtbach (unter der Wagram- und der Eisenbahnbrücke).Fotos: KMI

Bad Breisig. Der Ausbau der L87 zwischen Gönnersdorf und Rheineck, so die damalige erfreuliche Zusage der Landesregierung in Mainz vom Mai 2020, sei als „mittelfristig umzusetzende Maßnahme“ in den Investitionsplan 2019/2023 aufgenommen worden. Ob im Rahmen der Straßeninstandsetzung zusätzlich auch noch die Möglichkeit besteht, die Idee eines Radwegs zu realisieren, sollte der Landesbetrieb für Mobilität Cochem-Koblenz prüfen. Wann solche Baumaßnahmen aber dann tatsächlich realisiert werden, hängt vom jeweiligen Fortgang der Planung und den aktuell vorhandenen Finanzmitteln ab. Das Besondere an dem schon lange herbeigesehnten Radweg wäre der parallele Verlauf zum Vinxtbach, dem oft unterschätzten, historisch durchaus bedeutenden Gewässer. Dieser fungierte zur Römerzeit als Grenze zwischen den römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien, später zwischen Ober- und Niederlothringen oder zwischen Kurköln und Kurtrier. Bis heute bildet der Bach noch die Sprachgrenze zwischen zwei Mundarten, inkl. dem karnevalistischen Ausruf „Alaaf“ auf nördlicher und „Helau“ auf südlicher Seite. Der Vinxtbach-Radweg wäre damit so zu sagen ein kleiner Bruder des „Deutschen Limes Radwegs“, ein Radwanderweg, der dem Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes vom Rhein bis zur Donau folgt und just gegenüber der Vinxtbachmündung auf der gegenüberliegenden Rheinseite beginnt.

Wie geht es nun weiter mit dem Vorhaben Vinxtbach-Radweg? Um das Projekt weiter voranzubringen, hat die CDU in der letzten Verbandsgemeinderatssitzung den Antrag gestellt, zu prüfen, ob der schon lange gewünschte Radweg unter seinem besonderen historischen Aspekt als LEADER-Projekt (Förderung von Vorhaben in kleineren, abgegrenzten Gebieten Im ländlichen Raum) gefördert werden und der Vinxtbach und seine Bedeutung somit einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden könnte. Das würde vom Ansatz her passen, denn eines der Ziele der LEADER-Förderungen ist die Stärkung des Tourismus in ländlichen Räumen. Zum Namen des Radwegs gibt es auch schon konkrete Vorstellungen. CDU Chef Norbert Heidgen meint dazu: „Ich würde mich freuen, wenn der Radweg an der L87 als ‚Vinxtbach-Radweg‘ touristisch vermarktet würde, um die historische Bedeutung unseres Vinxtbachs hervorzuheben und zu nutzen.“

Gerade heutzutage bietet sich ein solcher Radweg, zunächst von Rheineck nach Gönnersdorf, dann weiter nach Waldorf - und vielleicht einmal bis Schalkenbach an. Nicht nur weil das Fahrrad in den letzten Jahren einen unglaublichen Aufwärtstrend erlebt hat, sondern auch wegen der vielen E-Bikes, die heute gang und gäbe sind und die von Rheineck aus ständig bergauf führende Strecke mühelos meistern würden. Für Radtouren in die Eifel wäre der geplante Radweg ein geradezu idealer Ausgangspunkt. KMI

In der Nähe der Rheinmündung: An dieser Brücke über den Vinxtbach, würde der Vinxtbach-Radweg beginnen.

In der Nähe der Rheinmündung: An dieser Brücke über den Vinxtbach, würde der Vinxtbach-Radweg beginnen.

Für Radfahrer nicht geeignet: Die L87 zwischen Rheineck und Gönnersdorf. Eine Instandsetzung ist dringend erforderlich.

Für Radfahrer nicht geeignet: Die L87 zwischen Rheineck und Gönnersdorf. Eine Instandsetzung ist dringend erforderlich.

Die Gedenktafel an der alten B9 erinnert an den Fund eines römischen Votiv-Altares mit Weihesteinen am Vinxtbach.

Die Gedenktafel an der alten B9 erinnert an den Fund eines römischen Votiv-Altares mit Weihesteinen am Vinxtbach.

Bisher verlaufen nur ein paar Meter Fahrradweg parallel zum Vinxtbach (unter der Wagram- und der Eisenbahnbrücke).Fotos: KMI

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