Allgemeine Berichte | 06.02.2017

Ludger Lohmann, Tochter Luise und der Jugendkammerchor musizieren am Sonntag in der Neuwieder Marktkirche

Benefizkonzert für soziales Projekt

 Lions Club Neuwied-Andernach unterstützt die Kreisaktion „Lernpaten“

Stellten das Benefizkonzert der Meisterklasse vor (v.l.n.r.): Lions-Präsident Prof. Dr. Richard Berger, 1. Kreisbeigeordneter und Jugendamtsdezernent für den Landkreis Neuwied, Achim Hallerbach, Lions Activity-Beauftragter Wolfgang Sulzbacher und Lernpate Karl-Erwin Udert. Der Reinerlös des Konzertes geht u.a. an das Lernpatenprojekt des Landkreises Neuwied.Hep

Neuwied. Einer der besten Organisten Deutschlands, der auch weltweit unterwegs ist, Ludger Lohmann und seine Tochter Luisa, gefeierter Nachwuchs an der Klarinette, werden am Sonntag, 12. Februar ab 18 Uhr in der Marktkirche beim 2. Benefizkonzert des Lions Club Neuwied-Andernach spielen. Begleitet werden sie vom Jugendkammerchor Koblenz unter Leitung von Manfred Faig.

Der Reinerlös des Konzerts geht an Kinder, die Hilfe nötig haben. „Unter anderem“ so Lions-Präsident Prof. Dr. Richard Berger bei der Vorstellung des Konzerts, „werden wir das Projekt Lernpaten im Landkreis Neuwied unterstützen.“

Zum ersten Benefizkonzert des Lions Clubs im vergangenen Jahr in der Matthiaskirche kamen 600 Besucher, und es wurde ein Reinerlös von fast 10.000 Euro erzielt. Mit diesem Geld und dem Erlös aus der Aktion Adventskalender, hier kamen fast 25.000 Euro zusammen, unterstützt der Lions Club u.a. Andernacher und Neuwieder Kindergärten zur Förderung von Flüchtlingskindern, verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche sowie bedürftige Asylanten, Obdachlose und Senioren.

Der Erlös aus dem Benefizkonzert in der Marktkirche geht zum größten Teil an das Projekt Lernpaten von Kreis Neuwied und Caritas. Zentrales Ziel des Lernpatenprojekts ist es, Grundschulkinder aus benachteiligten Familien bei der Schulausbildung zu begleiten. Unter dem Motto „Schenkst Du mir zwei Stunden?“ erhalten die Kinder in enger Kooperation mit ihrer Schule durch individuelle Hilfen von ehrenamtlichen Lernpaten die Möglichkeit, ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln, um erfolgreicher die Bildungsangebote der Schule nutzen zu können.

Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach erläuterte: „Das Projekt befindet sich im 6. Jahr mit über 50 ehrenamtlichen Lernpaten an 16 Grundschulen. Mit im Boot des Kreisjugendamtes ist die Caritas als Projektträger. Auch Lernpaten brauchen Unterstützung u.a. durch zahlreiche Lehrgänge. Denn die Hälfte der betreuten Kinder haben einen Migrationshintergrund, die andere Hälfte kommt aus sozial benachteiligten Familien oder ist in einer seelischen Notlage.“

Ein Mal pro Woche sitzen die Lernpaten etwa zwei Stunden im Schulunterricht neben den Kindern oder sprechen mit ihnen allein in einem abgetrennten Raum. Erwin Udert ist Lernpate an der Holzbachtalschule in Puderbach und berichtete von seiner ehrenamtlichen Arbeit: „Vertraulichkeit ist oberstes Gebot. Es geht oft um banale Dinge wie Ordnung oder Sauberkeit, für größere Probleme müssen Eltern und Jugendamt mit ins Boot.“

Prof. Dr. Richard Berger betonte, dass der Lions Club einen sozialen Ausgleich schaffen will, indem er sich um die Bildung für Kinder kümmert: „Kinder müssen frühzeitig gefördert werden. Wenn ein Kind in einem Hartz IV-Haushalt aufwächst, bleibt es oft ein Leben lang in dieser Situation, und das ist ein Skandal“, kritisierte der Lions-Präsident.

Auf die Frage, wofür die Spenden des Lions Club verwendet werden, antwortete Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach: „Das Projekt Lernpaten ist eine freiwillige Aufgabe des Kreises, die finanziell leider nicht so unterstützt werden kann, wie es notwendig wäre. Daher spendet der Lions Club für die Kosten der beiden hauptamtlichen Kräfte, Arbeits- und Schulungsmaterial für die Lernpaten.“

Wolfgang Sulzbacher, Activity-Beauftragter des Lions Clubs, unterstrich: „Wir suchen uns längerfristige Projekte aus, die eine Anschubfinanzierung hatten. Oft gibt es später aber keine Mittel mehr für diese gut angelaufenen Projekte und dann sind wir da als Lions - Club.“

Das Konzert

Ludger Lohmann hat lange in Neuwied gelebt undarbeitet seit 1983 in Stuttgart als Professor an der Musikhochschule. Er konzertierte weltweit und ist Träger bekannter Musikpreise. Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren seine Repertoirevielfalt mit den Schwerpunkten alte und romantische Orgelmusik.

Ludger Lohmann ist bestens vertraut mit den Orgeln in der Matthiaskirche und der Marktkirche, wo am Sonntag u.a. Werke von Johann Sebastian Bach („Vater unser mein Himmelreich“), Johannes Brahms („Sonate op. 120/I für Klarinette und Klavier) und Max Reger („Andante und Allegrotto aus der Sonate op. 107“) auf dem Konzertprogramm stehen.

Der Jugendkammerchor Koblenz ist bekannt für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Liebfrauenkirche und seine Auftritte in den Koblenzer Kirchen – sowie zahlreiche Konzerte in Europa. Die jungen Sänger präsentieren in drei Chorblöcken unter anderem das „Vater unser“, „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy  und ein 17-minütiges „Best of“ Gospel.

Eintrittskarten gibt es für 15 Euro in Neuwied bei der Tourist-Information, im Musikhaus Neumann, in der Buchhandlung Wangler, in Andernach bei Bücherwelten Buchen und einige noch an der Abendkasse.

HEP

Ludger Lohmann.

Ludger Lohmann.

Stellten das Benefizkonzert der Meisterklasse vor (v.l.n.r.): Lions-Präsident Prof. Dr. Richard Berger, 1. Kreisbeigeordneter und Jugendamtsdezernent für den Landkreis Neuwied, Achim Hallerbach, Lions Activity-Beauftragter Wolfgang Sulzbacher und Lernpate Karl-Erwin Udert. Der Reinerlös des Konzertes geht u.a. an das Lernpatenprojekt des Landkreises Neuwied.Fotos: Hep

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