Allgemeine Berichte | 15.08.2022

Zwischenbericht der Aufsuchenden Hilfe im Ahrtal

Beratungsinitiative kommt bei den Menschen an

Bis zum Jahresende will die Aufsuchende Hilfe die Betroffenen in allen Städten und Dörfern über die zahlreichen Hilfs- und Informationsangebote, aber speziell zu den ISB-Anträgen informieren.  Foto: Helfer-Stab

Ahrtal. Seit dem 20. April ist die Aufsuchende Hilfe im Ahrtal unterwegs: Zweierteams vom Helfer-Stab und den Maltesern gehen Straße für Straße von Haus zu Haus und sprechen mit Bürgern der von der Flutkatastrophe betroffenen Städten und Gemeinden und bieten Unterstützung an. An mehr als 1300 Häusern und Wohnungen haben die Teams mittlerweile geklingelt. Und die Erfahrung der Kümmerer an der Haustür ist: Das Angebot kommt bei den Menschen gut an. Das Unterstützungsbedürfnis ist vielfältig. Eine Zwischenbilanz:

„Wir wollen allen betroffenen Menschen mit unseren Hilfsangeboten erreichen. Deshalb gehen wir von Haus zu Haus, um über die bestehenden Hilfs- und Fördermöglichkeiten zu informieren.“ So hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Start des Projekts „Aufsuchende Hilfe“ von Investitions- und Strukturbank (ISB), Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Helfer-Stab und Malteser Fluthilfe angekündigt. An rund 700 Hausklingeln öffnete sich bisher die Tür für ein Gespräch. Bei einer anonymisierten Befragung durch die Beraterteams gab rund 80 Prozent der Menschen an, das sie selbst privat betroffen sind, fast jeder Zehnte auch gewerblich. Da, wo die Teams keinen Hauseigentümer oder Mieter antrafen, hinterließen sie Infomaterial und Postkarten mit Telefonnummern und versuchten so, auf jeden Fall einen Kontakt zu bekommen.

Bei den Gesprächen geht es nicht nur um die Wiederaufbauhilfen für Private, die über die ISB organisiert sind. Auch Fragen zu Versicherungen, Gutachtern oder auch zu psychologischen Hilfestellungen werden den Teams immer wieder gestellt. Und auch der generelle Austausch über den Wiederaufbau und die Fortschritte der vergangenen Monate steht bei den Hausbesuchen auf dem Gesprächszettel.

So gab bei der anonymen Befragung der aufgesuchten Flutopfer jeder Zweite an, ungefähr die Hälfte des Wiederaufbaus am eigenen Haus oder der eigenen Wohnung bereits geschafft zu haben. Zu den am häufigsten genannten Ursachen für das Tempo beim Aufbau wurde der Mangel an Handwerkern genannt. Und noch eine Erkenntnis hat die Befragung ergeben, wie Anika Schilling vom Helfer-Stab erzählt: „Die Zahl der Hauseigentümer, die eine Elementarversicherung hatten, ist deutlich höher als erwartet. Rund 75 Prozent der Befragten gaben an, versichert zu sein.“

Bisher war die Aufsuchende Hilfe in Ahrbrück, Altenahr, Altenburg, Insul, Kreuzberg, Liers, Obliers, Rech, Reimerzhofen und Schuld. Seit dem 1. August sind die sieben Teams des Helfer-Stabs und die drei der Malteser Fluthilfe in der Kreisstadt unterwegs, im Stadtteil Bad Neuenahr. „Ich bin sehr froh, dass die Aufsuchende Hilfe nun auch in Bad Neuenahr startet“, sagt Richard Lindner, der Ortsvorsteher des größten Stadtteils von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hat er – wissend um die Bedürfnisse der Leute - seinen Stadtteil in Quartiere unterteilt und Besonderheiten benannt, auf die es im Rahmen der Aufsuchenden Hilfe ankommen kann. „Es ist wichtig, dass den Menschen so unmittelbar und direkt Hilfe und Unterstützung angeboten wird“, ist sich Lindner sicher. Nach dem Stadtteil Bad Neuenahr geht es in den Stadtteil Ahrweiler. Im Auftrag des Landes sollen voraussichtlich bis Ende des Jahres alle betroffenen Gemeinden und Städte im Ahrtal aufgesucht werden.

Mittlerweile gibt es im Internet ein engmaschiges Netz an unterschiedlichen Möglichkeiten, sich beim Ausfüllen der ISB-Anträge für Hilfsleistungen aus dem Wiederaufbaufonds für Hausrat und Gebäude beraten zu lassen. Die ISB berät selbst telefonisch und hat die wichtigsten Fragen und dazu passenden Antworten auf ihrer Internetseite zusammengefasst. Ein wichtiges Standbein für die Beratung vor Ort sind die Infopoints in den Städten und Gemeinden im Katastrophengebiet. Hier berät von der ISB geschultes Personal nicht nur zu den Anträgen für Geld aus dem Wideraufbaufonds. Noch bis zum 30. Juni 2023 können Anträge auf Förderung aus dem Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern bei der ISB gestellt werden.

Pressemitteilung

Verbindungsbüro

Wiederaufbau Ahr

Bis zum Jahresende will die Aufsuchende Hilfe die Betroffenen in allen Städten und Dörfern über die zahlreichen Hilfs- und Informationsangebote, aber speziell zu den ISB-Anträgen informieren. Foto: Helfer-Stab

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Werksverkauf
3+1 Aktion
Stellenanzeige Landschaftsgärtner und Hausmeister, 1.Anzeige "2+1 Aktion"
150 Jahre Zeitungstradition
Wir feiern 150 jährigen Geburtstag
150 Jahre Zeitungstradition
Empfohlene Artikel
Mit einem Wortgottesdienst begann das Fest.  Foto: privat
18

Burgbrohl. „Ein „WIR“ entsteht überall dort, wo sich Menschen mögen. Es gibt also ziemlich viele WIR und jedes sieht ein bisschen anders aus. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie sind sehr wertvoll.“ (Auszug aus dem Bilderbuch „Das kleine Wir“)

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 14
59

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Zauberphilosoph Andino  Foto: VG Unkel
9

Warum glauben Menschen an Glücksbringer, Sternzeichen oder Verschwörungserzählungen? Wo endet Glaube, wo beginnt Aberglaube – und welche Rolle spielt magisches Denken in Wissenschaft, Religion und Politik? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die 2. Philosophische Sommernacht der KreisVolkshochschule Neuwied am Freitag, 14. August 2026, in der SoLaWi Katringer Grünzeug in Erpel.

Weiterlesen

Weitere Artikel