Allgemeine Berichte | 22.06.2021

Wissenschaftsminister Clemens Hoch

Besuch der zukünftig neuen Universität in Koblenz

Vizepräsident Prof. Dr. Stefan Wehner (Mitte) sowie Vertreter der Campusleitung führen Wissenschaftsminister Clemens Hoch (2.v.li.) über den Campus der künftig selbstständigen Universität in Koblenz. Foto: Dennis Maxeiner

Koblenz. Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch hat die künftig eigenständige Universität Koblenz besucht. In mehreren Gesprächen mit unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertretern der Universität informierte sich der Minister vor Ort über den aktuellen Stand bei der Verselbstständigung des Universitätsstandorts, die damit verbundenen Herausforderungen und die möglichen Perspektiven für den neuen Universitätsstandort.

Der Wissenschaftsminister konnte sich in den Gesprächen mit den Hochschulangehörigen davon überzeugen, dass die Profilbildung der ab 2023 eigenständigen Universität voranschreitet, es auf den Weg dorthin gleichwohl noch vielerlei Anstrengungen bedarf. „Ich habe sehr gute und konstruktive Gespräche mit vielen Hochschulangehörigen geführt“, sagte Clemens Hoch. „Alle Hochschulangehörigen haben mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich auf die Selbstständigkeit freuen und mit großem Engagement an der Profilbildung der neuen Einrichtung arbeiten. Deutlich wurden in den Diskussionen aber auch Fragen und Zweifel, ob die finanziellen und personellen Ressourcen dafür ausreichend seien.“ Der Minister bekräftigte erneut den Anspruch der Landesregierung, den Universitätsstandort Koblenz stärken zu wollen: „Wir stehen zu unserer Zusage, dass wir die Strategie- und Funktionsfähigkeit der künftigen Universität Koblenz ab dem Jahr 2023 sicherstellen werden. Dazu hat die Universität Koblenz-Landau bereits Mittel zur Transformation erhalten. Die für Koblenz zugesagten 6,5 Millionen Euro wurden bereits in vollem Umfang bewilligt.“ Prof. Dr. Stefan Wehner, Vizepräsident für Koblenz, erklärte: „Wir vertrauen den Zusagen des Ministeriums und warten nun auf die entsprechenden Zuweisungen. Denn klar ist: Um die vom Land in uns gesetzten Erwartungen auch langfristig erfüllen zu können, benötigen wir eine bessere Ausstattung im wissenschaftlichen Bereich und in der Verwaltung.“

Größerer Raumbedarf

Begrüßt wurde der Wissenschaftsminister von der Campusleitung, der neben Wehner die beiden Campusbeauftragten Prof. Dr. Constanze Juchem-Grundmann und Prof. Dr. Henning Pätzold sowie der Kanzler Michael Ludewig angehören. Bei einem Rundgang über den Campus wiesen sie den Minister darauf hin, dass es neuer, zusätzlicher Gebäude auf dem Universitätsgelände bedürfe, um den Beschäftigten in der Wissenschaft und Universitätsverwaltung adäquate Arbeitsplätze anbieten zu können. „Durch die Verselbstständigung und die Verlagerung von Arbeitsstellen der Verwaltung von Mainz nach Koblenz vergrößert sich der Raumbedarf, und Anmietungen in Koblenz sind kaum möglich“, sagte Wehner. Auch Wohnheimplätze für Studierende müssten bereitgestellt werden; allerdings fehle es auch an geeigneten Grundstücken.

Im Gespräch mit dem Minister erläuterte die Campusleitung, dass es der Universität gelungen sei, substanzielle Fortschritte in den Bereichen Forschung und Lehre zu erzielen. Beispielsweise konnten die Lehrenden – auch dank der Unterstützung der von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Corona-Sondervermögen – in den drei sogenannten Corona-Semestern alle geplanten Lehrveranstaltungen durchführen und damit den Studierenden hochwertige Studieninhalte in der Regel mit Hilfe von Online-Formaten anbieten.

Für die interdisziplinäre Ausrichtung der künftigen Universität sei es ein besonderer Erfolg, dass bereits in diesem Jahr mehrere große Projekte beantragt wurden, an denen alle vier Fachbereiche gemeinsam beteiligt seien. Als Beispiel hierfür wurde ein universitätsweites Projekt zur Digitalisierung in der Hochschullehre aufgeführt, für das die Universität Koblenz-Landau von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre eine Förderzusage in Höhe von mehr als 4,3 Millionen Euro erhalten hat.

Gute Fortschritte im Prozess der Hochschulentwicklung

„Auch bei der Profilbildung der neuen Einrichtung haben wir gute Fortschritte erzielt“, erläuterte Stefan Wehner. „Der Anspruch der neuen Universität Koblenz ist, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen zu verstärken. Wir wollen uns außerdem mit den Partnern aus der regionalen Wirtschaft und der Hochschule Koblenz noch besser vernetzen und gleichzeitig international sichtbarer werden.“ Beispielhaft nannte Wehner das von der Landesregierung unterstütze kooperative Forschungskolleg „Max-von-Laue Institute of Advanced Ceramic Material Properties Studies“ der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Koblenz. Die wissenschaftliche Einrichtung verfolgt einen internationalen und interdisziplinären Ansatz, um eine ganzheitliche Bearbeitung von Materialgefügen und Werkstofflösungen bei verschiedenen Keramikkomponenten zu gewährleisten. Ähnlich vielversprechende Projekte, sagte Wehner, strebe die neue Universität langfristig mit unterschiedlichen Partnern auf den Gebieten Wasser, Health Data Intelligence, lebenslanges Lernen und Vermittlung der Kulturen an. „Wir sind den Forderungen der Politik nach einer Profilbildung der neuen Universität frühzeitig nachgekommen“, betonte der Vizepräsident. „Jetzt brauchen wir die entsprechende Flankierung vonseiten der politischen Entscheidungsträger in Mainz.“

Wehner sagte außerdem, dass die Ausbildung und Bildung von Lehrkräften auch weiterhin ein wichtiges Standbein in Koblenz bleiben werde. „Aber es wäre falsch und unangemessen, wenn wir auf eine kleine Universität mit dem alleinigen Schwerpunkt Lehrkräftebildung reduziert werden würden.“

Bessere Ausstattung im wissenschaftlichen und Verwaltungsbereich erforderlich

Die Mitglieder der Campusleitung erläuterten dem Minister, dass die Herausforderungen, vor denen die neue Universität Koblenz steht, drängten. So müssten beispielsweise rund 100 Beschäftigungsverhältnisse der Universität Koblenz-Landau im wissenschaftlichen Bereich, die zum 31. Dezember 2022 auslaufen, rechtzeitig verlängert werden, damit die Universität das übernächste Wintersemester planen könne. „Außerdem sind unsere Lehrenden, Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der hohen Lehrtätigkeit und den Zusatzbelastungen durch Pandemie und Trennungsprozess weit über ihrer Belastungsgrenze. Hierfür wie auch für den Aufbau der Verwaltung müssen möglichst schnell Lösungen gefunden werden“, sagte Wehner.

Im Anschluss an das Gespräch mit der Campusleitung nahmen sich der Wissenschaftsminister Zeit für Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Personalrats, der Gleichstellung, des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) sowie mit der Dekanin und den Dekanen des Campus.

Der Minister zeigte sich überzeugt, dass der Universitätsstandort Koblenz gestärt aus dem Prozess der Neustrukturierung hervorgeht. So drückte er Verständnis für die Sorgen der Hochschulangehörigen aus. „Mir ist bewusst, dass Umstrukturierungsmaßnahmen dieser Größe und Bedeutung zu Verunsicherungen bei den Betroffenen führen können“, so Hoch.

Mit der Zielvereinbarung zur Hochschulinitiative für gutes Studium und gute Lehre habe die Universität Koblenz-Landau mit über 200 Stellen den größten Anteil der neu zur Verfügung gestellten Dauerstellen in Rheinland-Pfalz. Der Minister bestätigte, dass die bestehenden Personal-Ressourcen an den Standorten in Koblenz und Landau erhalten werden, um die Kapazitäten für Studium und Lehre aufrechtzuerhalten. Hoch betonte, dass die Ausgestaltung der wissenschaftlichen Profile sowie der Verwaltung in der Autonomie der Hochschule liege. Der von der Hochschule derzeit in der Entstehung befindliche Hochschulentwicklungsplan werde sicher die Basis sein, um über die künftigen Ressourcen zur Profilbildung zu entscheiden.

Pressemitteilung der

Universität Koblenz-Landau

Vizepräsident Prof. Dr. Stefan Wehner (Mitte) sowie Vertreter der Campusleitung führen Wissenschaftsminister Clemens Hoch (2.v.li.) über den Campus der künftig selbstständigen Universität in Koblenz. Foto: Dennis Maxeiner

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