Allgemeine Berichte | 05.12.2024

Sympatischer Virtuose am Flügel ist Preisträger des „STERN Villa Musica 2024“

„Bei uns werden junge MusikerInnen zu Persönlichkeiten“

Der Preisträger Knut Hanßen umrahmt von Ervis Gega (l.) und Barbara Harnischfeger (r.) und dem Preisspender Peter Josef Mertens. Foto: Helmut Reinelt-Rechte

Engers. Die Landesstiftung Villa Musica mit ihrer Kammermusik-Akademie für Ausnahmekünstler in Schloss Engers vergibt alljährlich einen Preis, den „STERN Villa Musica“. Die Künstlerische Leiterin Professorin Ervis Gega zeichnete für 2024 den Pianisten Knut Hanßen aus Hannover aus, der sich in vielen Kammermusik-Projekten nicht nur als virtuos, sondern auch als ausgezeichneter Teamplayer bewiesen hat und mit den berühmten Musikern, die als Dozenten zur Villa Musica kommen, auf Augenhöhe spielte. „Bei uns werden junge MusikerInnen zu Persönlichkeiten, manche auch zu Stars“, sagte die künstlerische Leiterin, die selbst einmal Stipendiatin der Landesstiftung war und dann als Geigerin erfolgreich wurde. Villa Musica-Stipendiaten sind nicht nur hochbegabt, sondern bereits meisterlich in ihrem Fach. Zur Villa Musica kommen sie, weil sie hier Pult an Pult mit den Größen ihrer Zunft Programme erarbeiten und aufführen können. So holen sie sich den Feinschliff auf dem Weg zu künstlerischer Reife.

Der mit 5000 Euro dotierte „STERN Villa Musica“ wird gestiftet vom Förderverein der Landesstiftung. Deren Vorsitzende Barbara Harnischfeger überreichte zusammen mit Ervis Gega einen Pokal und die Urkunde. Für die Leifheit Stiftung Nassau, welche 2024 das Preisgeld an den Förderverein gespendet hat, war deren Stellvertretender Vorsitzender, Peter Josef Mertes, bei der Verleihung anwesend.

Knut Hanßen, der an der Hochschule in Hannover bereits Lehrkraft für besondere Aufgaben ist, bewies beim solistischen Preisträger-Konzert im Dianasaal von Schloss Engers seine Sonderklasse als Pianist. Er spielte drei nächtlich dunkle, faszinierende Klavierwerke aus Klassik, Romantik und Impressionismus: Mozarts Pariser a-Moll-Sonate von 1778, Schumanns Nachtstücke Opus 23 von 1839 und „Gaspard de la Nuit“ von Ravel, eines der kompliziertesten Klavierwerke, die jemals geschrieben wurden. Das Villa Musica-Publikum erlebte dabei einen Musiker, der Mozart „mit Geschmack und Empfindung“ spielte, der mit Ravels Schauermusik am großen Steinway-Flügel des Diana-Saales fingertechnisch spektakuläre Klänge zauberte und dabei völlig gelassen und unprätentiös wirkte. Was bei Konzerten, welche die Villa Musica-Freundeskreis-Vorsitzende Barbara Harnischfeger präsentiert, immer dazugehört ist ein Gespräch mit dem Künstler. Dabei kam der Preisträger dem Publikum nahe und überzeugte menschlich gleichermaßen wie als Pianist. Zum Erstaunen des Publikums erklärte Hanßen, dass man bei dem Ravel-Stück manchmal zwei Tasten gleichzeitig anschlagen müsse, deshalb sei es gut, dass er einen großen Daumen habe. Ravel selbst habe mit seinem Daumen sogar drei Tasten fassen können. Es gebe bei YouTube eine Aufnahme mit dem Komponisten selbst zu sehen und zu hören.

In die Auswahl für den „STERN Villa Musica“ kommen junge angehende Profis am Ende ihrer dreijährigen Stipendiatenzeit. Die künstlerische Leitung und die großen Lehrmeister schauen darauf, wer nicht nur solistisch brillieren kann, sondern auch in der Lage ist, sich einzufügen, sich auf Tempo, Lautstärke und Stilfragen zu einigen. Im Ensemble ist die Tongebung aufeinander abzustimmen. Musikalischer Ausdruck muss gemeinsam erreicht werden. Das A und O bei der Kammermusik ist das aufeinander Hören und das gemeinsame Atmen.

Das brauchen Profi-Musiker nicht nur in kleinen Besetzungen, sondern auch wenn sie ins Orchester gehen. Und Villa-Musica-Absolventen sind so gut: sie bekommen alle eine Orchesterstelle, wenn sie das wollen, sagt der Manager der Kammermusikakademie, Kai Link, der den Pool von jeweils 60 bis 80 StipendiatInnen seit Jahren im Blick hat.

Der als „Villa Musica STERN“ ausgewählte Pianist Knut Hanßen ist schon mit vielen Wettbewerbspreisen ausgezeichnet worden und er lehrt bereits an der Musikhochschule Hannover andere junge Pianisten. Warum bewarb er sich, als er schon 29 Jahre alt war und sein Bachelor- und Masterstudium hinter sich hatte, überhaupt noch als Stipendiat bei der Villa Musica, fragte ihn Barbara Harnischfeger im Gespräch vor Publikum. Die Antwort: „Weil die Villa Musica einen exzellenten Ruf hat und weil man hier die Chance bekommt, Kammermusik auf höchstem Niveau zu machen, mit hochkarätigen Leuten im Team. Davon konnte ich im Studium nur träumen.“ Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

Der Preisträger Knut Hanßen umrahmt von Ervis Gega (l.) und Barbara Harnischfeger (r.) und dem Preisspender Peter Josef Mertens. Foto: Helmut Reinelt-Rechte Foto: Helmut Reinelt

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Maikirmes Franken
Media-Auftrag 2026/27
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre Nowi
10 Jahre Nowi
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
52

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
35

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
45

Junger Mann war von seinen Großeltern zur Hilfe gerufen worden und hinderte Betrüger an der Flucht

29.04.: Betrugsversuch in Köln: Enkel stellt falsche Polizisten und übergibt sie der richtigen Polizei

Köln. Ein 26 Jahre alter Mann hat am Mittwochabend (29. April) einen mutmaßlichen falschen Polizisten in Köln-Esch gestellt und der echten Polizei übergeben. Der Tatverdächtige und sein noch flüchtiger Komplize sollen kurz zuvor versucht haben, sich als angebliche Kripobeamte Zutritt zum Haus der Großeltern des 26-Jährigen in der Gartenstraße zu verschaffen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
112

Dillendorf (Hunsrück). Am 01.05.26 gegen 10:31 Uhr kam es im Kreuzungsbereich K1/K3 unmittelbar hinter dem Ortsausgang Dillendorf in Fahrtrichtung Dill zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand missachtete ein von Sohrschied kommender Kradfahrer im Kreuzungsbereich die Vorfahrt eines in Fahrtrichtung Dill fahrenden PKW. Das Motorrad samt Fahrer kam im Straßengraben zum Liegen.

Weiterlesen

Symbolbild Foto: pixabay.com
28

eCall-System lotste Einsatzkräfte nach Unfall ohne Zeugen zu verletzten Senioren

28.04.: Unfall auf der B327: Älteres Ehepaar landet unfreiwillig in Waldstück

Waldesch. Am 28. April kam es gegen 11:00 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Hunsrückhöhenstraße (B327) zwischen Waldesch und Dieblich/Nassheck. Ein älteres Ehepaar aus dem Lahn-Dill Kreis kam nach ersten Erkenntnissen aufgrund gesundheitlicher Probleme des Fahrzeugführers mit seinem PKW alleinbeteiligt nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet in unbefestigtes Gelände.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
10 Jahre NoWi
Innovatives rund um Andernach
Zukunft trifft Tradition KW 18
Betriebsferien Mai 2026
Titel
Gebrauchtwagenanzeige