Allgemeine Berichte | 30.09.2016

Westerwälder Kinder setzen sich für Orang-Utans und gegen die Vernichtung des Regenwalds ein

Baum pflanzen besiegelte Partnerschaft

Nachricht aus Tembag Indonesien: „Hallo Grundschule Straßenhaus wir freuen uns auf euch“

Mit Fragen und Antworten führte Klaus Ober die Kinder durch das Thema

Straßenhaus. „In jeden freien Raum pflanze einen Baum“, heißt ein Sprichwort und dies beherzigte auch die Grundschule Straßenhaus. Eigentlich ist die Pflanzaktion eines Apfelbaums der Sorte Gloster ja nichts Besonderes, aber auf dem Grundschulgelände war das anders. Schließlich hat der Baum eine symbolträchtige und sogar internationale Bedeutung. Er ist nämlich sichtbares Zeichen dafür, dass die Grundschule Straßenhaus jetzt eine Partnerschaft mit der Grundschule im indonesischen Tembag besiegelt hat. Monate vorher hatten Klaus und Benni Over aus Niederbreitbach in der Schulturnhalle einen Film gezeigt über den kleinen Orang-Utan Henry, der bei Baumfällarbeiten auf der indonesischen Insel Borneo seine Mutter verlor. In dem Trickfilm ging es um Henry, der Hilfe suchte, um die Baumfällarbeiten zu stoppen. Denn nicht nur diesen Menschenaffen, sondern auch vielen Tieren wird durch die Zerstörung des Regenwalds der Lebensraum genommen. Viele Orang-Utans sterben bei den Fällarbeiten, verbrennen, verhungern oder werden als Haustiere gehalten und gehen ein. Aber warum zerstören die Menschen alljährlich weltweit rund 60 000 Quadratkilometer Regenwald, eine Größenordnung von 35 Fußballfeldern alle zwei Minuten? Palmölplantagen sind der Grund dafür, denn in fast jedem zweiten Haushaltsartikel, vor allem in Fertigpizzen, Schokolade, Margarine und sogar im Dieseltreibstoff ist Palmöl enthalten, und der Verbrauch in den Industrienationen steigt.

Bennis Projekt

Darauf wurde der jetzt 26-jährige Benni Over, der an Muskelschwund leidet und daher an den Rollstuhl „gefesselt“ ist, bei einem Zoobesuch aufmerksam und wollte etwas tun für die Orang-Utans und gegen die Vernichtung ihres Lebensraums. Da Kinder unsere Zukunft sind, wollte Benni trotz seines schweren Handicaps ein Buch schreiben und forderte seinen Vater Klaus auf: „Papa mach mal was klar“ und der machte, indem er geeignete Leute an dem Buchprojekt beteiligte. Schließlich entwickelte das Projekt ein Eigenleben und schon bald gab es das Buch „Henry rettet den Regenwald“ und den Trickfilm mit Unterstützung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation. Und so beteiligten sich immer mehr Menschen, Institutionen und Schulen an dem Projekt zur Rettung der Orang-Utans.

Unterstützung aus Straßenhaus

So auch die Grundschule Straßenhaus, dazu Konrektor Oliver Krehan: „Wir hatten über das Thema gesprochen, und die Kinder waren sehr interessiert. Dann haben wir den Film vorgeführt und die Kinder waren betroffen und wollten spontan Geld spenden, um zu helfen.“ So entwickelte sich das Projekt gemeinsam mit der Familie Over weiter, bis es jetzt zu der Partnerschaft kam.

Reise nach Indonesien

Inzwischen waren Benni, sein Bruder, Vater Klaus und ein Filmteam ins 15000 km entfernte Indonesien geflogen, um sich vor Ort das Rettungszentrum für die Orang-Utans anzuschauen und um noch besser und effektiver zu unterstützen. Über diese Tour berichtete Klaus Over in Wort und zwei Filmen den Grundschulkindern in der Schulturnhalle. Der Film zeigte, wie das süße einjährige Affenbaby Mona durch Alexandra vom Rettungscamp ganz langsam Vertrauen zu Benni bekam, und er Mona nach einiger Zeit sogar auf den Schoß nehmen konnte. Affenbabys fremdeln eben wie viele Menschenbabys auch. Klaus Over berichtete noch von einer anderen indonesischen Insel, wo im Rettungscamp der sechsjährige Orang-Utan Henry, Bennis Patenkind, lebt. Henry wurde im Camp langsam an das Leben draußen gewöhnt, sodass der Menschenaffe bald ausgewildert wird. Deshalb blieb Henry auch einen Tag und eine Nacht irgendwo im Regenwald des großen eingezäunten Reservats. Am nächsten Tag bekam Benni Kontakt mit seinem Patenkind, das er jedoch nicht auf den Schoß nehmen konnte, da Henry schon ein stattlicher Affe ist. Von der Partnerschule in Tembag hatte Klaus Over Fotos mitgebracht, und auf einem stand: „Hallo Grundschule Straßenhaus wir freuen uns auf euch.“ Während die Grundschule Straßenhaus zwölf Klassen mit 220 Schülern und 15 Lehrkräften hat, beherbergt die Schule in Tembag lediglich sechs Klassen. Da es dort kein Internet gibt, ist man auf Briefe und Fotos per Post angewiesen.

Und so werden in Tembag bald auch das Baumpflanzen und weitere Aktionen per Foto zu sehen sein. „Wir brauchen Verbündete für Benni und Henry und besiegeln hier die Partnerschaft“, erklärte Klaus Over und fügte hinzu, dass auch die Kinder in Tembag einen Baum pflanzen und Fotos ausgetauscht werden, auf denen alle indonesischen andererseits auch alle Straßenhauser Grundschüler unterschrieben haben. Die Filme über Bennis Reise gibt es unter www.youtube.com/watch?v=Gt2TS95NC4E. -HEP-

Klaus Over gab den Kindern Tipps zum Baumpflanzen. Fotos: HEP

Klaus Over gab den Kindern Tipps zum Baumpflanzen. Fotos: HEP

Kreisförmig hatten sich die 220 Straßenhauser Grundschüler aufgestellt, um die Baumpflanzung zu beobachten.

Kreisförmig hatten sich die 220 Straßenhauser Grundschüler aufgestellt, um die Baumpflanzung zu beobachten.

Mit Fragen und Antworten führte Klaus Ober die Kinder durch das Thema

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Kommentare
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  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
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