Bereits zum siebten Mal gastierte der Chur Cölnische Chor Bonn am Sonntag in Linz
Benefizkonzert unterstützt die Finanzierung der Sanierung der Wandmalerei
Mit dem Benefizkonzert unterstützten die Sänger die Finanzierung der Sanierung der Wandmalerei
Linz. Mit der Messe in D-Dur des Böhmen Antonin Dvorak eröffnete der Chur Cölnische Chor Bonn unter Leitung von Professor Heribert Beissel am frühen Sonntagabend sein Sommerkonzert in der Linzer Sankt Martin-Basilika. Ende 1968 hatte der Bonner Operndirigent die Idee gehabt, sein Orchester „Klassische Philharmonie Bonn“, durch eine Vokalgruppe zu ergänzen, mit der er in den nunmehr beinahe 50 Jahren in allen fünf Kontinenten konzertiert hat. Bereits zum siebten Mal war der Chur Cölnische Chor in der ehrwürdigen Linzer Pfarrkirche zu Gast. „Das haben wir nicht zuletzt unserem Mitbürger Karl Meidl zu verdanken“, freute sich der Vorsitzende des Fördervereins Sankt Martin, Peter Gillrath, überließ der Bonner Chor dem Verein doch alle Einnahmen des Abends zur Finanzierung der Sanierung der spätromanischen Wandmalereien im Mittelschiff. „Da erwarten wir zwar noch die Abschlussrechnung, aber schon jetzt ist sicher, dass sie höher ausfällt, als ursprünglich vorhergesehen war“, so Peter Gillrath.
Karl Meidl stand auch kurz vor Beginn des Konzertes unmittelbar nach dem Ansingen im Mittelpunkt. „Heute ist es leider das letzte Mal, das wir auf seine Unterstützung bauen können“, erklärt Heribert Beissel den anderen Chormitgliedern den Rücktritt des Sängers. In den zurückliegenden 13 Jahren habe er Karl Meidl, der fünf Jahre lang sogar den Chor-Vorsitz übernommen hatte, nicht nur als zuverlässigen Sänger, sondern auch als Freund schätzen gelernt, auf dessen Wort man stets habe bauen können, zollte der Dirigent dem Sänger höchsten Respekt. Der verlässt zwar das Ensemble, gänzlich den Rücken kehrt Karl Meisl dem Chorgesang aber nicht. „Ich habe ein Alter erreicht, in dem ich mich nicht weiter dem Druck der ständigen Proben und Auftritte aussetzen möchte. Aber ich werde mich auf jeden Fall an Chor-Projekten zwischen Köln und Neuwied beteiligen“, erklärte der passionierte Sänger auf Anfrage von Blick Aktuell.
Während der Chur Cölnische Chor bei der Dvorak-Messe auf der Orgel von Daniel Kirchmann begleitet wurde, der nach seinem Studium der Kirchenmusik 2013 Seelsorgebereichsmusiker in Bad Godesberg geworden war, verließen sie nach der dreifachen Bitte um Frieden am Ende des „Agnus Dei“ die Orgelempore der dreischiffigen Basilika mit Westturm und polygonalem Chor, um nach der Pause das Konzert vor dem Altar a cappella zunächst mit dem Choral „Nun ruhen alle Wälder“ von Johann Sebastian Bach fortzusetzen. Der Komposition des berühmten Barockmusikers zu dem Text des evangelischen Theologen Paul Gerhardt ließen die Sänger das Lied „Abendfriede“ des aus Vaduz/Lichtenstein stammenden Kirchenmusikers, Josef Rheinberger folgen. Seinem „Abendlied“ war es auch vorbehalten, den a-cappella-Part des Benefizkonzertes zu beschließen.
Zuvor konnten sich die begeisterten Zuhören noch über Eva Tollers „Wiegenlied“ sowie über die „Gute Nacht“ eines der bedeutendsten Komponisten der Romantik, Robert Schumann erfreuen. Nach diesem kam der als Vollender der „chromatischen Polyphonie“ gefeierte Max Reger mit dem Lied „Ich hab‘ die Nacht geträumet“ zu Wort, bevor der Chor mit dem Hallenser Komponisten Helmut Barbe verriet: „Verstohlen geht der Mond auf!“ Von dem langjährigen Mitglied der „Kleinen Cantorei Dahlem“ und der „Kölner Kantorei“ dem aus Mechernich stammenden Komponisten Simon Wawer hatte Heribert Beissel das Lied „Guten Abend, gute Nacht“ für das Konzert ausgewählt, dem seine Sänger Edwar Elgars „How calmly the evening“ folgen ließen. Nach dem Beitrag aus England nahmen sie ihr Publikum mit dem Lied von Hugo Alfvén „Der Abend“ bis hinauf nach“ Schweden, ja sogar wenig später mit dem „Sleep“ von Eric Whitacre über den großen Teich bis nach Amerika. Zuvor hatten die Sänger die „Resignation“ aus den „Sechs geistlichen Liedern nach Gedichten von Joseph von Eichendorff des in Windischgräz/Slowenien geborenen Komponisten Hugo Wolf intoniert, dem sie dann auch den „Abendsegen“ des Siegburgers Engelbert Humpersdinck folgen ließen. DL
