Allgemeine Berichte | 21.02.2025

Straßensperrungen wegen Amphibienwanderungen im Westerwaldkreis

Besondere Vorsicht, um Helfende und Tiere zu schützen

Um Verkehrsteilnehmende auf Gefahrenstellen aufmerksam zu machen, werden diese Schilder an betroffenen Straßenabschnitten aufgestellt.  Foto: Kreisverwaltung / Lena Schardt

Westerwaldkreis. Wenn die Temperaturen milder werden, machen sich wieder tausende Molche, Kröten und Frösche auf den Weg zu den Laichgewässern. Dabei queren sie oftmals Straßen. In Nächten, in denen massive Wanderungen erwartet werden, sperren deshalb die zuständigen Straßenmeistereien im Westerwaldkreis verschiedene Straßenabschnitte. Zum Schutz der Tiere, aber auch zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden, dürfen diese zur Zeit der Laichwanderung nicht befahren werden. Dazu gehören:

  • K 54 Stahlhofen am Wiesensee bis Pottum,
  • K 133 Vielbach nach Quirnbach,
  • K 78 Obersayn bis Arnshöfen (dieser Straßenabschnitt ist wegen Straßenbauarbeiten bis Ende Juni 2025 gesperrt).

Entlang von Straßen, die nicht gesperrt werden können, bauen freiwillige Helferinnen und Helfern mobile Amphibienzäune auf. Über Wochen kontrollieren sie mehrmals in der Nacht die aufgestellten Eimer, um die „gefangenen“ Tiere zeitnah über die Straße zum Gewässer zu transportieren. Insbesondere wenn zur Dunkelheit noch Regen und schlechte Sicht hinzukommen, kann dies schnell zu einer gefährlichen Aufgabe werden. Den Helfenden gilt daher großer Respekt und herzlicher Dank. Sie machen dies alles ehrenamtlich ohne Bezahlung, um die Tiere vor dem Straßentod zu retten und den Fortbestand der Art zu fördern. Besonders bemerkenswert ist, dass viele der Unterstützenden im Senioren- oder Kindesalter sind.

Alle Verkehrsteilnehmenden werden daher besonders auf den unten genannten Straßen mit Amphibienzäunen um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme gebeten. Es ist wichtig, die Geschwindigkeit dort stark zu reduzieren und die Bereiche langsam zu passieren. Eine besonnene Fahrweise kostet kaum Zeit, erhöht die Sicherheit aller Beteiligten aber enorm und kann zudem das Leben einiger Amphibien retten, die immer mal unter oder neben den Zäunen auf die Straße geraten.

Amphibienzäune stehen in folgenden Bereichen:

  • K 1 vom Waldspielplatz Steinen bis hinter den Haidenweiherdamm,
  • K 2 Waldbereich nördlich des Golfclubs,
  • K 51 Seck nach Hellenhahn-Schellenberg,
  • K 54 Stahlhofen am Wiesensee nach Hergenroth,
  • K 55 Stahlhofen am Wiesensee nach Höhn,
  • K 81 Gewerbegebiet Sainscheid bis Abzweig Schönberg,
  • K 61 Bölsberg nach Kirburg,
  • K 87 Hahn am See nach Elbingen,
  • K 114 Kurvenbereich beim ehemaligen Kalterbachstausee,
  • K 144 Moschheim nach Leuterod,
  • K 161 Heilberscheid zur Anschlussstelle an die L 313 im Gelbachtal,
  • L 292 Steinebach an der Wied nach Hachenburg,
  • L 304 im Bereich Hofgut Adenroth.

Neben den oben genannten Straßenabschnitten gibt es auch Bereiche, in denen durch Verkehrszeichen auf die Wanderungen hingewiesen wird, zum Beispiel an der L 327 zwischen Niederelbert und Montabaur-Horressen, auf der K 54 zwischen Hergenroth und Stahlhofen am Wiesensee und auf der K 51 zwischen Hellenhahn-Schellenberg und Seck. Gekennzeichnete Straßenabschnitte, Straßen durch Waldgebiete, entlang oder in der Nähe von Wasserflächen sollten vorsichtig und mit reduzierter Geschwindigkeit passiert werden.

Hintergrund: Gefährliche Überquerung, um sich fortzupflanzen

Aufgrund der generellen Erwärmung können die Amphibienwanderungen nun früher im Jahr auftreten als bisher. Molche, Kröten und Frösche machen sich dabei vor allem nachts auf den Weg zu den Laichgewässern, in denen ihre eigene Verwandlung vom Ei über Kaulquappe zum erwachsenen Tier stattgefunden hat. An den Gewässern angekommen, beginnt die Paarung und Eiablage in Form von Laichballen oder Laichschnüren. Viele Tiere müssen auf ihrem Weg zum Laichgewässer Straßen queren, die dann zur Todesfalle werden und zu Zeiten von Massenwanderungen einen großen Tierverlust bedeuten. Die Gefahr, überfahren zu werden, ist für die sich sehr langsam bewegenden Tiere groß. Von Autoscheinwerfern in der Dunkelheit geblendet, nehmen sie oft eine starre Schreckhaltung ein und verbleiben noch länger im Gefahrenbereich. Auch der Luftsog schnell fahrender Autos gefährdet die Tiere, weil die inneren Organe platzen können.

Pressemitteilung Kreisverwaltung des Westerwaldkreises

Um Verkehrsteilnehmende auf Gefahrenstellen aufmerksam zu machen, werden diese Schilder an betroffenen Straßenabschnitten aufgestellt. Foto: Kreisverwaltung / Lena Schardt

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
Rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Anlagenmechaniker
Tag der offenen Tür
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Ostergrußanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
1378

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
18

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
476

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Blütenkönigin Antonia Augenstein, Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte) sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Stationen, Vereine und Sponsoren freuen sich auf das Blütenfest am 19. April. Fotos: DU
8

Traditionsveranstaltung geht am 19. April in die 16. Runde

Blütenfest verbindet Natur, Kultur und Gemeinschaft

Meckenheim. „Das Blütenfest hat eine Strahlkraft, die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Deswegen ist es für uns sehr wichtig und wir freuen uns wieder auf eine schöne Veranstaltung“, hob Bürgermeister Sven Schnieber kürzlich die Bedeutung des Blütenfestes für Meckenheim hervor. Der Obsthof Dahlhausen war dabei zweifellos eine überaus passende Location, um auf die inzwischen 16. Auflage des am 19. April stattfindenden Traditionsevents vorauszublicken.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Titel
Koblenz blüht
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Innovatives rund um Andernach
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in