Allgemeine Berichte | 19.02.2024, 12:11 Uhr

Das Hotel wurde bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 schwer in Mitleidenschaft gezogen

Bad Neuenahr: Steigenberger Hotel öffnet bald wieder

(v.ln.r.): Dieter Sturm, Nicole Steingaß und Thomas Weimer.  Foto: Uli Adams

„Schöner und besser als vorher.“ Architekt Gerd Bungarten spart nicht mit Superlativen, wenn es um den Wiederaufbau des barocken Ensembles im Bad Neuenahrer Kurviertel nach der Naturkatastrophe im Juli 2021 geht. Für das erste vor dem Abschluss stehende Aufbauprojekt steht der Wiedereröffnungstermin fest. Im Mai wird das Steigenberger Hotel wieder seine Türen für seine Gäste öffnen. Das Fünf-Sterne-Haus mit seinen 216 Betten ist das Flaggschiff der Hotellerie in der Kurstadt. Was schon geschafft wurde auf der größten privaten Baustelle an der Ahr und wie es weitergeht, stellte jetzt der Eigentümer des Gebäudeensembles, die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, der Wiederaufbaubeauftragten der Landesregierung, Staatssekretärin Nicole Steingaß, bei einem Baustellenrundgang vor.

32 000 Quadratmeter groß ist das Areal von Steigenberger Hotel, Kurhaussaal und seinen Nebengebäuden, dem ehemaligen Spielbankgebäude und dem bis auf die historische Fassade komplett zerstörten Thermalbadehaus, das bei der Naturkatastrophe im Juli 2021 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Für Architekt Bungarten und sein Team ist der Wiederaufbau im Herzen der Kurstadt das größte und komplexeste Projekt in der Firmengeschichte. Dabei stellte die schiere Größe nicht die einzige Herausforderung dar. „Wir wollen die historische Bausubstanz nicht nur weitestgehend erhalten und in ihrem Urzustand wiederherstellen, sondern auch neuen Herausforderungen etwa bei der Energieeffizienz der Gebäude Rechnung tragen. Dabei arbeiten wir eng und gut mit der Landesdenkmalpflege zusammen.“

Das heißt auf der einen Seite 130 historische Türelemente mitsamt Stuckelementen im historischen Thermalbadehaus wieder einbauen, oder die Fassaden mit der Farbe aus Eifeler Grundmaterialien streichen, wie sie vor 120 Jahren beim Bau der Gebäude verwendet wurden. Auf der anderen Seite werden 3500 Quadratmeter Gründach angelegt und Photovoltaikanlagen - da wo es möglich ist - auf den Dächern platziert. Bei der Wärmeversorgung wird auch das 36 Grad warme Wasser des „Großen Sprudels“, der der Stadt einst zum Bad-Titel verhalf, für die Fernwärmeleitungen genutzt.

Der Zeitplan, den sich die Aktiengesellschaft, ihr Generalunternehmer und Architekt Bungarten für das Megabauprojekt gesetzt haben, ist eng und ambitioniert zugleich. „Zum 1. Januar 2025 sollen in den Neubau des Thermalbadehauses wieder Ärzte, Physio-Therapeuten und andere Unternehmen der Gesundheitsbranche als Mieter einziehen können“, so Dieter Sturm von der Geschäftsleitung der AG. Bereits für dem November 2024 sind Veranstaltungen im Kurhaussaal geplant. Eine Umweltministerkonferenz steht im Terminkalender. Und für das Steigenberger ist der Mai als Wiederöffnungstermin geplant.

Noch viel zu tun

Bis dahin ist jedoch noch viel zu tun, wie auch Staatsekretärin Nicole Steingaß bei ihrem Besuch feststellen kann. Mehr als 200 Handwerker wuseln durch das weiße Gebäude. Anstreicher, Elektriker, Möbelbauer, Parkettverleger – kaum ein Handwerk, das man hier nicht findet. „So wie früher“ wird auch hier nur die äußere Fassade sein. Das wird der Stammgast bereits feststellen, wenn er durch die Drehtür das Hotel betritt. Der früher eher kleinteilige Eingangsbereich wurde geöffnet, um ihm einen Grandhotel-Charakter zu verleihen. Das Raumprogramm wurde überarbeitet, neue Veranstaltungsräume und Konferenzräume mit modernster Technik geschaffen und geräumige Suiten für Langzeitbesucher eingerichtet, die zur Kur nach Bad Neuenahr kommen. Für die gibt es auch einen neuen Spa-Bereich und ein Hallenbad.

Mit Superlativen zum Baufortschritt spart auch die Staatssekretärin nicht bei ihrem Besuch auf der Baustelle. „Wenn man weiß, wie das hier aussah in den Tagen nach der Katastrophe, dann ist das mehr als beeindruckend. Das hier ist die Kernzelle der Stadt Bad Neuenahr, das Zentrum dessen, wo die Kur entstanden ist. Das ist sehr wichtig für die Stadt und für die ganze Umgebung.“ Mit der neuen Konzerthalle samt Nebengebäuden, die im Bereich des Kurkparkeingangs entstehen, 2026 fertig sein sollen und mit Fördermitteln von Bund und Land sowie dem Wiederaufbaufonds finanziert werden, müsse Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht bange um die Zukunft sein.

Pressemitteilung

Entwicklungsagentur

Rheinland-Pfalz e.V.

(v.ln.r.): Dieter Sturm, Nicole Steingaß und Thomas Weimer. Foto: Uli Adams

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, August 2026 Teil 2
Pellenzer Lehrstellenbörse
Kirmes Ettringen 2026
Kirmes Ettringen 2026
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
406

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Die Junggesellen freuen sich auf unvergessliche fünf Tage. Foto: privat
167

Bad Bodendorf. Der Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf steht wieder ganz im Zeichen der traditionellen Kirmes. Der Junggesellenverein (JGV) Bad Bodendorf lädt von Freitag, 4. September, bis Dienstag, 8. September 2026, zu fünf abwechslungsreichen Festtagen ein. Rund um den Kirmesplatz erwartet die Besucher ein buntes Programm für Jung und Alt, musikalische Unterhaltung und zahlreiche traditionelle Höhepunkte.

Weiterlesen

11

Unkel. Offenes Mitmach-Singen veranstaltet vom Kirchenchor des Seelsorgebereichs Unkel von 19 bis 20 Uhr auf dem Gelände des Christinenstifts in Unkel – bei schlechtem Wetter in der Kapelle - als Mitgestalter eines bundesweit von hunderten Chören gemeinsam ausgerichteten Liederabends anlässlich des Einheitsfestes. Liedrepertoire von altem Volksliedgut bis zu bekannten Liedern neuerer Interpreten, die für Freiheit und Frieden stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1176

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
962

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
760

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen