Rekonstruktion des historischen Neuwieder Bahnhofs
Bahnhof Neuwied: Nachhaltigkeit und Baukultur gehören zusammen
Neuwied. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland hat sich bereits in einer früheren Stellungnahme für eine Rekonstruktion des historischen Neuwieder Bahnhofs ausgesprochen. Hintergrund war die Überzeugung, dass ein solcher Bau in seiner Maßstäblichkeit, Proportion und architektonischen Qualität einen identitätsstiftenden Beitrag für die Stadt leisten würde.
Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland Neuwied äußert sich wie folgt: "Vor dem Hintergrund der aktuellen Planungen, ein standardisiertes Modulgebäude nach bundesweitem Schema zu errichten, möchten wir unsere Position um eine differenzierte Betrachtung ergänzen.
Die Entscheidung, nachhaltig und ressourcenschonend zu bauen, ist ausdrücklich zu begrüßen. Modulare Holzbauweisen können Bauemissionen reduzieren, Bauzeiten verkürzen und im Betrieb energieeffizient funktionieren. Klimaschutz ist eine zentrale Zukunftsaufgabe – auch im öffentlichen Bauwesen. Nachhaltigkeit erschöpft sich jedoch nicht in der Wahl der Konstruktion.
Ein Bahnhof ist weit mehr als ein Funktionsbau. Er ist das Eingangstor einer Stadt und prägt über Jahrzehnte das Stadtbild und die Wahrnehmung des Ortes. Nachhaltigkeit bedeutet daher auch Dauerhaftigkeit, Akzeptanz und Identifikation. Vor diesem Hintergrund bleibt unsere grundsätzliche Überzeugung bestehen: Eine am historischen Vorbild orientierte Wiedererrichtung des früheren Bahnhofs – in moderner, energieeffizienter Bauweise – würde den städtebaulichen Anforderungen Neuwieds in besonderer Weise gerecht werden. Eine solche Lösung ließe sich durchaus mit zeitgemäßer Technik verbinden: Holz-Hybridkonstruktionen, integrierte Photovoltaik, Wärmepumpentechnik und hohe energetische Standards schließen eine architektonisch anspruchsvolle Gestaltung nicht aus.
Das von uns vorgestellte Visualisierungskonzept zeigt exemplarisch, wie ein rekonstruiertes Gebäude in heller, sandfarbener Fassadengestaltung mit zeitgemäßer Dachdeckung und nachhaltiger Technik aussehen könnte. Es verdeutlicht, dass Klimaschutz und Baukultur keine Gegensätze sind.
Wir sprechen uns daher für eine ganzheitliche Betrachtung aus: Wenn ohnehin neu gebaut werden muss, sollte die Entscheidung nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Standardisierung getroffen werden. Auch die städtebauliche Wirkung, die Maßstäblichkeit und die langfristige Identität des Ortes verdienen Berücksichtigung.
Unser Anliegen ist kein Gegensatz zur Nachhaltigkeit – im Gegenteil. Wir werben dafür, ökologische, ökonomische und kulturelle Nachhaltigkeit gemeinsam zu denken. Ein Bahnhof, der architektonisch überzeugt, wird über Generationen hinweg Bestand haben. Gerade darin liegt seine tiefste Form von Nachhaltigkeit."
Pressemitteilung
Regionalverband Unteres Mittelrheintal
Stadtbild Deutschland
